Kopfschütteln und Ohrenkratzen

Das Wichtigste in Kürze

Wiederholtes Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren können auf eine Entzündung oder Parasiten hinweisen. Die Untersuchung des Gehörgangs hilft, die Ursache zu unterscheiden.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Bei plötzlich starkem Taumeln, Umfallen oder weiteren neurologischen Ausfällen sofort tierärztlich abklären lassen.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Bei wiederholtem Schütteln, Schmerz, Sekret oder geschwollener Ohrmuschel heute oder morgen untersuchen lassen. Nichts tief ins Ohr einführen.

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Schüttelt deine Katze immer wieder den Kopf, kratzt sich hinter den Ohren oder legt sie flach an, juckt oder schmerzt es dort. Gelegentliches Kopfschütteln ist normal. Hält es an, steckt fast immer ein Problem im Ohr dahinter. Häufige Auslöser sind Ohrmilben und Entzündungen des Gehörgangs. Seltener sind Fremdkörper oder Wucherungen die Ursache. Wird das Ohr dabei dick und weich, kann ein Blutohr entstanden sein. Hier erfährst du, was hinter „Katze Kopfschütteln“ steckt und wie du richtig reagierst.

Katze schüttelt den Kopf: Mögliche Ursachen

Ohrmilben

Ohrmilben der Art Otodectes cynotis sind laut Cornell Feline Health Center die häufigste Ursache einer Gehörgangsentzündung bei Katzen. Die Milben sind etwa stecknadelkopfgroß. Sie sind sehr ansteckend und werden durch engen Kontakt übertragen. Freigänger sind besonders häufig betroffen. Typisch ist, dass sich die Katze fast ununterbrochen kratzt, oft den Kopf schüttelt und die Ohren flach anlegt. Im Gehörgang sammelt sich eine dunkle, schmierige, übel riechende Masse.

Entzündung des äußeren Gehörgangs

Eine Ohrentzündung (Otitis) wird laut MSD Veterinary Manual direkt durch Parasiten, Fremdkörper oder Allergien ausgelöst. Bakterien, Hefepilze und Entzündungen des Mittelohrs können sie verstärken. Typische Zeichen sind Kopfschütteln, Kratzen, Rötung, Schwellung, Geruch und mehr Ohrsekret. Der Gehörgang kann schmerzen oder jucken. Ein oder beide Ohren können betroffen sein.

Mittelohrentzündung und Polypen

Breitet sich eine Entzündung weiter aus, kann das Mittelohr betroffen sein. Entzündliche Polypen sind laut MSD bei Katzen eine häufige Ursache dafür. Neben Kopfschütteln zeigen Katzen dann oft eine Kopfschiefhaltung zur betroffenen Seite. Auf derselben Seite können eine kleine Pupille, ein hängendes Augenlid, ein vorgefallenes drittes Augenlid oder eine Gesichtslähmung auftreten.

Blutohr als Folge

Starkes Kratzen oder Schütteln kann ein Blutgefäß in der Ohrmuschel reißen lassen. Es entsteht ein Blutohr (Othämatom). Laut MSD kommt es bei Hunden häufiger vor, aber auch Katzen sind betroffen. Die Ohrmuschel wird dann dick, weich und warm. Unbehandelt bildet sich die Schwellung über mehrere Monate zurück. Oft bleibt ein vernarbtes, geschrumpftes Ohr zurück, das sogenannte Blumenkohlohr.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Kopfschütteln ist selten ein Notfall im engeren Sinn. Lass deine Katze aber schnell untersuchen, wenn:

  • sie den Kopf schief hält, taumelt, im Kreis läuft oder umfällt,
  • ihre Augen hin und her zucken oder eine Gesichtshälfte hängt,
  • die Ohrmuschel plötzlich dick anschwillt,
  • sie bei Berührung des Ohrs stark schmerzhaft reagiert oder faucht,
  • Blut oder Eiter aus dem Ohr kommt,
  • sie nach einem Freigang plötzlich heftig schüttelt, etwa wegen einer Granne.

Laut MSD sollten Gleichgewichts-, Lauf- oder Sprungprobleme zeitnah tierärztlich abgeklärt werden. Sie können bedeuten, dass das Innenohr beteiligt ist.

Was du zu Hause tun kannst – und was nicht

  • Anschauen: Schau vorsichtig in beide Ohren. Notiere Farbe und Menge des Sekrets und ob es riecht.
  • Kratzen begrenzen: Kürze bei Bedarf vorsichtig die Krallen, damit sie sich nicht verletzt.
  • Andere Tiere beobachten: Ohrmilben sind ansteckend. Achte auf Kopfschütteln bei anderen Katzen und Hunden im Haushalt.

