Perser

Steckbrief
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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.
Einleitung
Der Perser gehört zu den bekanntesten Katzenrassen überhaupt. Sein Markenzeichen ist die Kombination aus kompaktem „cobby“-Körper, sehr langem Fell, rundem Kopf und großen runden Augen. Hinter der glamourösen Optik steckt jedoch eine Rasse, bei der Haltung, Pflege und Gesundheit besonders sorgfältig betrachtet werden müssen. Vor allem die moderne extreme Kurzköpfigkeit kann Atemwege, Augen, Zähne und Tränenabfluss beeinflussen.
Perser: eine sehr alte Ausstellungskatze mit veränderter Optik
Langhaarige Katzen aus dem Raum Persien und der Türkei wurden bereits früh nach Europa gebracht. Die genaue Entstehung der heutigen Rasse lässt sich nicht auf ein einziges Ursprungsgebiet oder Gründertier zurückführen. Sicher ist jedoch, dass langhaarige Perserkatzen zu den frühen Teilnehmern der britischen Katzenausstellungen im 19. Jahrhundert gehörten.
Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde zunehmend auf runderen Kopf, kleinere Ohren, größere Augen, kürzere Nase und einen kompakteren Körper selektiert. TICA weist selbst darauf hin, dass heutige Tiere deutlich anders aussehen als frühe Perserkatzen. Genau diese historische Entwicklung ist wichtig, weil der moderne, extrem kurze Gesichtsschädel nicht einfach ein unverändertes „Naturmerkmal“ darstellt.
Cobby statt groß und lang
Der Körper soll kurz, breit und massiv wirken. Die Beine sind relativ kurz und kräftig, die Brust tief, die Knochen stark. Das Gewicht entsteht nicht nur durch Fell, sondern durch einen kompakten Muskel- und Knochenbau. Der Schwanz ist kurz und stark behaart.
CFA beschreibt den Rassetyp konsequent über Rundheit: runder Kopf, große runde Augen, runde Konturen und ein gedrungener Körper. Ein ausgewogenes Gesamtbild ist wichtiger als maximale Größe.
Das Gesicht ist der gesundheitlich wichtigste Teil des Standards
Bei modernen Linien kann die Nase sehr kurz sein und hoch zwischen den Augen sitzen. Je stärker die Brachyzephalie ausgeprägt ist, desto stärker kann sich die Anatomie von Atemwegen, Augenhöhlen, Zähnen und Tränenkanälen verändern.
Eine CT-basierte Studie mit 69 Perserkatzen zeigte einen klaren Zusammenhang zwischen stärkerer Brachyzephalie und größerem Exophthalmus, engeren Nasenwegen sowie Zahnfehlstellungen. Damit ist wissenschaftlich belegt, dass die Kopfform nicht nur kosmetische Bedeutung besitzt.
Die Untersuchung findest du bei PMC zur Brachyzephalie bei Perserkatzen.
Langhaar mit mehreren Felltexturen
Das Fell ist lang, dicht und fließend. TICA unterscheidet praktisch zwischen eher seidigen und weicheren, watteartigen Texturen. Gerade sehr weiche dilute Farben können leichter verknoten und mehr Pflege benötigen.
Eine ausgeprägte Halskrause, lange Körperbehaarung und ein voller Schwanz gehören zum klassischen Erscheinungsbild. Das Fell kann eine enorme optische Größe erzeugen, obwohl darunter ein mittelgroßer, kompakter Körper sitzt.
Sehr große Farbvielfalt
Perserkatzen kommen in zahlreichen Farben und Zeichnungen vor: unter anderem einfarbig, Tabby, Smoke, Shaded, Silver, Golden, Tortie, Bicolor und Calico. Colourpoint-Tiere werden je nach Verband als Himalayan beziehungsweise innerhalb der Persian Breed Group geführt.
Farbe und Muster verändern teilweise auch die Fellstruktur, sind aber gesundheitlich deutlich weniger wichtig als Kopfkonformation, Nierenstatus und Augen.
Perser Charakter: leise, freundlich und eher bodenorientiert
Der Perser gilt als ruhig und ausgeglichen. TICA und CFA beschreiben Tiere, die gern auf Sofa, Bett oder in der Nähe ihrer Familie liegen und nur phasenweise sehr verspielt werden. Viele klettern weniger extrem als hochaktive Oriental- oder Naturkatzenrassen.
