
Persistierender Ductus arteriosus (PDA) beim Hund: Der angeborene Herzfehler, der heilbar ist
Dein Welpe oder junger Hund wirkt müder als seine Geschwister, wächst langsamer – und der Tierarzt hört ein auffälliges, „maschinenartiges“ Herzgeräusch? Dann könnte ein persistierender Ductus arteriosus (PDA) dahinterstecken. Das ist einer der häufigsten angeborenen Herzfehler beim Hund – und gleichzeitig die gute Nachricht schlechthin: Er ist einer der wenigen Herzfehler, die sich komplett heilen lassen.
Der Ductus arteriosus ist ein Gefäß, das jeder Welpe vor der Geburt braucht: Es verbindet die Hauptschlagader (Aorta) mit der Lungenschlagader und leitet das Blut an der noch nicht funktionierenden Lunge vorbei. Nach der Geburt, mit dem ersten Atemzug, sollte sich dieses Gefäß innerhalb weniger Tage verschließen. Beim PDA bleibt es offen – Blut fließt dauerhaft von der Aorta in die Lungenschlagader zurück und überlastet Lunge und Herz.
Unbehandelt entwickeln die meisten betroffenen Hunde innerhalb der ersten Lebensjahre eine Herzinsuffizienz – viele sterben früh. Rechtzeitig erkannt und verschlossen, hat dein Hund dagegen eine völlig normale Lebenserwartung. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die ersten Anzeichen erkennst, wie die Diagnose läuft, welche Operationsmethoden es gibt, was sie kosten und wie die Prognose nach dem Verschluss aussieht.
Das Wichtigste in Kürze
PDA beim Hund – das Wichtigste in Kürze
- Was ist das? Ein angeborener Herzfehler: Das Gefäß Ductus arteriosus, das vor der Geburt Aorta und Lungenschlagader verbindet, verschließt sich nach der Geburt nicht.
- Wen betrifft es? Vor allem Hündinnen und bestimmte Rassen wie Zwergpudel, Malteser, Deutscher Schäferhund, Border Collie, Cavalier King Charles Spaniel und Chihuahua.
- Erstes Zeichen: Ein lautes, kontinuierliches Herzgeräusch („Maschinengeräusch“), das der Tierarzt bei der Welpenuntersuchung hört – oft schon mit 6 bis 8 Wochen.
- Ist es heilbar? Ja. Durch einen operativen oder minimalinvasiven Verschluss des Gefäßes ist der PDA der am besten behandelbare Herzfehler des Hundes – danach normale Lebenserwartung.
- Was passiert ohne Behandlung? Die meisten Hunde entwickeln eine linksseitige Herzinsuffizienz; etwa die Hälfte stirbt im ersten Lebensjahr.
- Kosten: Je nach Methode und Klinik etwa 2.000 bis 4.500 Euro – eine gute Hundeversicherung übernimmt diese Kosten in der Regel.
Wann zum Tierarzt?
Wann solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt?
Beim PDA zählt jede Woche: Je früher der Verschluss erfolgt, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer die Dauerschäden am Herzen. So ordnest du die Situationen ein:
Zeitnah einen Termin vereinbaren, wenn:
- der Tierarzt bei der Welpen- oder Junghundeuntersuchung ein Herzgeräusch hört – auch wenn dein Hund völlig fit wirkt,
- dein Welpe langsamer wächst als seine Wurfgeschwister oder deutlich kleiner bleibt,
- dein junger Hund sich bei Spiel und Spaziergang ungewöhnlich schnell erschöpft,
- dein Hund gelegentlich hustet oder nach Belastung schneller atmet.
Sofort in die Klinik – Notfall, wenn:
- dein Hund in Ruhe schwer atmet, hechelt oder die Zunge bläulich wirkt,
- er ohnmächtig wird oder plötzlich zusammenbricht,
- der Bauch anschwillt (Flüssigkeit) oder er nachts hustend aufwacht und nicht mehr liegen will.
Diese Zeichen deuten auf eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz hin – dann geht es nicht mehr nur um den Verschluss, sondern zunächst um die Stabilisierung.
