Verstopfung

Das Wichtigste in Kürze

Harter Kot und schmerzhaftes Pressen können zu einer Verstopfung passen. Erfolgloses Pressen im Katzenklo kann aber auch ein gefährliches Harnproblem sein.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Wenn kein Urin kommt oder unklar ist, ob die Katze urinieren kann, sofort abklären lassen. Ebenso bei Erbrechen, starkem Bauchschmerz oder deutlicher Schwäche.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Bei wiederholtem Pressen, schmerzhaftem oder ausbleibendem Kotabsatz heute die Praxis kontaktieren. Keine Einläufe oder Abführmittel auf eigene Faust geben.

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Verstopfung bei der Katze ist ein häufiges Problem, besonders bei älteren und übergewichtigen Tieren. Der Kot bleibt zu lange im Dickdarm, wird trocken und hart und lässt sich nur schwer absetzen. Die meisten Katzen setzen laut der britischen Tierschutzorganisation PDSA ein- bis dreimal täglich Kot ab, Kitten öfter. Hat deine Katze Verstopfung, solltest du das ernst nehmen. Unbehandelt kann sie sich verschlimmern und zu einer dauerhaften Erweiterung des Dickdarms führen. Hier erfährst du, wie du Verstopfung erkennst, was dahintersteckt und wie du deiner Katze hilfst.

Woran erkennst du Verstopfung bei der Katze?

  • Deine Katze presst länger als sonst, ohne dass viel herauskommt.
  • Sie geht immer wieder in die Katzentoilette und wieder hinaus.
  • Der Kot ist sehr hart, trocken und klein wie Kügelchen.
  • Manchmal kommt nur etwas flüssiger Kot. Das kann wie Durchfall aussehen.
  • Sie miaut beim Kotabsatz vor Schmerz.
  • Du siehst etwas Blut am Kot oder rund um den After.
  • Sie putzt sich auffällig oft am Hinterteil.
  • Sie wirkt matt, frisst weniger oder erbricht.

Katze Verstopfung: Was steckt dahinter?

Das MSD Veterinary Manual nennt als häufigste Ursache schlecht verdauliches Material wie Haare, Knochen oder Katzenstreu. Es vermischt sich mit dem Kot und wird zu einem harten Pfropf. Begünstigt wird das durch:

  • Flüssigkeitsmangel: Katzen trinken oft wenig. Eine chronische Nierenerkrankung, Diabetes oder bestimmte Medikamente wie Entwässerungsmittel verstärken den Wassermangel.
  • Übergewicht und Alter: Ältere, übergewichtige Katzen mit schwacher Darmbewegung sind häufiger betroffen.
  • Schmerzen: Arthrose in Hüfte oder Wirbelsäule macht das Hocken unangenehm. Die Katze hält den Kot dann zurück.
  • Stress und Katzentoilette: Eine schmutzige Toilette, ein ungünstiger Standort oder Konflikte mit anderen Tieren führen dazu, dass deine Katze den Kotabsatz vermeidet.
  • Hindernisse: Ein verschluckter Gegenstand, ein Haarballen, ein Tumor oder eine Engstelle können den Darm blockieren. Im Extremfall entsteht ein Darmverschluss. Auch ein schlecht verheilter Beckenbruch kann den Weg verengen.
  • Megakolon: Beim Megakolon ist der Dickdarm stark erweitert und hat seine Muskelkraft verloren. Die Ursache bleibt oft unbekannt.
  • Nerven und Stoffwechsel: Verletzungen des Rückenmarks und Störungen im Salzhaushalt können die Darmbewegung lähmen.

Findet der Tierarzt keine konkrete Ursache, spricht er von einer idiopathischen Verstopfung.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Die PDSA rät, bei Verdacht auf Verstopfung umgehend die Tierarztpraxis zu kontaktieren. Besonders dringend ist es, wenn:

  • deine Katze erbricht, nicht mehr frisst oder sehr matt ist
  • der Bauch hart oder schmerzhaft ist
  • sie trotz starken Pressens gar keinen Kot absetzt
  • die Verstopfung immer wiederkehrt

Achtung, Verwechslungsgefahr: Eine Katze, die beim Kotabsatz presst, sieht ähnlich aus wie eine Katze, die nicht urinieren kann. Laut PDSA hilft die Schwanzhaltung. Beim Kotabsatz wird der Schwanz oft angehoben, beim Urinieren eher gesenkt. Kann ein Kater keinen Urin absetzen, ist das ein Notfall. Laut Cornell Feline Health Center kann ein vollständiger Harnröhrenverschluss in weniger als 24 bis 48 Stunden zum Tod führen. Informationen für den Ernstfall findest du unter Notfall und Erste Hilfe.