Sie können mit Kindern und anderen Haustieren gut zurechtkommen, wenn der Umgang ruhig bleibt. Lautes Raufen, permanentes Hochheben oder hektische Umgebung passen weniger gut zum typischen Temperament.
Offizielle Rasseinformationen findest du bei TICA zum Persian, bei CFA zum Persian und beim GCCF zum Persian.
Pflege und Haltung
Bei der Perser Haltung steht weniger spektakuläre Kletterarchitektur im Mittelpunkt als tägliche Pflege, saubere Augenpartien, angenehme Temperaturen und ruhige Beschäftigung. Die Rasse kann sehr gut in der Wohnung leben, verlangt dafür aber deutlich mehr Routine als viele Kurzhaarrassen.
Bodennahe Wohnstruktur passt häufig gut
TICA beschreibt Perserkatzen als eher bodenorientiert. Ein stabiler Kratzbaum bleibt sinnvoll, muss aber nicht zwingend aus extrem hohen Sprungplattformen bestehen. Breite niedrige Liegeflächen, Fensterplätze und leicht erreichbare Sofas sind oft attraktiver.
Hitze und Atemwege berücksichtigen
Bei stärker brachyzephalen Tieren kann Wärme anstrengender werden, weil eingeschränkte obere Atemwege die Atmung erschweren können. Im Sommer sollten kühle Rückzugsplätze verfügbar sein. Starkes Hecheln, offene Maulatmung oder sichtbare Atemarbeit sind bei Katzen nie einfach „normal wegen der Rasse“.
Augenpflege gehört zum Alltag
Durch die flache Gesichtsform kann der Tränenabfluss beeinträchtigt sein. Tränen laufen dann über das Gesicht, verfärben das Fell und können Haut reizen. Die Augenpartie wird mit einem weichen, sauberen und feuchten Tuch vorsichtig gereinigt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen täglicher Pflege und Krankheit. Starkes Kneifen, rote Augen, trübe Hornhaut, Schmerzen oder eitriger Ausfluss gehören tierärztlich untersucht.
Fellpflege braucht einen festen Rhythmus
Bei dieser Rasse reicht es nicht, erst zu kämmen, wenn sichtbare Knoten entstanden sind. Tägliche kurze Pflege verhindert, dass Unterwolle und lange Deckhaare zu festen Filzplatten werden. Besonders Achseln, Bauch, Halskrause und Hinterbeine müssen kontrolliert werden.
Toilette an das Fell anpassen
Sehr langes Fell kann Streu und Kot leichter aufnehmen. Eine ausreichend große Toilette, saubere Streu und bei Bedarf ein hygienischer Schnitt rund um die Hinterhand können den Alltag erleichtern. Komplettes Scheren ist dagegen keine Standardlösung für fehlende Fellpflege.
Ruhige Beschäftigung statt Daueraction
Viele Perser spielen gern mit kleinen Bällen, Stoffmäusen oder Angeln, benötigen aber nicht dieselbe Dauerintensität wie eine Ocicat oder Orientalisch Kurzhaar. Mehrere kurze Spielphasen unterstützen Muskulatur und Gewicht, ohne die Katze zu überfordern.
Kinder und andere Tiere
Der sanfte Charakter kann gut in Familien passen, sofern Kinder Rückzug respektieren und nicht am Fell ziehen. Ein freundlicher Hund oder eine ruhige Zweitkatze sind oft möglich. Sehr stürmische Tiere können dagegen für einen gemütlichen Perser anstrengend sein.
Alleinsein ist meist besser tolerierbar als bei extrem sozialen Rassen
Viele Tiere schlafen viel und können normale Arbeitszeiten gut überbrücken. Trotzdem brauchen sie täglich Interaktion, Fellpflege und Gesundheitskontrolle. „Ruhig“ bedeutet nicht, dass eine Katze ohne soziale Zuwendung auskommt.
Die zuvor fertiggestellte Orientalisch Kurzhaar zeigt das genaue Gegenstück: lang, hochaktiv und extrem kurzhaarig. Weitere Rassen findest du in der PAWMIO Katzenrassen-Übersicht.

