German Rex

German Rex Katze mit samtigem gewelltem Fell

Steckbrief

Größe
Mittelgroß; mittellang, kräftig und muskulös, dabei nicht massig
Gewicht
meist ca. 3–5 kg, abhängig von Geschlecht und Körperbau
Lebenserwartung
häufig ca. 12–15 Jahre
Charakter
freundlich, menschenbezogen, lebhaft, verspielt, intelligent und anpassungsfähig
Pflegeaufwand
niedrig bis mittel

Katzenversicherungen im Überblick (Anzeige)

  • Uelzener

    ⭐ 4 / 5 auf Trustpilot

    Selbstbeteiligung: 0 €, 250 €, 500 € oder 1.000 € wählbar

    ✓ Behandlung bei jedem Tierarzt

    Preis: individuell

  • PETPROTECT

    ⭐ 4.2 / 5 auf Trustpilot

    Selbstbeteiligung: Tarifabhängig, im Tarif Exklusiv Plus ohne Selbstbeteiligung wählbar

    ✓ Behandlung bei jedem Tierarzt

    Preis: ab 16,02 €/Monat

  • AGILA

    ⭐ 4.5 / 5 auf Trustpilot

    Selbstbeteiligung: Tarifabhängig, 0 %, 10 % oder 20 % wählbar

    ✓ Behandlung bei jedem Tierarzt

    Preis: ab 8,90 €/Monat

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Einleitung

Die German Rex ist eine seltene deutsche Katzenrasse, deren Markenzeichen ein kurzes, samtiges Wellenfell ohne normale Leithaare ist. Im Gegensatz zu vielen auffällig gezüchteten Rassen wirkt ihr Körperbau erstaunlich natürlich: mittelgroß, muskulös und ausgewogen. Erst beim Berühren wird deutlich, was sie besonders macht. Das Fell fühlt sich weich wie Samt an und liegt in mehr oder weniger ausgeprägten Wellen über dem Körper.

German Rex: die Geschichte beginnt in Berlin

Die moderne Rassegeschichte ist eng mit einer schwarzen Katze verbunden, die später den Namen Lämmchen erhielt. Im Sommer 1951 entdeckte die Ärztin Rose Scheuer-Karpin in einem Krankenhausgarten im Raum Berlin eine auffällig gelockte Katze. Das Personal kannte das Tier bereits seit 1947. Scheuer-Karpin vermutete früh, dass die besondere Fellstruktur auf einer erblichen Mutation beruhte – und lag damit richtig.

Lämmchen wurde zur wichtigsten Stammkatze der heutigen Zucht. Damit besitzt die Rasse einen ungewöhnlich gut dokumentierten Ausgangspunkt. FIFe erkannte die German Rex 1982 offiziell an. Heute wird sie dort unter dem EMS-Code GRX geführt und gehört zur Kategorie 4.

Der Lockenmechanismus ist genetisch untersucht

Das gewellte Fell ist nicht nur optisch beschrieben, sondern genetisch erforscht. Wissenschaftliche Untersuchungen identifizierten eine Variante im LPAR6-Gen, die für die typische Rex-Fellstruktur eine zentrale Rolle spielt. Dieselbe bekannte Variante ist auch bei Cornish Rex nachgewiesen worden und wird autosomal-rezessiv vererbt.

Das bedeutet: Eine Katze benötigt zwei entsprechende Genkopien, damit der typische Lockenphänotyp ausgeprägt wird. UC Davis bietet dafür einen Felltyp-DNA-Test an und führt German Rex ausdrücklich als relevante Rasse. Wichtig ist die Einordnung: Diese Variante beschreibt in erster Linie eine Fellstruktur und ist nicht automatisch eine Krankheit.

Warum sie trotzdem keine Cornish Rex ist

Obwohl beide Rassen denselben bekannten LPAR6-Lockenmechanismus teilen können, unterscheiden sie sich deutlich im Erscheinungsbild. Die Cornish Rex besitzt einen extrem schlanken, hochbeinigen „Windhund“-Körper. Die German Rex bleibt kompakter, runder im Kopf und näher an einem klassischen europäischen Kurzhaartyp.