Was du zu Hause tun kannst – und was nicht

Bei leichter Verstopfung und einer sonst fitten Katze helfen diese Maßnahmen, am besten in Absprache mit deinem Tierarzt:

  • Mehr Flüssigkeit: Biete Nassfutter an und stell mehrere Wasserstellen auf. Manche Katzen trinken lieber aus einem Trinkbrunnen.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffreiches Futter oder Zusätze wie Flohsamenschalen oder Kürbis können die Darmtätigkeit fördern. Zu viel davon kann allerdings Durchfall auslösen.
  • Bewegung: Spiel regelmäßig mit deiner Katze und achte auf ein gesundes Gewicht. Hilfe bietet unser Futterrechner.
  • Katzentoilette: Halte sie sauber und stell sie an einen ruhigen Ort. Als Faustregel gilt eine Toilette pro Katze plus eine.
  • Fellpflege: Bürste Langhaarkatzen regelmäßig, damit sie weniger Haare schlucken und das Fell am After nicht verfilzt.

Das solltest du nicht tun:

  • Gib keine Abführmittel oder Einläufe für Menschen. Phosphathaltige Einläufe sind für Katzen lebensgefährlich.
  • Gib Abführmittel für Katzen nur nach tierärztlicher Anweisung.
  • Gib kein Paraffinöl ins Maul. Es kann in die Lunge gelangen.

So untersucht der Tierarzt

Der Tierarzt erfragt, seit wann deine Katze keinen Kot mehr abgesetzt hat, welche Medikamente sie bekommt und ob sie Unfälle hatte. Beim Abtasten des Bauchs spürt er oft den harten Kot im Dickdarm. Dazu kommen eine rektale und eine neurologische Untersuchung. Röntgenbilder zeigen, wie viel Kot sich angestaut hat, ob Knochen oder Fremdkörper beteiligt sind und ob das Becken verengt ist. Bei wiederkehrender Verstopfung folgen Blutbild, Blutchemie, Schilddrüsenwert und Urinuntersuchung, um Nierenleiden oder Stoffwechselstörungen zu finden. Behandelt wird mit Flüssigkeit, Abführmitteln, Einläufen und Mitteln, die die Darmbewegung anregen. Schwere Fälle müssen in Narkose ausgeräumt werden. Beim Megakolon kann eine Teilentfernung des Dickdarms nötig sein.

Was kostet die Abklärung?

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im 1- bis 3-fachen Satz. Die Beträge sind netto, zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer. Mehr erfährst du in unserem Beitrag zur GOT-Gebührenordnung.

Leistung (GOT-Nr.) 1-facher Satz 3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung mit Beratung (16) 23,62 € 70,86 €
Röntgen, 2 Aufnahmen (166) 53,06 € 159,18 €
Blutentnahme venös (627) 10,26 € 30,78 €
Blutchemie, 10 Parameter (611) 61,60 € 184,80 €
Sedierung per Injektion (302) 19,78 € 59,34 €
Ultraschall (180) 58,92 € 176,76 €

Untersuchung und zwei Röntgenaufnahmen kosten im einfachen Satz 76,68 € netto, also 91,25 € brutto. Im 3-fachen Satz sind es 230,04 € netto, also 273,75 € brutto. Einläufe, Narkose, Infusionen und Medikamente kommen hinzu. Im Notdienst gilt mindestens der 2-fache Satz plus 50 € Notdienstgebühr. Mehr Beispiele findest du unter Röntgen bei der Katze und Tierarztkosten Katze. Einen neutralen Überblick zur Absicherung bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

  • Sorge für genug Flüssigkeit, etwa durch Nassfutter und mehrere Wasserstellen.
  • Halte deine Katze schlank und aktiv.
  • Bürste das Fell regelmäßig, besonders bei Langhaarkatzen.
  • Biete genug saubere Katzentoiletten an ruhigen Plätzen an.
  • Lass chronische Erkrankungen wie Nierenleiden gut einstellen.

Häufige Fragen zu: Katze Verstopfung

Wie oft muss eine Katze Kot absetzen?

Die meisten Katzen setzen ein- bis dreimal täglich Kot ab, Kitten häufiger. Ändert sich das deutlich, sprich mit deinem Tierarzt.

Wie lange darf eine Katze keinen Kot absetzen?

Die australische Tierklinik Lort Smith rät zum Tierarztbesuch, wenn eine Katze innerhalb von 24 bis 48 Stunden keinen Kot absetzt. Zeigt sie Schmerzen, Erbrechen oder Mattigkeit, solltest du nicht so lange warten.

Was ist der Unterschied zwischen Verstopfung und Megakolon?

Verstopfung bedeutet, dass der Kot schwer abgeht. Beim Megakolon ist der Dickdarm dauerhaft erweitert und kann den Kot nicht mehr selbst weitertransportieren. Es kann sich aus schweren Verstopfungen entwickeln, die nicht auf die Behandlung ansprechen.

Kann ich meiner Katze selbst einen Einlauf machen?

Nur nach Anleitung durch den Tierarzt und mit einem Mittel, das er empfiehlt. Einläufe für Menschen können für Katzen gefährlich sein.

Quellen

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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Mögliche Ursachen

Diese Erkrankungen können hinter dem Symptom stecken. Die Diagnose stellt immer der Tierarzt.

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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