Gesundheit & typische Krankheiten
Bei der Perser Gesundheit gibt es mehrere sehr gut belegte Themen. Besonders wichtig sind polyzystische Nierenerkrankung durch eine PKD1-Variante, eine rassespezifische frühe progressive Retinaatrophie sowie gesundheitliche Folgen ausgeprägter Brachyzephalie. HCM kommt ebenfalls vor, besitzt bei Persern aber keinen einfachen rassespezifischen Standard-DNA-Test.
PKD1: eines der wichtigsten historischen Gesundheitsprobleme
Die autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung ist bei Perserkatzen besonders gut untersucht. Eine pathogene Variante im PKD1-Gen führt zur Bildung von Zysten in beiden Nieren. Die Zysten können bereits im ersten Lebensjahr vorhanden sein, während klinisches Nierenversagen häufig erst später auftritt.
Ältere populationsbezogene Studien fanden sehr hohe Häufigkeiten. In einer britischen Untersuchung waren insgesamt 49,2 Prozent der untersuchten Perserkatzen betroffen; eine australische Studie fand 45 Prozent. Diese historischen Werte dürfen nicht automatisch auf heutige verantwortungsvoll getestete Zuchtlinien übertragen werden, zeigen aber, warum DNA-Screening so wichtig wurde.
UC Davis erklärt, dass ein Tier mit einer einzelnen krankheitsverursachenden Kopie betroffen ist und die Variante statistisch an etwa die Hälfte seiner Nachkommen weitergeben kann. Homozygote Tiere gelten als wahrscheinlich nicht lebensfähig.
Aktuelle Testinformationen findest du beim UC Davis Veterinary Genetics Laboratory zu PKD1.
PRA-pd: sehr frühe erbliche Netzhautdegeneration
Bei Persern existiert eine eigene Form der progressiven Retinaatrophie. Sie wird durch eine Variante im AIPL1-Gen verursacht und autosomal-rezessiv vererbt.
UC Davis beschreibt den Beginn des Photorezeptorverlusts ungefähr ab der fünften Lebenswoche. Bereits mit etwa 16 Wochen kann der Verlust stark ausgeprägt sein. Betroffene Katzen entwickeln fortschreitende Blindheit, während Träger mit einer Variantenkopie normal sehen.
Der DNA-Test unterscheidet freie Tiere, Träger und genetisch betroffene Katzen. Details stehen beim UC Davis Test für Persian PRA-pd.
Brachyzephalie: Anatomie mit mehreren möglichen Folgen
Starke Verkürzung des Gesichtsschädels kann Nasenöffnungen und Nasengänge einengen. Wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben außerdem stärkeren Exophthalmus, Zahnfehlstellungen und veränderte Tränenwege.
Eine Studie aus Deutschland fand, dass stärkere Brachyzephalie mit stärker hervortretenden Augen, engeren Atemwegen und Fehlstellung des oberen vierten Prämolaren korrelierte. Das ist besonders relevant, weil diese Probleme mit derselben äußeren Kopfform zusammenhängen, die züchterisch gewünscht wurde.
Augen: Tränenfluss ist nicht nur ein kosmetisches Thema
Prominente Augen und veränderte Tränenkanäle fördern Epiphora. Zusätzlich können Hornhautulzera, Corneal Sequestra und reduzierte Hornhautsensibilität auftreten. Ein dauerhaft tränendes Auge sollte deshalb nicht automatisch als völlig harmloses Rassemerkmal abgetan werden.
Zähne und Maul
Der verkürzte Oberkiefer bietet weniger Platz. Zähne können gedreht oder eng stehen, wodurch Plaque und Zahnfleischprobleme begünstigt werden. Eine wissenschaftliche CT-Studie zeigte bei Persern deutlich mehr Zahnfehlstellungen als bei normal proportionierten Hauskatzen.
HCM: dokumentiert, aber nicht über einen einfachen DNA-Test lösbar
HCM wurde bei Perserkatzen in klinischen Studien beschrieben. Eine retrospektive Analyse mehrerer Rassen zeigte zudem rassespezifische Unterschiede im Erscheinungsbild der Erkrankung. Für den Perser existiert jedoch kein einzelner allgemein anerkannter DNA-Test, der HCM zuverlässig ausschließt.