Auch der Gesamteindruck ist anders: Bei der German Rex soll nichts filigran oder übertrieben wirken. Der FIFe-Standard verlangt einen mittellangen, kräftigen und muskulösen Körper, der ausdrücklich weder massiv noch grob sein soll.

Fell: kurz, seidig, gewellt und ohne Leithaare

FIFe beschreibt das Fell als kurz, samtig, weich und sehr seidig. Die Dichte darf variieren: Manche Tiere tragen ein eher feines, lockeres Haarkleid, andere wirken deutlich dichter. Entscheidend ist die Wellenstruktur über dem Körper.

Ein wesentliches Rassemerkmal ist das Fehlen normaler Leithaare. Dadurch fühlt sich das Fell anders an als bei einer gewöhnlichen Kurzhaarkatze. Auch die Schnurrhaare können gekräuselt sein. Der Standard bewertet die Qualität der Wellen und Textur besonders hoch – allein 40 von 100 Punkten entfallen auf das Fell.

Alle Farben und Muster sind erlaubt

Die German Rex ist farblich außergewöhnlich offen. FIFe erkennt sämtliche Farben und Zeichnungen an, einschließlich Varianten mit Weiß. Dadurch gibt es schwarze, blaue, rote, cremefarbene, getigerte, schildpattfarbene und viele weitere Erscheinungsformen.

German Rex Charakter: schnell vertraut mit ihren Menschen

FIFe beschreibt die Rasse als sehr freundlich, lebhaft, verspielt und intelligent. Besonders typisch ist ihre schnelle Bindung an vertraute Menschen. Viele Tiere möchten am Alltag teilnehmen, ohne dabei permanent hektisch zu wirken.

Sie verbindet Aktivität mit einem relativ natürlichen Temperament: neugierig genug für Spiel und Training, aber nicht so extrem auf Bewegung spezialisiert wie einige orientalische oder sehr athletische Rex-Rassen.

Offizielle Informationen findest du im FIFe-Rasseprofil zur German Rex. Die genetische Grundlage des Lockenfells wird unter anderem beim Veterinary Genetics Laboratory der UC Davis beschrieben.

Pflege und Haltung

Die German Rex Haltung passt gut zu einem Haushalt, der eine kontaktfreudige, aber nicht extrem fordernde Katze sucht. Ihr Körperbau ist beweglich und kräftig, während das dünnere Rex-Fell besondere Anforderungen an Temperatur und Liegeplätze stellt.

Eine normale Wohnung reicht – wenn sie interessant eingerichtet ist

Die Rasse braucht keinen riesigen Wohnraum. Viel wichtiger sind unterschiedliche Ebenen, Beobachtungsplätze und Möglichkeiten zum Spielen. Ein stabiler Kratzbaum, ein Fensterplatz und einige erhöhte Ruheflächen decken bereits viele Bedürfnisse ab.

Da die Katze intelligent und neugierig ist, lohnt sich Abwechslung. Möbel müssen dafür nicht ständig neu gekauft werden. Kartons, Papier, wechselnde Spielsachen und kleine Suchaufgaben verändern die Umgebung ausreichend, wenn sie regelmäßig variiert werden.

Wärme ist wichtiger als bei einer gewöhnlichen Kurzhaarkatze

Durch den fehlenden normalen Deckhaaraufbau isoliert das Fell weniger stark. Die German Rex sucht deshalb häufig warme Plätze und kann empfindlicher auf dauerhaft kühle oder feuchte Umgebung reagieren.

Ein Schlafplatz auf kalten Fliesen ist weniger attraktiv als eine weiche, geschützte Fläche. Besonders im Winter sind Decken, gepolsterte Höhlen und zugfreie Liegeplätze sinnvoll. Kleidung ist in einer normal beheizten Wohnung normalerweise nicht nötig.