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Was ist diese Krankheit?
Was ist ein persistierender Ductus arteriosus?
Der Ductus arteriosus (Botalli) ist ein kurzes Blutgefäß, das im Mutterleib die Lungenschlagader (Arteria pulmonalis) mit der Hauptschlagader (Aorta) verbindet. Das ist vor der Geburt lebensnotwendig: Die Lunge des ungeborenen Welpen ist noch luftlos und durchblutet sich kaum – das Blut muss an ihr vorbeigeleitet werden. Mit den ersten Atemzügen nach der Geburt ändert sich der Druck im Kreislauf, und der Ductus verschließt sich bei gesunden Welpen innerhalb von 24 bis 72 Stunden durch Muskelkontraktion und später durch bindegewebigen Umbau endgültig.
Bleibt das Gefäß offen – „persistiert“ es – spricht man vom persistierenden Ductus arteriosus (PDA). Durch den Druckunterschied fließt nun ständig Blut aus der Aorta (hoher Druck) in die Lungenschlagader (niedriger Druck) zurück. Man nennt das einen „Links-rechts-Shunt“: Bereits durch die Lunge gelaufenes, sauerstoffreiches Blut wird ein zweites Mal durch Lunge und linke Herzhälfte gepumpt.
Die Folge ist eine chronische Volumenüberlastung: Die linke Herzkammer und der linke Vorhof müssen ständig mehr Blut bewegen, weiten sich und die Herzmuskelwand verdickt. Über Monate bis Jahre erschöpft der Muskel – es entsteht eine linksseitige Herzinsuffizienz mit Lungenstauung und Lungenödem. Zusätzlich kann sich ein Lungenhochdruck entwickeln. In seltenen, schweren Fällen dreht sich die Shuntrichtung um (Rechts-links-Shunt, „Eisenmenger-Physiologie“) – dann ist ein Verschluss nicht mehr möglich.
Der PDA gehört – neben der Subaortenstenose und der Pulmonalstenose – zu den häufigsten angeborenen Herzfehlern des Hundes und macht schätzungsweise 25 bis 30 Prozent aller angeborenen Herzerkrankungen aus.
Symptome
Welche Symptome zeigt ein Hund mit PDA?
Viele betroffene Welpen zeigen anfangs keine sichtbaren Symptome – der Herzfehler wird zufällig bei der ersten Impfuntersuchung entdeckt, weil der Tierarzt das typische Geräusch hört. Deshalb ist die Welpenuntersuchung so wichtig. Je größer der Shunt, desto früher und deutlicher zeigen sich Beschwerden:
Frühe, oft übersehene Anzeichen
- Geringeres Wachstum: Der Welpe bleibt kleiner und leichter als die Wurfgeschwister („Kümmerer“).
- Schnelle Ermüdung: Nach kurzem Spielen legt er sich hin, während die anderen weiter toben.
- Erhöhte Atemfrequenz nach Belastung oder im Schlaf (mehr als 30 Atemzüge pro Minute im Schlaf ist auffällig).
- Gelegentliches Husten, besonders nachts oder nach Aufregung.
Symptome der fortgeschrittenen Herzinsuffizienz
- Dauerhafte Leistungsschwäche: Treppen, Spaziergänge, Spielen – alles wird zur Qual.
- Husten und Atemnot durch Lungenstauung und Lungenödem; der Hund sitzt oft mit abgespreizten Ellenbogen, um besser Luft zu bekommen.
- Ohnmachtsanfälle (Synkopen) bei Belastung oder Aufregung.
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute, besonders bei fortgeschrittenem Lungenhochdruck.
- Flüssigkeitseinlagerungen und ein aufgetriebener Bauch im Endstadium.
- Gewichtsverlust und Herzcachexie: Der Hund magert trotz Fressen ab.
Ein typisches Merkmal, das nur der Tierarzt feststellen kann: Das kontinuierliche Herzgeräusch („Maschinengeräusch“ oder „Maschinenraum-Geräusch“), das über die gesamte Herzaktion anhält und auf der linken Herzseite am lautesten ist. Es entsteht durch den ständigen Blutfluss durch den offenen Ductus – in Systole und Diastole.