Bei familiärer Belastung oder klinischem Verdacht ist Echokardiographie entscheidend. Ein normales Stethoskop-Ergebnis schließt eine frühe HCM nicht sicher aus.
Deutschland: Brachyzephalie ist ein Tierschutzthema
Das deutsche Qualzuchtgutachten zu § 11b Tierschutzgesetz nennt Brachyzephalie ausdrücklich als Merkmal, auf das besonders bei Perserkatzen und Exotic Shorthair gezüchtet wird. Die Bundestierärztekammer informiert ebenfalls über schwerwiegende erblich bedingte Probleme bei extrem kurznasigen Hunden und Katzen.
Das bedeutet nicht, dass jeder einzelne Perser automatisch krank ist. Es bedeutet aber, dass extreme Kurznasigkeit nicht als rein ästhetisches Merkmal ohne funktionelle Konsequenzen behandelt werden sollte.
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Ernährung
Die Perser Ernährung sollte vor allem zwei Dinge unterstützen: normales Körpergewicht und unkomplizierte Futteraufnahme trotz kurzer Gesichtsform und langer Behaarung. Eine spezielle „Perser-Diät“ ist nicht zwingend notwendig, solange ein vollständiges Alleinfutter gut akzeptiert wird.
Cobby-Körper nicht mit Übergewicht verwechseln
Die Rasse ist von Natur aus kompakt, breit und kurzbeinig. Trotzdem müssen Rippen tastbar bleiben und unnötige Fettpolster vermieden werden. TICA weist darauf hin, dass kastrierte Tiere wie andere Katzen zu Gewichtszunahme neigen können.
Breite flache Näpfe können praktischer sein
Bei sehr kurzem Gesicht kann die Futteraufnahme aus tiefen, engen Näpfen unkomfortabel sein. Flache Schalen geben mehr Platz für Gesicht und Schnurrhaare und halten das lange Kinn- und Brustfell leichter sauber.
Nassfutter kann Flüssigkeit liefern
Gerade wegen der historischen Bedeutung von Nierenerkrankungen achten viele Halter besonders auf Flüssigkeitsaufnahme. Ein vollwertiges Nassfutter liefert Wasser direkt mit der Mahlzeit. Das verhindert PKD1 nicht, kann aber Teil einer normalen guten Flüssigkeitsversorgung sein.
PKD1 lässt sich nicht durch Ernährung verhindern
Die erbliche Form wird durch eine genetische Variante verursacht. Spezialfutter, Kräuter oder Nahrungsergänzung können diese Mutation nicht beseitigen. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion richtet sich die Ernährung nach Stadium und Laborwerten.
Haarballen sind ein praktisches Langhaarthema
Durch intensive Eigenpflege können große Mengen Haare aufgenommen werden. Tägliches Kämmen reduziert lose Haare bereits an der Quelle. Faserreiche Spezialprodukte können in einzelnen Fällen helfen, ersetzen aber keine Fellpflege.
Futterreste aus Gesicht und Fell entfernen
Feuchte Nahrung kann im langen Kinnfell hängen bleiben. Nach der Mahlzeit reicht meist ein kurzer Blick und bei Bedarf ein feuchtes Tuch. Dauerhaft verschmutztes Fell kann Hautreizungen begünstigen.
Aktivität bei der Portion berücksichtigen
Viele Perser sind weniger bewegungsintensiv als athletische Rassen. Die Futtermenge sollte deshalb nicht nur nach Körpergröße, sondern nach tatsächlicher Bewegung berechnet werden. Kurze tägliche Spiele helfen, Muskelmasse zu erhalten.
Verhalten & Training
Der Perser Charakter wirkt oft unkompliziert, doch gerade Pflege und medizinische Kontrollen machen Training sinnvoll. Das Ziel ist weniger Agility als freiwillige Kooperation bei Kämmen, Augenpflege, Zahnpflege und Transport.
Grooming ist die wichtigste Trainingsaufgabe
Ein Kitten sollte früh lernen, auf einer festen Unterlage kurz stillzuhalten. Zuerst werden nur wenige Kammzüge belohnt. Die Dauer steigt langsam. So entsteht eine tägliche Routine, statt dass jede Fellpflege zum Festhalten wird.
