Krampfanfall

Das Wichtigste in Kürze

Krampfanfälle können verschiedene Ursachen haben und bedeuten nicht automatisch Epilepsie. Zeitpunkt, Dauer und Erholung nach dem Anfall sind für die Untersuchung wichtig.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Bei einem laufenden Anfall sofort den Notdienst kontaktieren, besonders bei anhaltenden oder wiederholten Anfällen und fehlender Erholung. Nicht festhalten und nichts ins Maul stecken; Umgebung sichern.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Auch nach einem ersten kurzen Anfall mit vollständiger Erholung noch heute untersuchen lassen.

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Ein Krampfanfall bei der Katze ist für Halter ein Schock. Die Katze stürzt, zuckt, speichelt oder wirkt völlig abwesend. Oft ist der Anfall nach kurzer Zeit vorbei. Trotzdem ist er immer ein Warnsignal, denn hinter Krämpfen können Epilepsie, eine Vergiftung, Stoffwechselstörungen, eine Hirnentzündung oder ein Hirntumor stecken. Wichtig ist, dass du ruhig bleibst, deine Katze schützt und die Dauer misst. Hier erfährst du, was bei „Katze Krampfanfall“ zu tun ist und wie der Tierarzt die Ursache sucht.

So sieht ein Krampfanfall bei der Katze aus

Nicht jeder Anfall ist ein großer Krampf mit Umfallen und Rudern der Beine. Laut der Auburn University kommen fokale Anfälle bei Katzen häufiger vor als bei Hunden. Anfälle bei Katzen können ungewöhnlich aussehen, zum Beispiel mit Aggression, weiten Pupillen, starkem Speicheln oder Lautäußerungen. Die Vetmeduni Wien beschreibt plötzliche Muskelkrämpfe, verändertes Bewusstsein und Zuckungen, auch nur im Gesicht. Nach dem Anfall wirken viele Katzen eine Weile verwirrt, unruhig oder müde.

Krampfanfälle gehören zu den häufigsten neurologischen Problemen bei Katzen. Laut einer Übersichtsarbeit von Moore (2014) sind etwa 1 bis 2 % aller Katzen betroffen.

Was steckt hinter einem Krampfanfall? Mögliche Ursachen

Anders als beim Hund steckt bei Katzen seltener eine reine Epilepsie dahinter. Laut Moore erfüllt nur etwa jede vierte Katze mit Anfällen die Kriterien einer primären Epilepsie. Die Feline-Encephalitis-Studiengruppe des Royal Veterinary College nennt ebenfalls etwa ein Viertel. Strukturelle und stoffwechselbedingte Ursachen sind häufiger.

Epilepsie

Von Epilepsie bei Katzen spricht man, wenn Anfälle wiederholt und mit mehr als 24 Stunden Abstand auftreten und keine Ursache außerhalb des Gehirns gefunden wird. Bei der primären Form treten die ersten Anfälle laut Moore meist im Alter zwischen 1 und 7 Jahren auf.

Erkrankungen im Gehirn

Entzündungen, Infektionen und Tumoren können das Gehirn direkt reizen. Die Auburn University nennt unter anderem Viruserkrankungen wie FIP, FIV und FeLV. Mehr dazu findest du unter Enzephalitis bei Katzen. Bei älteren Katzen sollte immer auch an einen Hirntumor gedacht werden.

Vergiftungen und Stoffwechselstörungen

Auch Probleme außerhalb des Gehirns können Krämpfe auslösen. Moore nennt als häufige Beispiele Vergiftungen mit Organophosphaten, eine Lebererkrankung mit Folgen für das Gehirn und Unterzucker. Bei Verdacht auf Gift hilft dir der Gift-Check.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Ein einzelner kurzer Anfall, nach dem sich deine Katze erholt, sollte zeitnah abgeklärt werden. Sofort in den Notdienst musst du, wenn:

  • der Anfall länger als 5 Minuten dauert,
  • mehrere Anfälle aufeinander folgen, ohne dass deine Katze dazwischen wieder ganz zu sich kommt,
  • mehrere Anfälle innerhalb von 24 Stunden auftreten,
  • es der erste Anfall ist und deine Katze danach nicht wieder normal wird,
  • eine Vergiftung oder ein Unfall möglich ist,
  • sie danach schwer atmet, nicht steht oder blind wirkt.

Die Vetmeduni Wien nennt einen Anfall von mehr als 5 Minuten als Grund, sofort zum Tierarzt zu fahren. Fachleute sprechen dann vom Status epilepticus. Laut Auburn University gilt das auch bei zwei oder mehr Anfällen ohne Rückkehr zum normalen Bewusstsein. Zwei oder mehr Anfälle innerhalb von Minuten bis 24 Stunden heißen Serienanfälle. Infos zum Notdienst findest du unter Notfall und Erste Hilfe.