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Ursachen und Risikofaktoren
Wie entsteht ein PDA – Ursachen und Risikofaktoren
Der PDA ist eine angeborene Erkrankung – erworben wird er nicht. Die Ursache liegt in einem Fehler der Gefäßwand: Beim normalen Ductus sorgt eine spezielle Muskelschicht dafür, dass sich das Gefäß nach der Geburt zusammenzieht. Beim PDA ist diese Muskulatur falsch aufgebaut – histologisch findet sich ein „Kissensphinkter“ mit unzureichender glatter Muskulatur, die sich zwar zusammenziehen, aber nicht dauerhaft verschließen kann.
Vererbung
Der PDA ist nachweislich erblicher Natur – die genaue Vererbungsweise ist komplex (polygen), das heißt, mehrere Gene sind beteiligt. Beim Zwergpudel wurde die Erblichkeit gut dokumentiert. Konsequenz: Betroffene Hunde und ihre Elterntiere sollten von der Zucht ausgeschlossen werden. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere kardiologisch untersuchen.
Besonders gefährdete Rassen
- Zwergpudel und Pudel
- Malteser, Bichon Frisé, Yorkshire Terrier, Chihuahua
- Cavalier King Charles Spaniel (der zusätzlich zur Mitralklappenendokardiose neigt)
- Deutscher Schäferhund, Border Collie, Shetland Sheepdog, Collie
- Kerry Blue Terrier, Springer Spaniel, Keeshond, Pommeraner
Weitere Risikofaktoren
- Geschlecht: Hündinnen sind etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Rüden – der Grund ist unbekannt.
- Geburtsumstände: Eine Geburt in großer Höhe (Sauerstoffmangel) wird diskutiert, spielt aber in Mitteleuropa praktisch keine Rolle.
- Kombination mit anderen Fehlern: Selten tritt der PDA zusammen mit anderen angeborenen Herzfehlern wie dem Ventrikelseptumdefekt auf.
Diagnose
Wie wird ein PDA diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt – wie bei jeder Herzerkrankung – mit dem Abhorchen. Das kontinuierliche Maschinengeräusch mit dem lautesten Punkt über dem linken Herzbereich ist so charakteristisch, dass ein erfahrener Tierarzt den PDA oft schon damit hochgradig vermutet. Zusätzlich fühlt sich der Puls an den Hinterläufen oft „hyperdynamisch“ an – sehr kräftig und springend.
Herzultraschall (Echokardiographie) – der Schlüssel
Der Herzultraschall bestätigt die Diagnose und beantwortet die entscheidenden Fragen für die Behandlung: Wie groß ist der Ductus? Wie stark ist der Shunt? Wie weit sind linker Vorhof und linke Kammer schon erweitert? Gibt es einen Lungenhochdruck? Mit der Doppler-Technik wird der Blutfluss durch den Ductus direkt sichtbar gemacht – das ist der eigentliche Beweis. Gleichzeitig werden andere Herzfehler ausgeschlossen.
Röntgen
Auf dem Thoraxröntgen sieht man typischerweise eine Vergrößerung der linken Herzseite und der Lungengefäße, bei fortgeschrittenen Fällen eine Stauung der Lunge (Lungenödem). Das Röntgen zeigt auch, wie dringlich eine Behandlung ist.
EKG und Blutuntersuchungen
Das EKG kann Zeichen der Kammervergrößerung und Rhythmusstörungen zeigen – bei jungen Hunden ist es oft noch normal. Blutwerte sind vor der Operation wichtig (Nieren, Leber, Blutbild), um das Narkoserisiko einzuschätzen.
Der weitere Weg führt in der Regel zu einem Kardiologen oder einer Klinik mit Herzchirurgie. Dort wird entschieden, welche Verschlussmethode infrage kommt und wie schnell gehandelt werden muss. Wichtig: Warte nicht auf „Symptome“ – wenn der PDA bestätigt ist, sollte der Verschluss so früh wie möglich erfolgen, idealerweise im ersten Lebenshalbjahr.
