
Gesäugeentzündung (Mastitis) bei Katzen: Symptome & Behandlung
Die Mastitis bei Katzen ist eine schmerzhafte Entzündung des Gesäuges, die vor allem säugende Katzen trifft. Wenn die Milchdrüse heiß, hart und gerötet ist und die Mutterkatze ihre Kitten nicht mehr säugen lassen will, liegt der Verdacht nahe. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Mastitis bei Katzen entsteht, wie sie behandelt wird und wie du Mutter und Kitten durch diese Zeit bringst.
Unbehandelt kann aus einer lokalen Entzündung ein Blutvergiftung werden – deshalb zählt hier jede Stunde. Gleichzeitig ist die Erkrankung bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel gut in den Griff zu bekommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Bakterielle Entzündung einer oder mehrerer Milchdrüsen
- Symptome: Heißes, hartes, schmerzendes Gesäuge, Fieber, Unruhe
- Ursachen: Aufsteigende Bakterien, Milchstau, kleine Verletzungen
- Diagnose: Körperliche Untersuchung, ggf. Milchuntersuchung
- Behandlung: Antibiotika, Schmerzmittel, Wärme, Entlastung des Gesäuges
- Prognose: Bei früher Behandlung sehr gut
Wann zum Tierarzt?
Bei einer säugenden Katze gehören diese Zeichen zügig in die Praxis:
- das Gesäuge ist heiß, hart, gerötet oder schmerzhaft,
- die Katze lässt die Kitten nicht mehr saugen oder wirkt unruhig,
- sie hat Fieber, frisst nicht oder wirkt apathisch,
- die Milch sieht verändert aus (wässrig, blutig, eitrig),
- die Kitten schreien viel und nehmen nicht zu.
Fieber plus Apathie bei einer säugenden Katze ist ein Notfall – hier droht eine Blutvergiftung.
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Was ist diese Krankheit?
Bei der Mastitis bei Katzen dringen Bakterien in die Milchdrüse ein und lösen eine Entzündung aus. Meist geschieht das in den ersten Wochen nach der Geburt, wenn die Milchproduktion auf Hochtouren läuft. Eine oder mehrere der acht Gesäugedrüsen können betroffen sein.
Die Keime gelangen über die Zitzenöffnungen oder über kleine Kratzwunden – etwa durch die Krallen der säugenden Kitten – in das Drüsengewebe. Ein Milchstau begünstigt die Entzündung zusätzlich. Wichtig ist die Abgrenzung: Die Scheinschwangerschaft kann ebenfalls zu einem angeschwollenen, milchführenden Gesäuge führen, ist aber hormonell bedingt und nicht bakteriell. Und ein Mammatumor zeigt sich als fester, meist nicht schmerzhafter Knoten ohne die typischen Entzündungszeichen wie Hitze und Fieber.
Symptome
Mastitis bei Katzen: typische Symptome
- angeschwollene, harte und heiße Milchdrüse
- Rötung und Schmerz – die Katze lässt die Kitten nicht mehr saugen
- veränderte Milch: wässrig, flockig, blutig oder eitrig
- Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit der Mutterkatze
- in schweren Fällen: Abszesse, die aufbrechen können
- bei den Kitten: Schreien, Gewichtsstillstand, Austrocknung
Achte auch auf die Kitten: Werden sie unruhig und leicht, bekommen sie möglicherweise keine ausreichende oder keine gesunde Milch mehr.
Manche Katzen zeigen die Schmerzen nur indirekt: Sie stehen steif da, wollen sich nicht hinlegen oder reagieren gereizt, wenn die Kitten sich an das Gesäuge drängen. Eine Mutterkatze, die plötzlich das Nest verlässt und die Kitten allein lässt, sollte immer untersucht werden – oft steckt genau diese Entzündung dahinter.
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Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigsten Auslöser sind:
- Bakterien: Staphylokokken, Streptokokken und E. coli steigen aus der Umgebung oder der Hautflora in die Zitze auf.
- Milchstau: Wenn Kitten plötzlich weniger saugen oder abgesetzt werden, staut sich die Milch – ein idealer Nährboden.
- Verletzungen: Krallen und Zähne der Kitten verursachen winzige Eintrittspforten.
