
Herzwurm bei Katzen (Dirofilariose): Symptome & Schutz
Der Herzwurm bei Katzen wird durch Mücken übertragen – und anders als beim Hund ist er bei Katzen zwar seltener, aber besonders tückisch: Schon einzelne Würmer können schwere Atemnot auslösen, und eine wirksame Abtötung der Würmer ist bei Katzen nicht möglich. Umso wichtiger sind Vorbeugung und frühe Diagnose. Hier erfährst du, wie die Ansteckung funktioniert, welche Symptome warnen und wie du deine Katze schützt – auch in Deutschland.
Das Wichtigste in Kürze
- Was ist es? Infektion mit dem Herzwurm (Dirofilaria immitis), übertragen durch Mücken; die Würmer siedeln in Herz und Lungengefäßen.
- Ursachen: Stich einer infizierten Mücke; Verbreitung v. a. in Südeuropa, zunehmend auch in Mitteleuropa.
- Typische Symptome: Husten, Atemnot, Erbrechen, Leistungsabfall; selten plötzlicher Tod.
- Diagnose: Antigen- und Antikörpertests, Herzultraschall, Röntgen der Lunge.
- Behandlung: Keine sichere Wurmabtötung bei Katzen möglich – symptomatische Therapie und konsequente Prophylaxe stehen im Vordergrund.
Wann zum Tierarzt?
Herzwurmsymptome sind immer ernst: Suche die Praxis auf, wenn deine Katze hustet, schnell oder angestrengt atmet, häufig erbricht oder sichtbar abbaut. Als Notfall gilt: plötzliche schwere Atemnot mit offenem Maul, bläuliche Schleimhäute, Kollaps oder akute Lähmungserscheinungen – ein sterbender Wurm kann ein Gefäß verstopfen, und dann zählt jede Minute. Auch Katzen, die aus Südeuropa adoptiert wurden und nie einen Herzwurmtest hatten, sollten zeitnah durchgecheckt werden, selbst wenn sie gesund wirken.
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Was ist diese Krankheit?
Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) ist ein Parasit, der als erwachsener Wurm in den Lungengefäßen und im Herzen lebt und bis zu 30 Zentimeter lang werden kann. Übertragen wird er ausschließlich durch Mücken: Die Mücke nimmt Larven mit dem Blut einer infizierten Katze oder eines Hundes auf und spritzt sie beim nächsten Stich in einen neuen Wirt. Katzen sind für den Herzwurm ein Fehlwirt – die Würmer entwickeln sich schlechter und bleiben weniger zahlreich als beim Hund, oft nur ein bis drei Stück. Genau das macht die Infektion so gefährlich: Schon der Tod eines einzelnen Wurms kann eine lebensgefährliche Gefäßverstopfung (Thromboembolie) auslösen. Die Folge der Besiedlung ist eine chronische Entzündung der Lungengefäße, die mit einer Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen wie einer Arrhythmie einhergehen kann.
Symptome
Herzwurm bei Katzen: Atemwegs- und Herzsymptome
Das Leitsymptom ist Husten – bei Katzen ohnehin ungewöhnlich und immer abklärungsbedürftig. Dazu kommen schnelle oder angestrengte Atmung, Atemnot nach kleinen Belastungen, pfeifende Atemgeräusche und Leistungsabfall. Viele Katzen wirken schlapp, spielen weniger und schlafen mehr.
Unspezifische und akute Zeichen
Tückisch sind die unspezifischen Zeichen: wiederkehrendes Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust – die Infektion tarnt sich als Magenproblem. Akut lebensgefährlich wird es beim Absterben eines Wurms: plötzliche schwere Atemnot, Kollaps, neurologische Ausfälle oder Lähmungen durch Gefäßverschlüsse; in seltenen Fällen ist der plötzliche Tod das erste Zeichen. Manche infizierte Katzen bleiben dagegen jahrelang symptomfrei.
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Ursachen und Risikofaktoren
Übertragung durch Mücken
Die einzige Infektionsquelle ist der Stich einer infizierten Mücke – es gibt keine Direktübertragung von Katze zu Katze. Hauptverbreitungsgebiete sind Südeuropa (Italien, Spanien, Griechenland), doch mit dem Klimawandel wandern die Würmer nordwärts; auch in Deutschland werden zunehmend Fälle gemeldet. Die Entwicklung vom Larvenstadium bis zum erwachsenen Wurm dauert etwa sechs bis acht Monate.
