
Lungenwürmer bei Katzen: Symptome, Diagnose & Behandlung
Der Lungenwurm bei Katzen ist ein Parasit, der sich in den Atemwegen und der Lunge ansiedelt und dort Husten und Atemprobleme auslösen kann. Vor allem Freigänger, die Schnecken oder Kleintiere fressen, sind gefährdet. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Ansteckung mit dem Lungenwurm bei Katzen passiert, welche Symptome typisch sind und wie die Entwurmung funktioniert.
Zwar sind schwere Verläufe selten, doch unbehandelt kann der Parasitenbefall die Lunge dauerhaft schädigen – und Kitten oder geschwächte Katzen richtig krank machen.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Parasitenbefall der Lunge und Atemwege durch Lungenwürmer
- Symptome: Husten, Niesen, Atemnot, Nasenausfluss
- Ansteckung: Schnecken, Zwischen- und Transportwirte wie Mäuse oder Vögel
- Diagnose: Kotuntersuchung, Röntgen, Spülproben
- Behandlung: Spezielle Entwurmungsmittel
- Prognose: Bei Behandlung sehr gut
Wann zum Tierarzt?
Gelegentliches Husten muss nichts Schlimmes sein – aber bestimmte Zeichen solltest du abklären lassen. Suche einen Tierarzt auf, wenn deine Katze:
- über mehrere Tage hustet oder häufig niest,
- schleimigen oder blutigen Nasenausfluss hat,
- beim Atmen Geräusche macht oder schneller atmet,
- Appetit verliert oder apathisch wirkt,
- als Freigänger regelmäßig jagt und frisst, was sie fängt.
Kitten mit Husten und Atemnot gehören zeitnah in die Praxis.
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Was ist diese Krankheit?
Lungenwürmer sind Fadenwürmer, die sich in den Bronchien und Lungenbläschen der Katze festsetzen. Der bekannteste Vertreter ist Aelurostrongylus abstrusus. Die erwachsenen Würmer legen Eier, aus denen Larven schlüpfen; diese werden hochgehustet, verschluckt und mit dem Kot ausgeschieden.
Für die weitere Entwicklung brauchen die Larven Schnecken als Zwischenwirt. Frisst die Katze eine befallene Schnecke – oder einen sogenannten Transportwirt wie eine Maus, einen Vogel oder eine Eidechse, der eine solche Schnecke gefressen hat – wandern die Larven aus dem Darm über die Blutbahn in die Lunge. Dort beginnt der Kreislauf von vorn. Eine Abgrenzung zum Herzwurm ist wichtig: Er wird von Stechmücken übertragen und sitzt im Herzen und den Lungengefäßen, nicht im Lungengewebe selbst. Auch der Katzenschnupfen verursacht ähnliche Atemwegssymptome, ist aber eine Virus- und Bakterieninfektion, keine Wurmerkrankung.
Symptome
Lungenwurm bei Katzen: typische Symptome
Viele Katzen zeigen bei leichtem Befall gar keine Anzeichen. Bei stärkerem Befall treten auf:
- trockener oder feuchter Husten
- häufiges Niesen
- schleimiger, manchmal blutiger Nasenausfluss
- Atemgeräusche, beschleunigte Atmung, Atemnot
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Mattigkeit und verminderte Leistungsbereitschaft
- bei Kitten und massiven Befällen: schwere Lungenentzündung
Die Symptome ähneln einer Erkältung oder einem Katzenschnupfen – deshalb bleibt der Befall oft lange unentdeckt.
Typisch ist außerdem, dass die Katze zwischendurch völlig gesund wirkt: Sie frisst, spielt und putzt sich normal – nur der Husten bleibt. Genau diese Mischung aus Wohlsein und Atemwegssymptomen lässt viele Halter zu lange zögern. Ein Husten, der länger als ein paar Tage anhält, gehört bei jeder Katze abgeklärt.
