Tierärztin bespricht die Versorgung einer grauen Katze mit ihrer Halterin.

Glaukom bei Katzen (Grüner Star): Druck im Auge stoppen

Ein Glaukom bei Katzen – umgangssprachlich Grüner Star – entsteht, wenn der Druck im Auge steigt, weil die Augenkammerflüssigkeit nicht mehr richtig abfließt. Das tückische: Katzen zeigen den Schmerz oft kaum, und unbehandelt führt der erhöhte Druck innerhalb kurzer Zeit zur Erblindung. Hier erfährst du, welche Zeichen du ernst nehmen musst, wie die Diagnose läuft und welche Behandlung das Augenlicht retten kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist es? Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom) durch gestörten Abfluss der Kammerflüssigkeit; schädigt Netzhaut und Sehnerv.
  • Ursachen: Meist sekundär als Folge anderer Augenerkrankungen (Entzündungen, Linsenverlagerung, Tumore); angeborene Formen sind selten.
  • Typische Symptome: Trübes, vergrößertes Auge, geweitete Pupille, Rötung, Zukneifen, Sehstörungen.
  • Diagnose: Druckmessung am Auge (Tonometrie), augenärztliche Untersuchung beider Augen.
  • Behandlung: Drucksenkende Augentropfen, Grunderkrankung behandeln; bei schmerzhaften blinden Augen operative Entfernung.

Wann zum Tierarzt?

Ein akutes Glaukom ist ein augenärztlicher Notfall – die Frist, um das Sehvermögen zu retten, beträgt oft nur 24 bis 72 Stunden. Fahre sofort in die Praxis oder Tierklinik, wenn ein Auge plötzlich trüb-bläulich wirkt, vergrößert aussieht, die Pupille weit und starr ist oder die Katze das Auge zukneift und den Kopf wegzieht. Auch schleichende Zeichen – zunehmende Trübung, unterschiedlich große Pupillen, Anstoßen an Gegenständen – gehören innerhalb weniger Tage abgeklärt. Je früher der Druck gesenkt wird, desto mehr Netzhaut überlebt.

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Was ist diese Krankheit?

Im gesunden Auge wird ständig Kammerwasser produziert und wieder abgeleitet – dieses Gleichgewicht hält den Augeninnendruck stabil. Beim Glaukom ist der Abfluss gestört: Der Druck steigt und drückt auf Netzhaut und Sehnerv, deren Zellen absterben – unwiderruflich. Bei Katzen ist das Glaukom fast immer sekundär, also Folge einer anderen Augenerkrankung: chronische Entzündungen (Uveitis), eine verlagerte Linse, Tumore im Auge oder Blutungen blockieren den Abfluss. Die primäre, angeborene Form ist bei Katzen selten. Anders als der Graue Star (Katarakt), der die Linse trübt, aber selten schmerzt, ist das Glaukom ein druckschmerzhafter Notfall. Der Blick ins gesunde zweite Auge entscheidet oft über die weitere Behandlung.

Symptome

Glaukom bei Katzen: Akute Zeichen

Das akute Glaukom zeigt sich als plötzlich trübes, bläulich wirkendes Auge mit weit geöffneter, lichtstarrer Pupille und geröteten Bindehäuten. Das Auge kann vergrößert und hart erscheinen; die Katze kneift es zu, ist lichtscheu, zieht den Kopf weg, wenn man sie dort berührt, und wirkt sichtbar schmerzhaft – manche werden apathisch oder aggressiv.

Schleichende Verläufe

Bei Katzen beginnt der Druckanstieg oft schleichend und bleibt lange unbemerkt: leichte Trübung, allmählich veränderte Pupillengröße, vermehrtes Blinzeln. Erst wenn das Auge sichtbar vergrößert ist oder die Katze an Möbel stößt und unsicher springt, fällt die Sehverschlechterung auf. Regelmäßige Kontrollen des zweiten Auges sind entscheidend, denn viele Grunderkrankungen (v. a. Uveitis) können später beide Seiten betreffen.

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Ursachen und Risikofaktoren

Sekundäre Ursachen

Die häufigste Ursache ist die chronische Augeninnenhautentzündung (Uveitis), die den Abfluss des Kammerwassers verschließt – dahinter stecken Infektionen, Verletzungen oder Immunreaktionen. Weitere Auslöser sind Linsenverlagerungen, Tumore im Auge, Blutungen und Vernarbungen nach Verletzungen oder Operationen. Auch eine langsame Bindehautentzündung allein löst zwar kein Glaukom aus, chronische Augenentzündungen tieferer Schichten aber sehr wohl.