Risikofaktoren
Das höchste Risiko tragen Katzen, die in Endemiegebieten leben oder von dort adoptiert wurden, sowie Freigänger in mückenreichen Regionen. Aber auch reine Wohnungskatzen sind nicht sicher – Mücken kommen durch Fenster und Türen ins Haus. Fehlende Prophylaxe, Sommeraufenthalte im Süden und warme, feuchte Wetterlagen mit hoher Mückenaktivität erhöhen das Risiko. Jede ungetestete Katze aus dem Auslandstierschutz sollte als potenziell infiziert gelten.
Diagnose
Die Diagnose des Herzwurms bei Katzen ist kniffliger als beim Hund: Der Standard-Antigen-Schnelltest aus dem Blut kann bei wenigen Würmern oder nur männlichen Tieren negativ ausfallen. Deshalb wird er mit einem Antikörpertest kombiniert, der den Kontakt mit dem Parasiten anzeigt – beide Tests zusammen erhöhen die Treffsicherheit erheblich.
Der Herzultraschall kann erwachsene Würmer in den Lungengefäßen manchmal direkt sichtbar machen; das Röntgen der Lunge zeigt die typischen Gefäß- und Entzündungsveränderungen. Ergänzend kommen Blutbild und bei Bedarf weitere Untersuchungen zum Ausschluss anderer Atemwegs- und Herzerkrankungen dazu. Wichtig ist die Kombination aus Reisegeschichte, Symptomen und mehreren Testverfahren – ein einzelner negativer Test schließt die Infektion bei Katzen nicht sicher aus.
Katzenversicherungen im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.
*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.
Behandlung
Warum nicht einfach entwurmen?
Die beim Hund übliche Abtötung der Würmer (Adultizid-Therapie) ist bei Katzen zu gefährlich: Die sterbenden Würmer lösen massive Gefäßverschlüsse und Entzündungsreaktionen aus, die tödlich enden können. Deshalb behandelt man die Katze symptomatisch: Entzündungshemmende Medikamente (Kortikosteroide) lindern die Lungenentzündung, bei Atemnot kommen Sauerstoff und gefäßerweiternde Mittel zum Einsatz. Viele Katzen überleben die Würmer, die nach zwei bis drei Jahren von selbst absterben.
Chirurgie und Notfalltherapie
In schweren Fällen mit vielen Würmern kann in Spezialkliniken die chirurgische Entfernung der Würmer aus der Lungenarterie versucht werden – ein riskanter Eingriff, der nur erfahrenen Teams vorbehalten ist. Akute Krisen nach dem Absterben eines Wurms erfordern intensivmedizinische Versorgung. Parallel zur Behandlung steht immer die sofortige Prophylaxe, damit keine neue Infektion hinzukommt.
Pflege und Alltag
Beim Herzwurm bei Katzen heißt das oberste Gebot zu Hause: Ruhe für die Lunge. Vermeide wilde Spiele, Stress und Hitze – körperliche Anstrengung belastet die verengten Lungengefäße. Gib die entzündungshemmenden Medikamente exakt nach Plan und setze sie nie eigenmächtig ab, auch wenn die Katze besser wirkt. Zähle täglich die Atemfrequenz im Schlaf; dauerhaft über 30 bis 40 Atemzüge pro Minute ist ein Alarmsignal. Beginne sofort mit der konsequenten Herzwurmprophylaxe nach Plan – sie verhindert neue Infektionen, während die alten Würmer sich abnutzen. Kontrolliere Appetit, Gewicht und Verhalten; wiederkehrendes Erbrechen oder Husten gehören zur Kontrolle. Halte Mücken von der Katze fern: Fliegengitter, keine stehenden Wasserstellen in Wohnungsnähe, abends Licht reduzieren. Die Kontrolluntersuchungen mit Test und gegebenenfalls Herzultraschall halbjährlich bis jährlich wahrnehmen – sie zeigen, ob die Katze den Wurm überstanden hat und die Lunge sich erholt.
Verlauf und Prognose
Beim Herzwurm bei Katzen ist die Prognose besser als ihr Ruf: Viele infizierte Katzen überleben die zwei- bis dreijährige Lebensdauer der Würmer und sind danach spontan „selbst entwurmt“ – mit bleibenden Lungenschäden von mild bis moderat. Katzen mit wenigen Würmern und milder Entzündung haben eine gute Chance auf ein weitgehend normales Leben. Die großen Gefahren sind das akute Absterben von Würmern (Thromboembolie) und schwere, langjährige Lungenveränderungen. Unbehandelt und ohne Prophylaxe drohen Reinfektionen und eine fortschreitende Herz-Lungen-Belastung. Nach überstandener Infektion bleibt die Katze nicht immun – die Prophylaxe muss lebenslang weiterlaufen. Regelmäßige Kontrollen zeigen, wann die Tests negativ werden und die Lunge zur Ruhe kommt.