Spieltrieb ohne Hochleistungsprogramm

Die Rasse ist lebhaft, aber ihr Körper ist nicht auf extreme Geschwindigkeit spezialisiert. Kurze Fangspiele, kleine Bälle, Federangeln und Futteraufgaben passen gut. Auch einfache Clickerübungen können interessant sein, weil viele Tiere schnell verstehen, was von ihnen erwartet wird.

Statt stundenlanger Auslastung funktionieren mehrere kurze Spielphasen besser. Danach ziehen sich viele Tiere gern zurück und suchen die Nähe ihrer Menschen.

Menschenkontakt ist ein wichtiger Teil der Haltung

FIFe betont die schnelle Bindung an Menschen. Das macht die German Rex zu einer Katze, die gern Gesellschaft hat. Wer fast jeden Tag sehr lange außer Haus ist, sollte deshalb überlegen, ob ein sozial verträglicher Artgenosse sinnvoll ist.

Eine zweite Katze ist jedoch kein Pflichtprogramm. Manche erwachsene Tiere leben als Einzelkatze zufrieden, wenn ihre Bezugspersonen ausreichend Zeit haben und die Katze keine negative Vorgeschichte mit Artgenossen mitbringt.

Kinder und andere Haustiere

Der freundliche, robuste Grundtyp kann gut zu Familien passen. Kinder sollten trotzdem lernen, dass Lockenfell und gekräuselte Schnurrhaare keine Einladung zum Ziehen oder intensiven Anfassen sind.

Auch mit einem ruhigen Hund kann das Zusammenleben funktionieren, wenn beide Tiere langsam aneinander gewöhnt werden. Entscheidend ist das individuelle Temperament, nicht allein die Rasse.

Gesicherter Außenbereich als Bonus

Ein geschützter Balkon oder ein katzensicherer Garten bietet zusätzliche Umweltreize. Bei kühlem, nassem Wetter sollte die Katze jederzeit selbst in einen warmen Innenraum wechseln können.

Die unmittelbar zuvor beschriebene Exotic Shorthair zeigt einen deutlichen Gegensatz: Dort stehen brachycephaler Körperbau und Persian-Verwandtschaft im Mittelpunkt, während die German Rex einen natürlich proportionierten Körper mit besonderem Fell besitzt. Weitere Rassen findest du in der PAWMIO Katzenrassen-Übersicht.

German Rex Katze bei der tierärztlichen Untersuchung

Gesundheit & typische Krankheiten

Bei der German Rex Gesundheit ist vor allem wichtig, zwischen einer genetisch verursachten Fellbesonderheit und einer Erkrankung zu unterscheiden. Das bekannte LPAR6-Merkmal erzeugt die Lockenstruktur, ist aber in den genetischen Datenbanken als Fellphänotyp und nicht als rassetypische Krankheit geführt.

Keine etablierte lange Liste rassetypischer Erbkrankheiten

Für die German Rex ist derzeit keine einzelne schwere Erbkrankheit so eindeutig als rassespezifisches Hauptproblem etabliert wie beispielsweise PKD1 bei Persian-Linien oder bestimmte neuromuskuläre Erkrankungen bei anderen Rassen. Bei einer seltenen Rasse wäre es daher unseriös, eine lange Krankheitsliste aus benachbarten Rex-Rassen zu übernehmen.

Gerade weil der Bestand klein ist, verdienen Zuchtplanung, genetische Vielfalt und bekannte Erkrankungen innerhalb einer konkreten Linie besondere Aufmerksamkeit.

LPAR6: das Lockengen ist kein „Krankheitsgen“

Eine 2013 veröffentlichte Studie identifizierte eine 4-Basenpaar-Deletion im LPAR6-Gen als Ursache für das rexartige Fell bei Cornish Rex; dieselbe Variante wurde auch in der German Rex nachgewiesen. OMIA führt sie als autosomal-rezessiven Fellphänotyp und ausdrücklich nicht als krankheitsbezogen.

Wer sich für die Genetik interessiert, findet die wissenschaftliche Arbeit bei PubMed zur LPAR6-Rexmutation und die aktuelle Zusammenfassung bei OMIA.