Augenreinigung positiv verknüpfen
Ein weiches Tuch wird kurz gezeigt, die Augenpartie sanft gereinigt und anschließend folgt eine Belohnung. Gewalt oder starkes Reiben verschlechtern die Kooperation und können die empfindliche Augenregion reizen.
Transportbox als Möbelstück statt Alarmzeichen
Die Box kann offen im Wohnraum stehen. Decke, gelegentliche Snacks oder Schlafphasen darin machen sie zu einem normalen Ort. Gerade bei einer Rasse mit möglichem Bedarf an Augen-, Zahn- oder Nierenkontrollen ist stressarmes Einsteigen wertvoll.
Kurze bodennahe Spiele reichen häufig
Viele Tiere jagen Bälle, Mäuse oder kurze Angelbewegungen gern. TICA beschreibt plötzliche kleine Aktivitätsschübe zwischen längeren Ruhephasen. Training kann diese natürlichen Aktivitätsfenster nutzen, statt gegen den ruhigen Grundcharakter zu arbeiten.
Rückruf ist auch für ruhige Katzen sinnvoll
Name, Herankommen und Belohnung lassen sich leicht aufbauen. Das hilft bei Fellpflege, Tierarztterminen oder wenn die Katze in einem anderen Raum gesucht wird.
Pfoten und Maul früh trainieren
Regelmäßige Krallenkontrolle und Zahnpflege funktionieren leichter, wenn kurzes Berühren schon im jungen Alter positiv erlebt wird. Kleine Schritte sind effektiver als seltene lange Zwangssitzungen.
Verhaltensänderungen ernst nehmen
Wenn ein normalerweise ruhiger, sozialer Perser plötzlich dauerhaft versteckt bleibt, Futter verweigert oder deutlich weniger spielt, sollte das nicht automatisch als typischer Charakter interpretiert werden. Schmerzen und Krankheit können sich zuerst im Verhalten zeigen.

Fell- und Körperpflege
Die Perser Fellpflege ist der arbeitsintensivste Teil der Haltung. Das lange dichte Haarkleid kann sich innerhalb kurzer Zeit verknoten. Wer nicht bereit ist, nahezu täglich zu kämmen, sollte diese Rasse nicht allein wegen der Optik wählen.
Tägliches Kämmen ist der Standard
TICA empfiehlt tägliches Kämmen mit einem Metallkamm. Dabei wird bis in die Unterwolle gearbeitet, ohne die Haut zu kratzen. Kurzes oberflächliches Bürsten reicht nicht, wenn sich darunter bereits Knoten bilden.
Problemstellen systematisch kontrollieren
Achseln, Bauch, Halskrause, Hinterbeine und Bereich hinter den Ohren verfilzen besonders schnell. Kleine Knoten lassen sich vorsichtig lösen. Feste Filzplatten können schmerzhaft an der Haut ziehen und sollten notfalls professionell entfernt werden.
Baden kann Teil der Routine sein
TICA und CFA beschreiben regelmäßige beziehungsweise gelegentliche Bäder als Bestandteil klassischer Persian-Pflege. Wie häufig sie nötig sind, hängt von Felltextur, Verschmutzung und Showanspruch ab. Wichtig ist, das Fell vorher vollständig zu entwirren.
Trocknen dauert länger als bei Kurzhaarkatzen
Nach dem Bad muss die dichte Unterwolle vollständig trocknen. Feuchtes dichtes Fell kann Hautprobleme begünstigen. Gleichzeitig wird während des Trocknens vorsichtig gekämmt, damit kein neuer Filz entsteht.
Gesichtspflege getrennt vom Fell betrachten
Tränenflecken werden mit sauberem feuchtem Tuch entfernt. Aggressive Bleichmittel oder kosmetische Produkte in Augennähe sind im Familienalltag unnötig und können reizen.
Sanitary Trim kann praktisch sein
Bei sehr dichtem Hinterhandfell kann ein kleiner hygienischer Schnitt helfen, Verschmutzung zu reduzieren. Er sollte sicher durchgeführt werden, weil dünne Katzenhaut leicht verletzt werden kann. Bei Unsicherheit ist professionelle Hilfe sinnvoll.