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Ursachen und Risikofaktoren
Angesteckt wird sich fast immer über die Jagd:
- Schnecken: Sie sind der Zwischenwirt und stecken sich über Katzenkot an.
- Transportwirte: Mäuse, Vögel, Eidechsen oder Frösche, die befallene Schnecken gefressen haben, übertragen die Larven auf die jagende Katze.
- Freigang: Katzen mit Auslauf in Gärten mit vielen Schnecken haben das höchste Risiko.
- Alter: Junge Katzen bis etwa zwei Jahre sind häufiger betroffen.
Wohnungskatzen ohne Jagdkontakt erkranken praktisch nie. Von Katze zu Katze gibt es keine direkte Ansteckung.
Besonders tückisch: Auch eine Schnecke, die über das Katzenklo im Garten oder über mitgebrachte Beute in den Haushalt gelangt, kann zur Infektionsquelle werden. In feuchten, schneckenreichen Regionen – etwa nach Regenperioden – ist das Ansteckungsrisiko für jagende Katzen besonders hoch.
Diagnose
Die wichtigste Untersuchung ist die Kotprobe. Die Larven werden mit einem speziellen Ausscheidungsverfahren (Baermann-Verfahren) nachgewiesen; idealerweise untersucht der Tierarzt Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen, weil die Ausscheidung unregelmäßig ist.
Bei Atemwegssymptomen kommen Röntgenaufnahmen der Lunge hinzu, auf denen sich typische Veränderungen zeigen. In manchen Fällen wird eine Spülung der Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage) durchgeführt, um Larven direkt nachzuweisen. Blutuntersuchungen helfen, andere Ursachen auszuschließen.
Ein praktischer Hinweis: Sammle die Kotprobe am besten aus dem Katzenklo ohne viel Streu und bringe sie frisch in die Praxis. Weil die Larvenausscheidung schwankt, kann eine einzelne negative Probe den Befall nicht ausschließen – deshalb werden oft mehrere Proben an aufeinanderfolgenden Tagen untersucht. Bleib dran, auch wenn der erste Test negativ ausfällt, die Symptome aber weiter bestehen.
Katzenversicherungen im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.
*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.
Behandlung
Die gute Nachricht vorweg: Der Lungenwurm bei Katzen lässt sich mit den richtigen Entwurmungsmitteln zuverlässig behandeln. Bewährt haben sich Wirkstoffe wie Emodepsid (als Spot-on) oder Milbemycin/Moxidectin-Präparate, die nach tierärztlicher Dosierung über mehrere Wochen gegeben werden. Gängige Standard-Entwurmungen gegen Spul- und Hakenwürmer reichen nicht aus.
Bei starkem Befall kann die absterbende Wurmmasse die Lunge vorübergehend zusätzlich reizen; der Tierarzt gibt dann begleitend entzündungshemmende Medikamente. Sekundäre bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Nach der Therapie ist eine Kot-Kontrolluntersuchung sinnvoll, um den Erfolg zu prüfen.
Wichtig: Gib keine Entwurmungsmittel aus dem freien Handel auf Verdacht – die falschen Wirkstoffe helfen nicht und belasten die Katze unnötig. Der Tierarzt wählt das Präparat passend zum Nachweis und zum Gewicht deiner Katze.
Pflege und Alltag
Während der Behandlung sollte deine Katze Ruhe bekommen und – wenn möglich – vorerst drinnen bleiben, damit sie keine neuen Larven aufnimmt. Sammle den Kot täglich aus dem Katzenklo und entsorge ihn, damit keine Schnecken im Garten angesteckt werden.
Gib die Medikamente genau nach Plan und über die volle Dauer. Achte auf Hustenfrequenz und Atmung: Werden beide langsam besser, wirkt die Therapie. Bei plötzlicher Atemnot nach Beginn der Entwurmung solltest du den Tierarzt kontaktieren.