Haut und Haarwuchs individuell beobachten

Das dünnere, ungewöhnlich strukturierte Fell kann bei einzelnen Katzen ungleichmäßig wachsen. Kleine dünn behaarte Stellen sind nicht automatisch krankhaft. Werden Bereiche jedoch plötzlich kahl, gerötet, schuppig oder stark juckend, gehört die Ursache abgeklärt.

Pilze, Parasiten, Allergien oder hormonelle Erkrankungen können auch bei Rex-Katzen auftreten und dürfen nicht mit „normalem Rex-Fell“ verwechselt werden.

Kälteempfindlichkeit ist ein Haltungs- und kein Krankheitsproblem

Weil das Haarkleid weniger Schutz bietet, kann die Katze bei Kälte schneller unangenehm auskühlen. Dauerhaft kalte Räume, feuchte Schlafplätze oder langer Aufenthalt draußen bei niedrigen Temperaturen sind deshalb unpassend.

Seltene Population: Familiengeschichte ist besonders wertvoll

Bei einer seltenen Rasse ist die Frage „Welche Krankheiten gab es in dieser Linie?“ oft aussagekräftiger als eine allgemeine Internetliste. Ein guter Züchter kennt Lebensalter, Todesursachen und wichtige Diagnosen seiner erwachsenen und älteren Tiere.

Auch ein niedriger Inzuchtgrad und ein sinnvoll aufgebauter Stammbaum sind wichtige Qualitätsmerkmale. Genetische Vielfalt kann nicht allein durch einen einzelnen DNA-Test ersetzt werden.

Vorsorge am tatsächlichen Alter orientieren

Bei jungen Erwachsenen stehen Zähne, Gewicht und allgemeine Untersuchung im Vordergrund. Im mittleren und höheren Alter werden Blutdruck sowie Blut- und Urinuntersuchungen zunehmend interessant. So lassen sich häufige Katzenkrankheiten früh entdecken, auch wenn sie nichts mit der Rasse zu tun haben.

Wann sollte eine German Rex zum Tierarzt?

Anhaltender Juckreiz, neue kahle Stellen, deutlicher Gewichtsverlust, Atemprobleme, wiederkehrendes Erbrechen oder eine ungewöhnliche Veränderung des Verhaltens sollten untersucht werden. Ein seltenes Rasseetikett ändert nichts daran, dass die häufigsten medizinischen Probleme oft dieselben sind wie bei anderen Hauskatzen.

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Ernährung

Für die German Rex Ernährung gibt es keine nachgewiesene Spezialdiät. Weder das Lockenfell noch die LPAR6-Variante verlangen ein besonderes Futtermittel. Entscheidend ist, dass die Katze ihre Muskulatur erhält und weder zu dünn noch zu schwer wird.

Der Körper soll kräftig, aber nicht rund gefüttert sein

Der FIFe-Standard beschreibt einen muskulösen Körper, der ausdrücklich nicht plump wirken soll. Das ist ein guter praktischer Maßstab für die Fütterung. Rippen sollten ertastbar bleiben, während Brust und Hinterhand eine feste Muskulatur zeigen.

Wärmebedarf nicht mit „mehr Futter“ verwechseln

Rex-Katzen suchen häufig warme Plätze. Daraus folgt nicht automatisch, dass sie dauerhaft eine deutlich höhere Kalorienmenge benötigen. In einer normal beheizten Wohnung wird der Energiebedarf stärker durch Alter, Aktivität und Kastrationsstatus bestimmt als durch die Fellstruktur allein.

Feuchtes Futter kann die Wasseraufnahme erleichtern

Viele Katzen trinken von sich aus relativ wenig. Ein hoher Wasseranteil im Futter kann deshalb praktisch sein. Trockenfutter kann ebenfalls Teil der Fütterung sein, sollte aber mengenmäßig kontrolliert werden.

Statt pauschal einen Trinkbrunnen zu kaufen, lohnt es sich, die Vorlieben der eigenen Katze zu beobachten. Manche trinken gern aus breiten Keramikschalen, andere bevorzugen mehrere kleine Wasserstellen im Wohnraum.