Angeborene Form und Risikofaktoren

Das primäre Glaukom mit anlagebedingt fehlgebildetem Abflusswinkel ist bei Katzen selten. Risikofaktoren für das sekundäre Glaukom sind v. a. vorausgegangene Augenerkrankungen und -verletzungen: Jede Katze mit chronischer Uveitis, Hornhautproblemen oder einem Tumor im Auge sollte regelmäßig druckgemessen werden. Das Alter spielt über die Grunderkrankungen hinein – die meisten Fälle treten bei mittelalten bis älteren Katzen auf.

Diagnose

Beim Glaukom bei Katzen ist die Schlüsseluntersuchung die Tonometrie: Mit einem kleinen Gerät wird der Augeninnendruck gemessen – nach örtlicher Betäubung, schmerzfrei und in Sekunden. Normale Werte liegen bei Katzen etwa bei 15 bis 25 mmHg; deutlich erhöhte Werte sichern die Diagnose. Beide Augen werden immer verglichen.

Danach folgt die Suche nach der Ursache: Die augenärztliche Untersuchung mit Spaltlampe beurteilt Regenbogenhaut, Linse und Kammerwinkel; der Augenhintergrund (Netzhaut, Sehnerv) zeigt bereits eingetretene Schäden. Ein Ultraschall des Auges kommt zum Einsatz, wenn die Trübung den Blick nach innen versperrt – er entlarvt Tumore und Linsenverlagerungen. Blutuntersuchungen klären Grunderkrankungen ab. Diese Komplettdiagnostik entscheidet, ob das Auge noch zu retten ist und welche Therapie sinnvoll ist.

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Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Behandlung

Akute Drucksenkung

Beim akuten Glaukom zählt jede Stunde: Drucksenkende Augentropfen und bei Bedarf Infusionen bringen den Druck schnell herunter und retten Netzhautzellen. Gleichzeitig wird die Grunderkrankung behandelt – etwa eine Uveitis mit entzündungshemmenden Medikamenten. Danach folgt die Dauertherapie mit drucksenkenden Tropfen, deren Kombination individuell angepasst wird; die Erfolgskontrolle erfolgt über regelmäßige Druckmessungen.

Operative Optionen

Ist das Auge dauerhaft blind und bleibt trotz Medikamenten schmerzhaft, ist die Entfernung des Auges (Enukleation) die humanste Lösung – Katzen leben mit einem oder keinem Auge erstaunlich unbeschwert. Alternativen wie die Laserbehandlung oder Implantate kommen nur in Spezialkliniken und bei noch sehenden Augen infrage. Entscheidend: Ein druckkrankes Auge gehört nicht „beobachtet“, sondern aktiv behandelt – der chronische Druckschmerz ist eine Dauerbelastung, die Katzen meisterhaft verbergen.

Pflege und Alltag

Zu Hause dreht sich alles um die Tropfen-Routine: Gib die drucksenkenden Augentropfen exakt zu den verordneten Zeiten – das Druckmanagement funktioniert nur mit Konstanz, und vergessene Dosen lassen den Druck wieder hochschnellen. Lass dir die Tropftechnik zeigen und belohne die Katze danach, damit die Prozedur stressarm bleibt. Kontrolliere das Auge täglich: Zunehmende Trübung, Rötung oder ein wieder großes, hartes Auge sind Warnzeichen für einen Druckschub – dann gilt es, kurzfristig nachzumessen. Nach einer Enukleation: Wundkontrolle, Body statt Kragen, wenn möglich, und Schonung bis zur Fadenentfernung. Einäugige Katzen brauchen kaum Hilfe, aber: sichere Stürze (Balkon, Fenster) verhindern und Tischkanten im Blick behalten. Halte die Kontrolltermine konsequent ein – beim Glaukom ist die Druckkurve das Steuerinstrument, und sie ändert sich im Lauf der Zeit.