Falls deine Katze ein Spot-on bekommt: Trage es direkt auf die Haut im Nacken auf, wo sie es nicht ablecken kann, und halte andere Haustiere bis zum Antrocknen fern. Notiere dir das Datum der nächsten Anwendung – nur eine lückenlose Behandlung bricht den Entwicklungszyklus der Würmer sicher.
Verlauf und Prognose
Die Prognose ist bei behandelten Katzen sehr gut. Die meisten Tiere erholen sich vollständig, leichte Veränderungen im Lungengewebe können zwar bleiben, bereiten aber meist keine Beschwerden. Unbehandelt kann ein starker Befall zu chronischem Husten, Lungenentzündungen und in schweren Fällen zu lebensgefährlicher Atemnot führen – besonders bei Kitten.
Rückfälle sind möglich, wenn die Katze wieder jagt. Deshalb ist eine regelmäßige, auf Lungenwürmer erweiterte Parasitenprophylaxe für Freigänger sinnvoll.
Auch für dich als Halter ist die Erkrankung ungefährlich – ein Grund mehr, sie nicht zu dramatisieren, aber konsequent zu behandeln.
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Vorbeugung
- Entwurme Freigänger regelmäßig mit einem Präparat, das auch gegen Lungenwürmer wirkt – frag deinen Tierarzt nach dem passenden Wirkstoff.
- Verhindere nach Möglichkeit, dass deine Katze Schnecken oder Beutetiere frisst.
- Halte den Garten schneckenarm und räume Katzenkot aus Sandkästen und Beeten.
- Lass bei neu aufgenommenen Katzen mit Vorgeschichte als Freigänger eine Kotprobe untersuchen.
Kosten und Versicherung
Was kostet die Behandlung?
Die genauen Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und hängen von Aufwand, Klinik und Region ab.
Eine Kotuntersuchung mit dem Baermann-Verfahren kostet grob 20 bis 50 Euro, ein Röntgen der Lunge 80 bis 180 Euro. Die Entwurmungsmittel selbst sind mit etwa 15 bis 40 Euro pro Anwendung vergleichsweise günstig.
Übernimmt die Versicherung die Kosten?
Eine Katzenkrankenversicherung oder OP-Versicherung übernimmt in der Regel einen Großteil der Behandlungskosten – je nach Tarif auch Diagnostik, Medikamente und Nachsorge. Prüfe die Leistungen und Wartezeiten deines Tarifs, damit du im Ernstfall abgesichert bist.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Versicherungsberatung im Sinne des §34d GewO; für eine individuelle Beratung wende dich bitte an einen zugelassenen Versicherungsberater.
Weitere Krankheiten und Ratgeber findest du in unserem Überblick über Katzenkrankheiten.
Häufige Fragen
Kann ich mich bei meiner Katze mit Lungenwurm anstecken?
Nein. Die bei Katzen vorkommenden Lungenwürmer sind für Menschen ungefährlich; eine Übertragung von der Katze auf den Menschen ist nicht bekannt.
Reicht eine normale Wurmkur gegen Lungenwürmer?
Nein. Viele Standard-Entwurmungen wirken nicht gegen Lungenwürmer. Nötig sind spezielle Wirkstoffe, die der Tierarzt auswählt.
Woran erkenne ich einen Lungenwurmbefall?
Typisch sind anhaltender Husten, Niesen und Nasenausfluss – vor allem bei Freigängern. Sicherheit bringt nur eine Kotuntersuchung.
Können Wohnungskatzen Lungenwürmer bekommen?
Praktisch nicht, solange sie keinen Kontakt zu Schnecken oder Beutetieren haben. Eine reine Wohnungskatze ohne Auslauf ist kaum gefährdet.
Wie oft sollte ein Freigänger entwurmt werden?
Das hängt vom Jagdverhalten ab. Häufig wird für Jagdfreigänger eine vierteljährliche Entwurmung mit lungenwurm-wirksamen Mitteln empfohlen.