Training kann mit der normalen Tagesration arbeiten

Da die German Rex intelligent und lernbereit ist, lässt sich Futter gut als Belohnung einsetzen. Dafür muss nicht jedes Training zusätzliche Snacks erzeugen. Ein Teil der normalen Portion kann für Clickerübungen oder Suchspiele reserviert werden.

Fellqualität reagiert auf allgemeine Gesundheit

Ein ungewöhnlich stumpfes, fettiges oder brüchiges Haarkleid kann ein Hinweis darauf sein, dass etwas nicht stimmt. Nährstoffmangel ist nur eine mögliche Ursache; auch Hautprobleme oder andere Erkrankungen kommen infrage. Einfach immer mehr Öl oder Supplemente ins Futter zu geben, ist keine gute Lösung.

Supplemente nur bei konkretem Grund

Ein vollständiges Alleinfutter enthält bereits die notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Taurinmengen. Zusätzliche Präparate sollten nicht allein wegen des Lockenfells gegeben werden. Bei selbstgekochten Rationen ist dagegen eine fachgerechte Berechnung unverzichtbar.

Verhalten & Training

Der German Rex Charakter lässt sich gut mit „nahbar, wach und verspielt“ beschreiben. Die Katze beobachtet ihre Menschen genau und versteht schnell wiederkehrende Abläufe. Dabei bleibt sie meist weniger extrem als Rassen, die entweder sehr laut oder nahezu pausenlos in Bewegung sind.

Schnelle Bindung zeigt sich im Alltag

Viele Tiere wählen bevorzugte Plätze dort, wo gerade jemand arbeitet, liest oder kocht. Sie müssen nicht ständig auf dem Schoß liegen, möchten aber häufig wissen, was passiert. Diese soziale Präsenz ist eines der Merkmale, die FIFe im Rasseprofil besonders hervorhebt.

Intelligenz praktisch nutzen

Transportboxtraining, Rückruf im Haus, Targettraining oder freiwilliges Pfotenzeigen sind sinnvolle Übungen. Die German Rex kann Tricks lernen, aber Training muss keinen Zirkuscharakter haben. Praktische Kooperation macht Tierarztbesuche und Pflege langfristig einfacher.

Wechselnde Aufgaben statt identischer Routine

Eine intelligente Katze erkennt sehr schnell, wenn ein Futterspiel immer gleich funktioniert. Kleine Veränderungen – ein anderer Standort, eine neue Öffnung oder ein neues Signal – reichen oft, um die Aufgabe wieder interessant zu machen.

Spiel mit Körperkontakt kombinieren

Nach aktiven Sequenzen suchen viele Tiere gern Wärme und Nähe. Ein typischer Ablauf kann deshalb aus fünf Minuten Jagdspiel und anschließendem gemeinsamen Ruhen bestehen. Diese Mischung passt gut zu ihrem menschenbezogenen Temperament.

Keine Strafen für neugieriges Verhalten

Wenn eine Katze auf den Tisch springt oder Gegenstände untersucht, folgt sie zunächst ihrem normalen Erkundungsverhalten. Attraktive Alternativen funktionieren besser als Anschreien oder körperliche Korrektur. Ein eigener erhöhter Platz in der Nähe kann beispielsweise spannender sein als die Küchenarbeitsfläche.

Verhalten verändert sich bei Unwohlsein

Eine sonst kontaktfreudige Katze, die plötzlich Abstand hält, mehr schläft oder Berührungen vermeidet, sollte beobachtet werden. Gerade bei einem sozial konstanten Tier sind solche Abweichungen oft früher erkennbar als sichtbare körperliche Symptome.

German Rex Katze beim Spielen in der Wohnung

Fell- und Körperpflege

Die German Rex Fellpflege folgt einer ungewöhnlichen Regel: Je spektakulärer das Fell aussieht, desto weniger aggressiv sollte man es bearbeiten. Das kurze Wellenhaar ist fein und weich. Starkes Bürsten kann die charakteristische Struktur eher stören als verbessern.