Hundeversicherungen im Vergleich
<em><small>Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.</small></em>
<em><small>*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.</small></em>
Behandlung
Wie wird ein PDA behandelt?
Die Behandlung des PDA ist chirurgisch – Medikamente können den offenen Ductus nicht verschließen. Zwei Verfahren stehen zur Verfügung:
1. Minimalinvasiver Verschluss (Katheterverfahren)
Über die Leistenarterie wird ein Katheter bis zum Herzen vorgeschoben und ein kleiner Verschlusskörper (Amplatz Canine Duct Occluder, ACDO) oder eine Spirale (Coil) direkt in den Ductus platziert. Das Gefäß verstopft, und der Körper überwächst den Körper innerhalb weniger Wochen mit Gewebe. Diese Methode ist heute der Standard: keine offene Brustkorboperation, kurze Narkose, schnelle Erholung – die meisten Hunde gehen nach einem bis zwei Tagen nach Hause. Voraussetzung ist eine ausreichende Körpergröße (meist ab etwa 2,5 bis 3 kg) und eine passende Ductus-Anatomie.
2. Offener chirurgischer Verschluss (Thorakotomie)
Bei sehr kleinen Hunden oder ungeeigneter Anatomie wird der Brustkorb seitlich eröffnet und der Ductus mit einer Naht oder Klammer abgebunden. Der Eingriff ist größer, aber in erfahrenen Händen ebenso erfolgreich. Die Erholung dauert etwas länger.
Medikamentöse Begleittherapie
Hat der Hund bereits eine Herzinsuffizienz, wird er vor dem Eingriff medikamentös stabilisiert: Entwässerungstabletten (Diuretika wie Furosemid) gegen die Lungenstauung, Pimobendan zur Unterstützung der Herzkraft, gegebenenfalls ACE-Hemmer. Nach einem erfolgreichen frühen Verschluss brauchen die meisten Hunde keine Dauermedikation mehr – ein großer Unterschied zur erworbenen Herzschwäche wie der Dilatativen Kardiomyopathie.
Wenn nicht mehr operiert werden kann
Hat sich die Shuntrichtung durch jahrelangen Lungenhochdruck umgekehrt (Rechts-links-Shunt), ist ein Verschluss kontraindiziert – er würde den Kreislauf entgleisen lassen. Dann bleibt nur die symptomatische Therapie der Herzinsuffizienz. Das ist der Grund, warum Zögern so riskant ist.
Pflege und Alltag
Leben mit einem PDA-Hund – Pflege und Alltag
Vor der Operation
Ist der PDA diagnostiziert, aber der OP-Termin steht noch aus, gilt: Ruhe bewahren – für dich und den Hund. Vermeide extreme Belastung (kein Apportieren bis zur Erschöpfung, keine Hundesportturniere), aber normale Spaziergänge und Spiel in Maßen sind erlaubt. Zähle einmal täglich die Schlafatemfrequenz: Legt sich dein Hund schlafen, zähle 30 Sekunden die Atemzüge und verdopple. Über 30 pro Minute solltest du dokumentieren und dem Tierarzt melden – ein steigender Wert warnt vor einer beginnenden Lungenstauung. Füttere normal; eine salzarme Diät ist beim jungen PDA-Hund vor der OP meist noch nicht nötig.
Nach der Operation
Nach dem Katheterverschluss ist die Nachsorge einfach: Die Leistenwunde kontrollieren, ein paar Tage Ruhe, dann schrittweise Steigerung. Nach der offenen Operation gibt es eine Brustkorbnaht – hier gilt zwei bis drei Wochen Leinenpflicht, kein Toben, Wundkontrolle täglich. Ein Kragen oder Body verhindert das Lecken. Die erste Kontrolle mit Herzultraschall erfolgt meist nach zwei bis drei Monaten: Sie bestätigt den vollständigen Verschluss und dokumentiert, wie sich das Herz zurückbildet.
Langfristig
Früh operierte Hunde führen ein völlig normales Hundeleben – Sport, Wanderungen, Agility, alles ist wieder erlaubt, sobald der Kardiologe das Okay gibt. Eine jährliche Kontrolluntersuchung beim Tierarzt ist sinnvoll, aber keine Dauermedikation nötig. Wichtig für die Zukunft: Da der PDA erblich ist, sollte dein Hund nicht zur Zucht eingesetzt werden – das schützt künftige Würfe.