Das solltest du nicht tun:

  • Spüle die Ohren nicht mit Wasserstoffperoxid, Essig oder anderen Hausmitteln. Laut MSD reizen sie den entzündeten Gehörgang und fördern Bakterien und Hefen.
  • Stecke keine Wattestäbchen in den Gehörgang.
  • Verwende keine Ohrentropfen für Menschen oder Reste aus alten Behandlungen. Ist das Trommelfell verletzt, können manche Mittel schaden.
  • Stich ein Blutohr nicht selbst auf.

So untersucht der Tierarzt

Der Tierarzt schaut mit dem Otoskop in den Gehörgang. So erkennt er Milben, Fremdkörper, Polypen, verhärtete Ablagerungen und Schäden am Trommelfell. Laut MSD brauchen Katzen dafür manchmal eine Sedierung oder Narkose, vor allem wenn das Ohr schmerzt oder voller Sekret ist. Ein Abstrich unter dem Mikroskop zeigt Bakterien, Hefen oder Milben. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Mittel- oder Innenohrs können Röntgen, CT oder MRT nötig sein.

Ohrmilben werden mit Mitteln gegen Parasiten behandelt. Laut MSD sollten alle Katzen und Hunde im Haushalt mitbehandelt und Decken gründlich gereinigt werden. Bei Entzündungen kommen Ohrentropfen zum Einsatz, die oft antibakterielle, pilzhemmende und entzündungshemmende Wirkstoffe kombinieren. Die Behandlung sollte bis zur vollständigen Abheilung laufen und mit einer Kontrolle enden. Ein Blutohr wird meist operativ eröffnet und gespült. Manchmal legt der Tierarzt einen kleinen Drain.

Was kostet die Abklärung?

Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im 1- bis 3-fachen Satz. Einfache Sätze, netto ohne 19 % Mehrwertsteuer:

Leistung GOT-Nr. Einfacher Satz (netto)
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 16 23,62 €
Sedierung per Injektion 302 19,78 €
Injektion s.c./i.m. 221 11,50 €
Röntgen, 1. und 2. Aufnahme je 166 26,53 €

Untersuchung und Sedierung kosten im einfachen Satz zusammen 43,40 € netto, also 51,65 € brutto. Im 2-fachen Satz sind es 103,29 € brutto. Ohrreinigung, mikroskopische Untersuchung und Medikamente kommen hinzu. Eine Operation beim Blutohr kostet deutlich mehr. Weitere Beispiele findest du unter Tierarztkosten Katze. Einen neutralen Überblick über Absicherungsmöglichkeiten bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

  • Ohren regelmäßig kontrollieren: Laut MSD solltest du auf Veränderungen von Farbe, Wärme, Feuchtigkeit, Sekret, Krusten oder Haarverlust achten.
  • Nicht routinemäßig reinigen: Gesunde Katzen brauchen laut MSD keine regelmäßige Ohrreinigung, außer der Tierarzt rät dazu.
  • Parasitenschutz: Besprich mit deinem Tierarzt, welcher Schutz für deine Katze sinnvoll ist, vor allem bei Freigängern.
  • Neue Tiere prüfen: Lass neue Katzen vor dem Kontakt auf Ohrmilben untersuchen.

Häufige Fragen zu Kopfschütteln bei der Katze

Ist Kopfschütteln bei Katzen normal?

Kurzes Schütteln, etwa nach Nässe, ist normal. Schüttelt deine Katze den Kopf häufig oder kratzt sich dabei, solltest du die Ohren untersuchen lassen.

Warum soll ich die Behandlung nicht früher beenden?

Wird zu früh abgesetzt, kehrt die Entzündung oft zurück. Laut MSD sollte die Behandlung bis zur vollständigen Abheilung laufen und durch eine Kontrolle bestätigt werden.

Wie erkenne ich Ohrmilben?

Typisch ist dunkles, schmieriges Sekret mit üblem Geruch. Sicher erkennt sie nur der Tierarzt mit Otoskop oder Mikroskop.

Muss ein Blutohr operiert werden?

Meist wird es chirurgisch behandelt. Unbehandelt heilt es langsam ab, hinterlässt aber oft ein verformtes Ohr. Wichtig ist auch, die Ursache des Kratzens zu behandeln.

Quellen

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Mögliche Ursachen

Diese Erkrankungen können hinter dem Symptom stecken. Die Diagnose stellt immer der Tierarzt.

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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