Mit den Fingern statt mit harter Bürste

Bei vielen Tieren reicht es, lose Haare vorsichtig mit der Hand oder einem sehr weichen Pflegehandschuh aufzunehmen. Ein feiner Kamm kann gelegentlich verwendet werden, sollte aber nicht mit Kraft durch das Fell gezogen werden.

Die Welle soll erhalten bleiben

Das Ziel der Pflege ist nicht, das Fell glatt zu ziehen. Im Gegenteil: Die natürliche Wellenstruktur gehört zum wichtigsten Merkmal der Rasse. Nach intensiver mechanischer Bearbeitung kann das Haarkleid vorübergehend flacher oder unruhiger aussehen.

Haardichte kann von Katze zu Katze variieren

FIFe erlaubt ausdrücklich unterschiedliche Felldichten. Ein Tier kann ein dünneres, sehr weiches Haarkleid tragen, während ein anderes wesentlich voller wirkt. Unterschiedliche Dichte ist daher nicht automatisch ein Qualitäts- oder Gesundheitsproblem.

Baden nur bei tatsächlichem Bedarf

Regelmäßige Bäder sind nicht notwendig. Ist die Haut fettig oder das Fell stark verschmutzt, kann ein mildes Katzenshampoo eingesetzt werden. Danach sollte die Katze gründlich getrocknet und warmgehalten werden.

Hautkontrolle ist wichtiger als Styling

Das kurze Fell macht viele Hautstellen gut sichtbar. Das ist ein Vorteil: Rötungen, Krusten oder kahle Bereiche können früh auffallen. Bei Juckreiz oder wiederkehrenden Veränderungen sollte nicht nur mit Pflegeprodukten experimentiert werden.

Schnurrhaare niemals kürzen

Gekräuselte Schnurrhaare gehören zum Rex-Typ. Sie sehen manchmal kürzer oder unregelmäßiger aus, erfüllen aber weiterhin wichtige sensorische Funktionen. Schneiden oder „Begradigen“ ist unnötig und sollte unterbleiben.

Ohren, Krallen und Zähne separat beurteilen

Die Fellstruktur macht keine besondere Ohrreinigung notwendig. Ohren werden nur bei sichtbarer Verschmutzung gepflegt. Krallen und Zähne folgen denselben Grundprinzipien wie bei anderen Katzen und sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Hinweise für Katzenhalter

Wer eine German Rex kaufen möchte, sucht eine ausgesprochen seltene Rasse. Gerade deshalb sollte die Entscheidung nicht davon abhängen, möglichst schnell irgendein Kitten zu finden. Bei kleinen Populationen sind transparente Abstammung, langfristige Gesundheit und verantwortungsvolle Zuchtplanung besonders wichtig.

German-Rex-Züchter: nach Liniengesundheit fragen

Ein guter Züchter kann nicht nur die Eltern zeigen, sondern auch etwas über ältere Verwandte erzählen. Wie alt wurden Großeltern? Welche Krankheiten traten auf? Gab es Hautprobleme, Immunschwächen oder ungewöhnlich frühe Todesfälle? Solche Informationen sind bei einer seltenen Rasse wertvoll.

Der Stammbaum ist mehr als ein Herkunftsnachweis

Er dokumentiert, wie eng Tiere miteinander verwandt sind. Ein Zuchtprogramm sollte nicht allein auf das perfekte Lockenfell ausgerichtet sein. Körperbau, Temperament und genetische Vielfalt müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Lockenstärke ist kein Gesundheitsmaßstab

FIFe erlaubt Unterschiede in der Felldichte. Ein sehr stark gelocktes oder besonders dichtes Tier ist daher nicht automatisch gesünder oder „besser“. Käufer sollten Felloptik nicht über Hautgesundheit und Gesamtzustand stellen.

German Rex und Cornish Rex nicht verwechseln

Die beiden Rassen teilen genetische Grundlagen der Lockenstruktur, sehen aber deutlich verschieden aus. Die German Rex besitzt einen kräftigeren, natürlicheren Körper und einen runden Kopf. Eine seriöse Zucht dokumentiert eindeutig, welche Rasse angeboten wird.