Emotionale Seite
Die Diagnose „Herzfehler“ beim Welpen trifft Halter hart. Nutze die Wartezeit auf die OP, um dich zu informieren und Fragen zu sammeln. Die Erfolgsquote der Verschluss-OP ist mit über 95 Prozent hervorragend – die allermeisten PDA-Hunde werden kerngesunde Erwachsene.
Verlauf und Prognose
Verlauf und Prognose beim PDA
Die Prognose hängt von einem einzigen Faktor ab: dem Zeitpunkt des Verschlusses.
Ohne Behandlung
Die Zahlen sind eindeutig und ernüchternd: Ungefähr die Hälfte der unbehandelten PDA-Hunde stirbt im ersten Lebensjahr an der Herzinsuffizienz, ein Großteil der übrigen innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre. Die wenigen Hunde mit einem sehr kleinen Shunt können länger beschwerdefrei leben, bleiben aber gefährdet – unter anderem für eine infektiöse Endokarditis, weil der turbulente Blutstrom die Gefäßwand als Ansiedlungsort für Bakterien präpariert.
Mit rechtzeitigem Verschluss
Wird der Ductus geschlossen, bevor bleibende Herzschäden entstanden sind – idealerweise im ersten Lebenshalbjahr –, ist die Prognose exzellent: Die Lebenserwartung entspricht der eines gesunden Hundes. Herz und Lunge erholen sich in den folgenden Monaten; die erweiterte linke Herzkammer bildet sich meist weitgehend zurück. Studien zeigen Verschlussraten von über 95 Prozent und eine sehr geringe Komplikationsrate beim Katheterverfahren.
Bei spätem Verschluss
Erfolgt der Eingriff erst, wenn das Herz schon deutlich erweitert oder eine Herzinsuffizienz eingetreten ist, verbessert sich der Hund meist deutlich – aber ein Teil der Schäden bleibt. Diese Hunde brauchen eventuell dauerhaft Herzmedikamente und engmaschigere Kontrollen, haben aber oft noch viele gute Jahre vor sich.
Schlechte Prognose
Nur noch in der Situation des umgekehrten Shunts mit schwerem Lungenhochdruck ist die Prognose schlecht – hier bleibt nur palliative Behandlung. Um dieses Szenario zu verhindern, lohnt jede frühe Diagnose.
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Vorbeugung
Kann man einem PDA vorbeugen?
Beim einzelnen Welpen nicht – der PDA ist angeboren und entsteht in der frühen Entwicklung. Aber auf zwei Ebenen lässt sich sehr wohl etwas tun:
Für dich als Welpenkäufer
- Kaufe beim seriösen Züchter: Züchter gefährdeter Rassen lassen ihre Zuchttiere kardiologisch untersuchen (Herzultraschall, Abhorchen). Frage nach den Untersuchungsergebnissen der Elterntiere.
- Bestehe auf der Welpenuntersuchung: Beim Kauf sollte ein Tierarzt den Welpen abgehört haben – das Maschinengeräusch eines größeren PDA ist schon mit sechs bis acht Wochen hörbar.
- Nutze die ersten Tierarzttermine: Lass bei Impfung und Chip ausdrücklich das Herz abhorchen. Wird ein Geräusch gehört, lass es kardiologisch abklären, statt zu warten.
Für die Zucht
Betroffene Hunde gehören konsequent aus der Zucht genommen – auch Wurfgeschwister und Elterntiere sollten nur nach kardiologischer Untersuchung weiterverpaart werden. Da der PDA polygen vererbt wird, senkt jede verantwortungsvolle Zuchtauswahl die Häufigkeit in der Population.
Was Vorbeugung nicht leisten kann
Ernährung, Impfungen oder Nahrungsergänzungen haben keinen Einfluss auf die Entstehung eines PDA. Ebenso wenig kannst du einen vorhandenen PDA durch Schonung „ausheilen“ lassen – das Gefäß verschließt sich nach den ersten Lebenstagen nicht mehr von allein. Die wirksamste „Vorbeugung“ gegen das schlimme Ende ist die frühe Diagnose und der frühe Verschluss.