Was du zu Hause tun kannst – und was nicht

Während des Anfalls:

  • Ruhe bewahren: Schau auf die Uhr oder starte die Stoppuhr am Handy.
  • Umgebung sichern: Räume Gegenstände weg und halte sie von Treppen oder Höhen fern.
  • Reize reduzieren: Dimme das Licht, sei leise und halte andere Tiere fern.
  • Filmen: Ein kurzes Video hilft dem Tierarzt sehr bei der Einordnung.

Nach dem Anfall lass deine Katze in einem ruhigen, abgedunkelten Raum zu sich kommen. Biete erst Wasser und Futter an, wenn sie wieder sicher steht und schluckt. Notiere Datum, Uhrzeit, Dauer und Auffälligkeiten in einem Anfallstagebuch.

Das solltest du nicht tun:

  • Greif deiner Katze nicht ins Maul. Die Vetmeduni Wien warnt ausdrücklich davor. Du riskierst schwere Bisse.
  • Halte sie nicht fest und versuche nicht, sie wachzurütteln.
  • Gib keine Medikamente für Menschen und keine Tropfen in den Mund.
  • Setze verschriebene Anfallsmedikamente nie eigenmächtig ab.

So untersucht der Tierarzt

Am Anfang stehen eine allgemeine und eine neurologische Untersuchung. Laut Moore gehört bei jeder Katze mit neuen Anfällen eine Stoffwechseluntersuchung dazu. Dazu zählen ein Blutbild, Blutchemie einschließlich Schilddrüsenwert T4 und bei Bedarf Gallensäuren. Auch der Blutdruck sollte gemessen werden. Die Auburn University empfiehlt bei Katzen zusätzlich Tests auf FeLV und FIV.

Sind die Blutwerte unauffällig, folgt meist eine Bildgebung des Gehirns. Die MRT wird dabei der CT vorgezogen. Ergänzend kann Hirnwasser (Liquor) untersucht werden. Ob eine Dauerbehandlung nötig ist, hängt von Ursache, Häufigkeit und Schwere der Anfälle ab.

Was kostet die Abklärung?

Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im 1- bis 3-fachen Satz. Einfache Sätze, netto ohne 19 % Mehrwertsteuer:

Leistung GOT-Nr. Einfacher Satz (netto)
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 16 23,62 €
Blutprobenentnahme venös 627 10,26 €
Großes Blutbild maschinell 618 23,52 €
Blutchemie, mehr als 3 Parameter, je Parameter 611 6,16 €
Injektion s.c./i.m. 221 11,50 €

Untersuchung, Blutentnahme und großes Blutbild kosten im einfachen Satz 68,31 € brutto. Anfälle passieren oft nachts oder am Wochenende. Im Notdienst gilt mindestens der 2-fache Satz plus 50 € Notdienstgebühr. Allein die Untersuchung kostet dann im 2-fachen Satz 47,24 € netto plus 50 € Gebühr. Eine MRT kostet deutlich mehr. Details findest du unter Tierarzt-Notdienst-Kosten und Tierarztkosten Katze. Einen neutralen Überblick über Absicherungsmöglichkeiten bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

Epilepsie lässt sich nicht verhindern. Einigen Ursachen kannst du aber vorbeugen:

  • Bewahre Insektizide, Pflanzenschutzmittel und Medikamente unerreichbar auf.
  • Verwende Floh- und Zeckenmittel nur, wenn sie ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.
  • Lass Blutdruck und Blutwerte bei älteren Katzen regelmäßig prüfen.
  • Gib Anfallsmedikamente zuverlässig und halte Kontrolltermine ein.

Häufige Fragen zum Krampfanfall bei der Katze

Ist ein einzelner Krampfanfall gefährlich?

Ein kurzer Anfall ist meist nicht direkt lebensgefährlich. Er kann aber auf eine ernste Ursache hinweisen und sollte deshalb abgeklärt werden.

Spürt meine Katze den Anfall?

Bei großen Anfällen ist das Bewusstsein meist gestört. Danach sind viele Katzen verwirrt oder ängstlich. Gib ihr Ruhe und Zeit.

Kann Epilepsie bei Katzen geheilt werden?

Eine primäre Epilepsie ist meist nicht heilbar, lässt sich aber oft mit Medikamenten kontrollieren. Bei anderen Ursachen hängt die Prognose von der Grunderkrankung ab.

Warum soll ich den Anfall filmen?

Fokale Anfälle sehen bei Katzen oft ungewöhnlich aus. Ein Video hilft dem Tierarzt, Anfälle von anderen Ereignissen zu unterscheiden.

Quellen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Mögliche Ursachen

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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