Keine sichere „Allergikerkatze“

Wenig oder ungewöhnlich strukturiertes Haar macht eine Katze nicht hypoallergen. Allergene stammen vor allem aus Speichel und Hautsekreten. Menschen mit Katzenallergie sollten deshalb vor dem Kauf mehrfach Zeit mit erwachsenen Tieren verbringen.

Wartezeit gehört bei einer seltenen Rasse dazu

Ein verantwortungsvoller Wurfplan richtet sich nicht nach ständiger Verfügbarkeit. Wer genau diese Rasse möchte, muss möglicherweise länger auf ein geeignetes Kitten warten oder weiter fahren. Das ist sinnvoller als ein Kauf bei einem Anbieter ohne nachvollziehbare Zuchtunterlagen.

Kosten entstehen vor allem über die Lebenszeit

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Futter, Streu, Vorsorge, Zahnbehandlung, Impfungen und mögliche Diagnostik laufen über viele Jahre. Die German Rex benötigt zwar keine teure Spezialausstattung, aber dieselbe finanzielle Absicherung wie jede andere Katze.

Passt die German Rex zu mir?

Sie eignet sich gut für Menschen, die eine freundliche, intelligente und verspielte Katze suchen, ohne einen extremen Körper- oder Charaktertyp zu wollen. Wer gern mit seiner Katze interagiert, aber auch ruhige gemeinsame Phasen schätzt, findet hier oft eine passende Mischung.

Weniger geeignet ist sie für dauerhaft kalte Haltung, sehr lange tägliche Isolation oder einen Haushalt, in dem eine Katze hauptsächlich dekorativ präsent sein soll. Ihre Stärke liegt gerade in der sozialen Beziehung zu ihren Menschen.

Häufige Fragen

Ihr wichtigstes Merkmal ist das kurze, samtige und gewellte Fell ohne normale Leithaare. FIFe bewertet Fellwellen, Qualität und Textur besonders stark. Gleichzeitig besitzt die Rasse einen vergleichsweise natürlichen, muskulösen Körperbau.
Die moderne Zucht geht auf die schwarze Katze Lämmchen zurück, die Rose Scheuer-Karpin 1951 in einem Krankenhausgarten im Raum Berlin entdeckte. Das Tier war dort bereits seit 1947 bekannt. FIFe erkannte die Rasse 1982 offiziell an.
Die bekannte LPAR6-Variante für das Lockenfell kommt in beiden Rassen vor und wird autosomal-rezessiv vererbt. Trotzdem sind es eigenständige Rassen mit deutlich unterschiedlichem Körperbau und Rassestandard.
Eine einzelne schwere rassespezifische Erbkrankheit ist derzeit nicht klar etabliert. Das bekannte LPAR6-Lockenmerkmal ist ein Fellphänotyp und keine Krankheit. Wegen der kleinen Population sind Liniengesundheit und genetische Vielfalt besonders wichtig.
Als typische Größenordnung werden häufig etwa 12 bis 15 Jahre genannt. Die individuelle Lebensdauer hängt stärker von genetischer Ausgangslage, Haltung, Körpergewicht, Vorsorge und allgemeiner Gesundheit ab als vom Rassenamen allein.
Wenig. Das feine Lockenfell sollte vorsichtig behandelt und nicht aggressiv gebürstet werden. Häufig reichen Hand oder ein sehr weicher Pflegehandschuh. Baden ist nur bei tatsächlicher Verschmutzung oder stärkerer Hautfettung nötig.
Nicht zuverlässig. Auch Katzen mit wenig oder lockigem Fell produzieren Allergene über Speichel und Haut. Wer eine bekannte Katzenallergie hat, sollte die eigene Reaktion vor einer Anschaffung mehrfach mit erwachsenen Tieren testen.
Sie kann aufgrund des dünneren Rex-Fells empfindlicher auf kalte und feuchte Umgebung reagieren. In einer normal beheizten Wohnung genügen meist warme, zugfreie Schlafplätze und Decken. Dauerhaft kalte Haltung ist ungeeignet.

Weitere Ratgeber für Katzenhalter

Nach oben