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Vorbeugung
Vorbeugung ist hier alles – denn eine sichere Therapie existiert nicht: Monatliche Herzwurmprophylaxe (als Spot-on oder Tablette) tötet die Larven zuverlässig ab, bevor sie zu Würmern heranwachsen. Das gilt für Katzen in Endemiegebieten ganzjährig und für Reise- und Adoptionskatzen aus dem Süden ohne Ausnahme. Lasse jede Katze aus dem Auslandstierschutz vor oder direkt nach der Ankunft auf Herzwürmer testen – positive Katzen brauchen sofort einen angepassten Behandlungsplan. Reduziere das Mückenrisiko: Fliegengitter, keine stehenden Gewässer auf Balkon und Terrasse, bei starker Mückenzeit abends drinnen halten. Auch reine Wohnungskatzen profitieren von der Prophylaxe in Risikoregionen. Und sprich vor Urlaubsreisen mit der Katze in den Süden die Prophylaxe rechtzeitig in der Praxis an – sie muss vor der ersten möglichen Exposition beginnen.
Kosten und Versicherung
Die Diagnostik mit Antigen- und Antikörpertest liegt etwa bei 60 bis 150 Euro; Herzultraschall und Lungenröntgen schlagen mit weiteren 250 bis 500 Euro zu Buche. Die symptomatische Therapie mit Medikamenten kostet rund 30 bis 80 Euro im Monat; die Prophylaxe liegt bei etwa 10 bis 25 Euro pro Monat. Intensivbehandlung oder chirurgische Wurmentfernung kann 1.000 bis 3.000 Euro kosten.
Die genannten Beträge sind Richtwerte auf Basis der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, einfacher bis zweifacher Satz); die tatsächlichen Kosten hängen von Praxis, Region und Behandlungsaufwand ab. Lass dich vorab über die voraussichtlichen Kosten informieren.
Ob eine Kranken- oder OP-Versicherung für Katzen die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif, den Wartezeiten und davon ab, ob die Erkrankung bereits vor Vertragsbeginn bekannt war. Viele Tarife erstatten Diagnostik, Medikamente und Operationen bis zu einem Jahreslimit; Vorerkrankungen sind meist ausgeschlossen. Prüfe die Bedingungen deines Vertrags und rechne bei langwierigen Erkrankungen mit laufenden Folgekosten.
Einen neutralen Überblick über weitere Erkrankungen und typische Behandlungsthemen findest du in der Übersicht aller Katzenkrankheiten.
Häufige Fragen
Wie steckt sich eine Katze mit Herzwürmern an?
Ausschließlich durch den Stich einer infizierten Mücke – nicht durch Kontakt mit anderen Katzen. Die Würmer wandern über Monate in Herz und Lungengefäße. Hauptverbreitungsgebiet ist Südeuropa, doch die Erreger wandern mit dem Klimawandel weiter nach Norden.
Kann man Herzwürmer bei Katzen behandeln?
Eine direkte Abtötung der Würmer wie beim Hund ist bei Katzen zu gefährlich. Stattdessen wird symptomatisch behandelt (Entzündungshemmer, Sauerstoff bei Atemnot), bis die Würmer nach zwei bis drei Jahren von selbst absterben. Deshalb ist die monatliche Prophylaxe so wichtig.
Sind auch Wohnungskatzen durch Herzwürmer gefährdet?
Ja – Mücken gelangen durch Fenster und Türen in die Wohnung. In Endemiegebieten und für Katzen aus dem Auslandstierschutz ist die Prophylaxe deshalb auch für reine Wohnungskatzen empfohlen; in Deutschland richtet sie sich nach Region und Reiseverhalten.
Woran erkenne ich eine Herzwurminfektion bei meiner Katze?
Warnzeichen sind Husten, schnelle oder angestrengte Atmung, wiederkehrendes Erbrechen und Leistungsabfall – oft wochenlang unspezifisch. Plötzliche schwere Atemnot oder ein Kollaps sind Notfälle. Die Diagnose sichern Antigen- und Antikörpertests plus Herzultraschall.