Scheren ist kein Ersatz für langfristige Pflege
Ein kompletter Kurzhaarschnitt kann bei medizinischem Filzproblem notwendig werden, verändert aber nicht die Ursache. Nachwachsendes Fell benötigt erneut regelmäßige Pflege. Das Ziel ist, Filzbildung vorher zu verhindern.
Hinweise für Katzenhalter
Wer einen Perser kaufen möchte, sollte Gesundheit und Funktion deutlich höher gewichten als eine maximal flache Nase. Gerade bei dieser Rasse können extreme äußere Merkmale direkte Auswirkungen auf Atmung, Augen, Zähne und Lebensqualität haben.
PKD1-Test ist unverzichtbar
UC Davis bietet einen etablierten DNA-Test an, und GCCF verlangt für breeding cats auf dem Active Register bereits seit 2016 entsprechende PKD-Regeln. Käufer sollten sich dokumentierte Ergebnisse der Elterntiere zeigen lassen.
Ein positives Tier besitzt nicht nur ein „Risiko“, sondern ist genetisch von dieser erblichen PKD1-Form betroffen. Wie schnell die Nierenfunktion später nachlässt, lässt sich dagegen nicht exakt vorhersagen.
PRA-pd ebenfalls testen
Die rassespezifische AIPL1-Variante verursacht schwere frühe Netzhautdegeneration. Da ein DNA-Test verfügbar ist, sollten zwei Träger niemals miteinander verpaart werden.
Offene Nasenlöcher statt extremem Peke-Face
Bei der Auswahl sollten Nasenöffnungen frei und nicht schlitzförmig wirken. Die Katze sollte in Ruhe leise und ohne sichtbare Atemarbeit atmen. Starkes Schnarchen, dauerhaft laute Atemgeräusche oder offene Maulatmung sind keine gewünschten Rassemerkmale.
Augen müssen funktionell schließen können
Sehr prominente Augen sind verletzungsanfälliger. Käufer können beobachten, ob die Lider vollständig schließen, ob ständig starker Tränenfluss besteht und ob die Hornhaut klar aussieht.
Zähne und Kiefer ansehen
Ein extrem verkürzter Oberkiefer kann Zahnengstand fördern. Ein seriöser Züchter sollte Zahn- und Kiefergesundheit nicht als unwichtig abtun. Regelmäßige tierärztliche Zahnkontrollen gehören später zur Haltung.
Herzgesundheit nach Familiengeschichte beurteilen
HCM kommt in der Rasse vor, aber ein einzelner standardisierter Perser-HCM-Gentest existiert nicht. Bei bekannten Fällen in der Linie sind Echokardiographien erwachsener Zuchttiere wesentlich aussagekräftiger als unspezifische Genpanel-Werbung.
Deutschland: Qualzuchtperspektive kennen
Das Qualzuchtgutachten nennt Brachyzephalie ausdrücklich bei Perserkatzen. Käufer sollten deshalb nicht zusätzlich Nachfrage nach extremsten Gesichtsformen erzeugen. Ein funktionaler, weniger extremer Kopf ist gesundheitlich sinnvoller als maximale Flachheit.
Pflegeaufwand realistisch testen
Tägliches Kämmen, Augenreinigung und regelmäßige Kontrolle von Zähnen und Gesicht bedeuten echte Zeit. Wer diese Routine bereits beim Züchter unangenehm findet, sollte überlegen, ob eine pflegeleichtere Rasse besser passt.
Passt der Perser zu mir?
Er passt gut zu Menschen, die eine ruhige, freundliche und bodennahe Katze möchten und intensive Fellpflege selbstverständlich in den Alltag integrieren können. Ein eher ruhiger Haushalt und regelmäßige Aufmerksamkeit kommen dem Temperament entgegen.
Weniger passend ist die Rasse für Menschen, die möglichst wenig Pflegeaufwand möchten oder gezielt nach der extremsten Kurznase suchen. Langfristig sollte die Fähigkeit zu atmen, zu sehen, zu fressen und sich wohlzufühlen immer wichtiger sein als ein möglichst flaches Gesicht.
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