Verlauf und Prognose

Beim Glaukom bei Katzen hängt die Prognose davon ab, wie schnell der Druck gesenkt wird: Im akuten Fall entscheiden die ersten 24 bis 72 Stunden über das Sehvermögen; danach sind die Netzhautschäden meist endgültig. Schleichende Verläufe werden leider oft erst erkannt, wenn das Auge bereits erblindet ist. Mit konsequenter Dauertherapie lassen sich viele Augen lange druckstabil und schmerzfrei halten; gelingt das nicht, ist die Enukleation kein Drama – die Katzen sind danach sichtbar erleichtert und schmerzfrei. Da die Grunderkrankungen häufig beidseitig auftreten, bleibt das gesunde Auge dauerhaft im Kontrollprogramm. Unbehandelt führt das Glaukom sicher zur Erblindung und zum chronischen Schmerzzustand – frühes Druckmessen ist der beste Schutz.

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Vorbeugung

Das Glaukom selbst kannst du nicht verhindern – seine Folgen aber sehr wohl: Nimm jede Augenveränderung ernst. Trübung, Rötung, unterschiedliche Pupillengrößen oder Zukneifen gehören zeitnah in die Praxis, und bei jeder Augeninnenhautentzündung sollte der Druck von Anfang an mitgemessen werden. Katzen mit bekannter Uveitis, Hornhautproblemen oder Augenverletzungen in der Vorgeschichte brauchen regelmäßige Druckkontrollen – frage aktiv danach, denn sie gehören nicht zum automatischen Standard. Verzichte auf jede Eigenbehandlung mit Augentropfen aus dem Schrank; falsche Wirkstoffe können den Druck verschlimmern. Sichere die Wohnung gegen Verletzungen (scharfe Kanten, Kämpfe mit Artgenossen) und lass eine plötzlich veränderte Pupillenform oder ein „anderes Funkeln“ im Auge immer abklären. Die Tonometrie dauert Sekunden – und entscheidet über Jahre des Sehens.

Kosten und Versicherung

Die Druckmessung mit augenärztlicher Untersuchung liegt etwa bei 60 bis 150 Euro; erweiterte Diagnostik (Ultraschall, Spaltlampe, Blutbild) schlägt mit weiteren 150 bis 400 Euro zu Buche. Die Dauermedikation kostet je nach Tropfenkombination rund 30 bis 90 Euro im Monat; eine Enukleation inklusive Narkose liegt bei etwa 400 bis 900 Euro.

Die genannten Beträge sind Richtwerte auf Basis der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT, einfacher bis zweifacher Satz); die tatsächlichen Kosten hängen von Praxis, Region und Behandlungsaufwand ab. Lass dich vorab über die voraussichtlichen Kosten informieren.

Ob eine Kranken- oder OP-Versicherung für Katzen die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif, den Wartezeiten und davon ab, ob die Erkrankung bereits vor Vertragsbeginn bekannt war. Viele Tarife erstatten Diagnostik, Medikamente und Operationen bis zu einem Jahreslimit; Vorerkrankungen sind meist ausgeschlossen. Prüfe die Bedingungen deines Vertrags und rechne bei langwierigen Erkrankungen mit laufenden Folgekosten.

Einen neutralen Überblick über weitere Erkrankungen und typische Behandlungsthemen findest du in der Übersicht aller Katzenkrankheiten.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein Glaukom bei meiner Katze?

Warnzeichen sind ein trübes, bläuliches oder vergrößertes Auge, eine weite, lichtstarre Pupille, Rötung und Zukneifen. Viele Katzen zeigen den Schmerz nur subtil – plötzliche Trübung plus weite Pupille ist immer ein Notfall.

Kann eine Katze durch ein Glaukom erblinden?

Ja – der erhöhte Druck zerstört Netzhaut und Sehnerv unwiderruflich, oft innerhalb weniger Tage. Wird der Druck rechtzeitig gesenkt, lässt sich das Sehvermögen häufig erhalten; unbehandelt erblindet das Auge sicher.

Wie wird der Grüne Star bei Katzen behandelt?

Mit drucksenkenden Augentropfen als Dauertherapie, begleitet von der Behandlung der Grunderkrankung (z. B. einer Uveitis). Bleibt ein erblindetes Auge schmerzhaft, ist die operative Entfernung die schonendste Lösung – Katzen kommen damit sehr gut zurecht.

Ist der Grüne Star bei Katzen ansteckend?

Nein – das Glaukom ist keine Infektion, sondern eine Druckerkrankung des Auges, meist als Folge anderer Augenerkrankungen. Es kann nicht auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden; allerdings kann das zweite Auge derselben Katze später ebenfalls erkranken.

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