Blut im Urin

Das Wichtigste in Kürze

Blut im Urin kann bei Erkrankungen der Harnwege auftreten. Es sollte auch ohne erkennbare Schmerzen untersucht werden.

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🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Bei erfolglosem Pressen auf Urin, starken Schmerzen oder Kollaps sofort zum Notdienst.

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Rötlicher, rosafarbener oder bräunlicher Urin ist für viele Halter ein Schreckmoment. Blut im Urin beim Hund ist immer ein Zeichen dafür, dass in Nieren, Harnleitern, Blase oder Harnröhre etwas nicht stimmt. Am häufigsten stecken eine Blasenentzündung oder Harnsteine dahinter. Seltener sind Tumoren oder Verletzungen die Ursache. Manchmal ist das Blut so wenig, dass du es gar nicht siehst und erst ein Urintest es nachweist. Hier erfährst du, welche Ursachen infrage kommen, wann es eilt und wie du eine Urinprobe richtig mitbringst.

Hund Blut im Urin: Was steckt dahinter?

Blasenentzündung

Die bakterielle Blasenentzündung beim Hund ist eine der häufigsten Ursachen. Laut MSD Veterinary Manual zeigt sie sich durch häufiges, schmerzhaftes oder erschwertes Urinieren und Pfützen an ungewohnten Stellen. Das Blut ist oft am Ende des Harnstrahls besser zu sehen. Hündinnen sind anfälliger als Rüden. Ein höheres Risiko haben auch Hunde, die lange Kortison bekommen oder an Cushing-Syndrom, Diabetes mellitus oder einer Nierenerkrankung leiden. Manche Hunde zeigen gar keine Beschwerden.

Harnsteine

Bei Harnsteinen beim Hund reiben Steine oder Kristalle an der Blasenwand. Die häufigsten Arten bestehen laut MSD Veterinary Manual aus Struvit, Kalziumoxalat oder Urat. Typisch sind schmerzhaftes, langsames Urinieren und Blut im Urin. Gefährlich wird es, wenn ein Stein in die Harnröhre rutscht und sie verstopft. Das passiert vor allem bei Rüden.

Tumoren

Blut im Urin ist laut MSD Veterinary Manual das häufigste Zeichen für Krebs der unteren Harnwege. Die häufigste bösartige Form ist das Übergangszellkarzinom. Betroffene Hunde sind im Durchschnitt 9 Jahre alt. Hinweise sind auch Harnwegsinfekte, die trotz Antibiotika nicht abheilen.

Weitere Ursachen

Verletzungen durch Unfälle, Nierentumoren, Prostataerkrankungen bei Rüden, Gerinnungsstörungen etwa durch Rattengift und Blutungen aus der Scheide bei läufigen Hündinnen können ebenfalls roten Urin vortäuschen oder verursachen. Bei Verdacht auf Rattengift hilft dir der Gift-Check.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Am gefährlichsten ist ein Harnröhrenverschluss. Das MSD Veterinary Manual nennt ihn einen Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss. Fahr direkt in eine Praxis oder Klinik, wenn

  • dein Hund immer wieder versucht zu urinieren, aber nur tröpfchenweise oder gar nichts kommt,
  • er beim Urinieren vor Schmerzen jault oder sich krümmt,
  • er erbricht, nicht frisst oder sehr matt ist,
  • der Bauch hart und schmerzhaft ist,
  • der Urin nach einem Unfall blutig ist,
  • zusätzlich Blutungen an Zahnfleisch, Haut oder im Kot auftreten.

Blut im Urin bei einem ansonsten munteren Hund ist kein akuter Notfall, sollte aber zeitnah untersucht werden. Mehr zur Ersten Hilfe liest du unter Notfall und Erste Hilfe für Hund und Katze.

Was du zu Hause tun kannst und was nicht

  • Beobachten: Wie oft uriniert dein Hund, wie viel kommt, ist das Blut am Anfang, am Ende oder durchgehend zu sehen?
  • Urinprobe sammeln: Fang etwas Urin in einem sauberen Gefäß auf. Laut MSD Veterinary Manual ist frischer Urin am besten geeignet, denn Verzögerungen können Ergebnisse verfälschen. Bewahre die Probe im Kühlschrank auf und sag dem Tierarzt, wann du sie gesammelt hast.
  • Wasser anbieten: Frisches Wasser sollte immer bereitstehen.
  • Häufig rauslassen: Gib deinem Hund oft Gelegenheit, sich zu lösen.
  • Keine Antibiotikareste: Eine unpassende oder zu kurze Behandlung kann Resistenzen fördern und die Diagnose erschweren.
  • Keine Medikamente für Menschen und keine Hausmittel wie Cranberrysaft ohne Rücksprache.