Kosten und Versicherung
Was kostet die Behandlung – und zahlt die Versicherung?
Der PDA ist ein Fall, in dem eine einmalige Investition das ganze Hundeleben verändert. Die Richtwerte:
Typische Kosten
- Diagnostik beim Kardiologen (Herzultraschall, Röntgen, EKG, Blut): etwa 300 bis 600 Euro.
- Katheterverschluss (ACDO/Coil): etwa 2.500 bis 4.500 Euro, je nach Klinik, Hundegröße und Material.
- Offener Verschluss (Thorakotomie): etwa 2.000 bis 4.000 Euro.
- Nachkontrollen in den ersten Monaten: etwa 100 bis 300 Euro.
Versicherung
Eine Krankenversicherung für den Hund übernimmt die Kosten für Diagnostik und Operation in der Regel – sofern die Erkrankung nach Vertragsabschluss diagnostiziert wurde. Der Haken: Der PDA ist angeboren. Wurde der Herzfehler bereits vor Vertragsabschluss festgestellt oder war das Herzgeräusch dokumentiert, gilt er als Vorerkrankung – dann lehnen viele Versicherer ab oder schließen Herzerkrankungen aus. Deshalb gilt: Versichere deinen Welpen so früh wie möglich, am besten in den ersten Lebenswochen, bevor irgendein Befund in der Patientenakte steht. Auch die OP-Versicherung greift hier, wenn keine Vorab-Diagnose vorlag.
Lohnt sich das?
Rechnerisch und emotional: ja. Etwa 3.000 Euro einmalig für ein komplett normales Hundeleben von 12 bis 15 Jahren – wenige Investitionen in der Tiermedizin haben ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis. Verglichen mit den jahrelangen Kosten einer unbehandelten Herzinsuffizienz (Notfälle, Dauermedikamente, Frühtod) ist der frühe Verschluss auch finanziell die klügere Entscheidung.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum PDA beim Hund
Kann sich ein PDA noch von allein schließen?
Nein. Nach den ersten Lebenstagen ist das Zeitfenster für eine spontane Schließung vorbei. Ein persistierender Ductus arteriosus bleibt ohne Behandlung ein Leben lang offen und belastet das Herz kontinuierlich. Warten bringt nichts – der frühe Verschluss ist die einzige Heilungschance.
Ab welchem Alter kann ein PDA operiert werden?
Der Katheterverschluss ist meist ab einem Körpergewicht von etwa 2,5 bis 3 Kilogramm möglich – bei vielen Hunden also schon mit drei bis vier Monaten. Je früher, desto besser, solange Narkose und Gefäßzugang sicher machbar sind. Dein Kardiologe legt den optimalen Zeitpunkt fest.
Ist der PDA beim Hund vererbbar?
Ja, der PDA gilt als polygen vererbbar. Betroffene Hunde sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden, und seriöse Züchter gefährdeter Rassen untersuchen ihre Zuchttiere kardiologisch. Beim Welpenkauf lohnt die Frage nach den Herzuntersuchungen der Eltern.
Mein erwachsener Hund hat einen PDA – ist es zu spät?
Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die Shuntrichtung noch von links nach rechts verläuft und wie stark das Herz schon geschädigt ist. Viele ältere PDA-Hunde profitieren noch deutlich vom Verschluss. Ein Herzultraschall mit Druckmessung beim Kardiologen klärt, ob der Eingriff noch sinnvoll ist.
Was kostet die PDA-Operation beim Hund?
Je nach Methode und Klinik etwa 2.000 bis 4.500 Euro, dazu die Diagnostik von 300 bis 600 Euro. Eine rechtzeitig abgeschlossene Hunde-Krankenversicherung übernimmt diese Kosten meist – Voraussetzung ist, dass der Herzfehler noch nicht vor Vertragsbeginn diagnostiziert war.
Quellen und weiterführende Informationen
Ratgeber
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