So untersucht der Tierarzt

Der Tierarzt tastet Bauch, Nieren und Blase ab und untersucht die Geschlechtsorgane. Bei Rüden kann eine rektale Untersuchung der Prostata dazukommen. Zentral ist die Urinuntersuchung. Sie zeigt Blut, Eiweiß, Zucker, Konzentration und im Sediment Zellen, Bakterien und Kristalle.

Für eine Bakterienkultur entnimmt der Tierarzt den Urin am liebsten per Blasenpunktion. Dabei wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke direkt in die Blase geführt. Laut MSD Veterinary Manual ist das die bevorzugte Methode für die Kultur. Mit Röntgen lassen sich Steine ab einer Größe von 3 Millimetern erkennen, Ultraschall ergänzt das Röntgen und hilft auch, Tumoren der Blase zu erkennen. Je nach Befund folgen Blutuntersuchungen, Kontrastaufnahmen oder eine Blasenspiegelung unter Narkose.

Eine einfache Blasenentzündung wird laut MSD Veterinary Manual etwa 2 Wochen mit Antibiotika behandelt, danach wird der Urin kontrolliert. Harnsteine werden je nach Art mit Spezialfutter, Medikamenten, Zertrümmerung oder Operation behandelt.

Was kostet die Abklärung?

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), im einfachen bis dreifachen Satz zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer. Typische Positionen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), netto:

Leistung (GOT-Nr.) 1-facher Satz 3-facher Satz
Allgemeine Untersuchung mit Beratung (16) 23,62 € 70,86 €
Punktion, z. B. der Blase (103) 20,54 € 61,62 €
Ultraschalldiagnostik (180) 58,92 € 176,76 €
Röntgen, 1. und 2. Aufnahme je (166) 26,53 € 79,59 €
Blutprobenentnahme venös (627) 10,26 € 30,78 €

Beispiel im einfachen Satz: Untersuchung, Blasenpunktion und Ultraschall ergeben 103,08 € netto, also 122,67 € brutto. Urinuntersuchung, Bakterienkultur und Medikamente kommen hinzu. Im Notdienst gilt mindestens der 2-fache bis 4-fache Satz plus 50 € Notdienstgebühr. Mehr zum Ultraschall findest du unter Ultraschall beim Hund: Kosten. Einen neutralen Überblick bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

  • Lass deinen Hund tagsüber oft genug raus. Häufiges Urinieren kann laut MSD Veterinary Manual helfen, erneuten Infekten vorzubeugen.
  • Hatte dein Hund schon Harnsteine, lass sie analysieren. Nur so kann der Tierarzt die passende Vorbeugung, etwa ein Spezialfutter, empfehlen.
  • Bei wiederkehrenden Infekten nach Grunderkrankungen wie Diabetes oder Cushing-Syndrom suchen lassen.
  • Informiere deinen Tierarzt über alle Medikamente, denn manche erhöhen das Infektrisiko.

Häufige Fragen zu Blut im Urin beim Hund

Kann Blut im Urin von allein weggehen?

Manchmal verschwinden die Beschwerden kurzzeitig, die Ursache bleibt aber. Unbehandelte Infekte können laut MSD Veterinary Manual bis in die Nieren aufsteigen.

Ist roter Urin immer Blut?

Nicht immer. Auch Blutfarbstoff aus zerfallenen roten Blutkörperchen oder Blutungen aus der Scheide können den Urin färben. Ein Urintest klärt das.

Warum sind Hündinnen häufiger betroffen?

Hündinnen bekommen laut MSD Veterinary Manual häufiger Harnwegsinfekte als Rüden. Rüden sind dafür häufiger von Harnröhrenverschlüssen durch Steine betroffen.

Wie bringe ich am besten eine Urinprobe mit?

Sammle möglichst frischen Morgenurin in einem sauberen Gefäß, kühle ihn und bring ihn zügig in die Praxis. Für eine Bakterienkultur nimmt der Tierarzt oft selbst eine Probe per Punktion.

Quellen

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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