- Unhygienische Umgebung: Ein verschmutztes Wurfkissen erhöht das Risiko.
- Geschwächte Mutter: Stress, schlechte Ernährung oder andere Erkrankungen begünstigen die Entzündung.
Diagnose
Die Diagnose ergibt sich meist schon aus dem typischen Bild: eine heiße, harte, schmerzhafte Drüse bei einer säugenden Katze mit Fieber. Der Tierarzt tastet das gesamte Gesäuge ab und misst die Temperatur.
In hartnäckigen Fällen wird eine Milchprobe untersucht und ein Erreger-Test mit Antibiogramm angelegt – so lässt sich das wirksamste Antibiotikum auswählen. Blutuntersuchungen zeigen die Schwere der Entzündung. Bei unklaren Verhärtungen, die nicht auf die Behandlung reagieren, hilft eine Zellprobe, einen Tumor auszuschließen.
Falls du die Kitten vorübergehend mit der Flasche füttern musst: Verwende ausschließlich spezielle Kitten-Aufzuchtmilch aus der Tierarztpraxis oder dem Fachhandel – niemals Kuhmilch. Die Kitten werden in Bauchlage gefüttert, niemals auf dem Rücken, damit sie sich nicht verschlucken. Dein Tierarzt zeigt dir die Technik beim ersten Mal gern.
Katzenversicherungen im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.
*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.
Behandlung
Die Behandlung umfasst Antibiotika, die in die Milch übergehen und für die Kitten verträglich sind – der Tierarzt wählt sie entsprechend aus. Entzündungshemmende Schmerzmittel lindern die Beschwerden und senken das Fieber.
Unterstützend helfen warme, feuchte Umschläge mehrmals täglich und vorsichtiges Massieren der Drüse, um den Milchfluss zu fördern. In der Regel dürfen die Kitten weiter saugen – das entlastet die Drüse; nur bei eitriger Milch oder bestimmten Medikamenten musst du die Kitten vorübergehend mit der Flasche füttern. Ein Abszess muss chirurgisch geöffnet und gespült werden. Bei Blutvergiftung ist eine stationäre Intensivbehandlung nötig.
Pflege und Alltag
Halte das Wurfbett penibel sauber und wechsle die Unterlagen täglich. Führe die warmen Umschläge ruhig und in einer vertrauten Umgebung durch – Stress hemmt den Milchfluss zusätzlich.
Kontrolliere täglich die Temperatur der Katze und das Gewicht der Kitten (kleine Küchenwaage): Stagniert das Gewicht, musst du zufüttern. Gib alle Medikamente über die volle Dauer. Achte darauf, dass die Mutterkatze viel trinkt und gut frisst – säugende Katzen brauchen deutlich mehr Energie und Wasser als sonst.
Denke auch an deine eigene Versorgung: Eine säugende Katze mit Mastitis zu pflegen bedeutet mehrere Wochen intensiver Arbeit – Wiegen, Umschläge, eventuell Flaschenfütterung der Kitten alle zwei bis drei Stunden. Plane diese Zeit ein und hole dir im Zweifel Unterstützung in der Familie.
Verlauf und Prognose
Früh behandelt heilt eine Mastitis in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen folgenlos aus, und die Kitten können weiter gesäugt werden. Mit Abszessen dauert die Heilung länger, ist aber meist ebenfalls erfolgreich.
Unbehandelt drohen schwere Komplikationen: Die Entzündung kann in eine Blutvergiftung übergehen, und die Kitten verlieren ihre Nahrungsquelle. Beides lässt sich mit zeitnahem Handeln gut verhindern.
Für die Kitten ist eine rechtzeitig behandelte Mastitis der Mutter in der Regel folgenlos. Kritisch wird es nur, wenn sie tagelang keine Milch bekommen – deshalb ist das tägliche Wiegen der Wurfkinder die wichtigste Kontrollmaßnahme zu Hause.
In seltenen Fällen bildet sich nach einer ausgeheilten Mastitis eine vernarbte Drüse, die bei der nächsten Laktation nicht mehr voll funktioniert. Das ist unproblematisch, solange die übrigen Drüsen die Kitten versorgen – beobachte bei einer erneuten Trächtigkeit das Gewicht der Kitten besonders aufmerksam.
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Vorbeugung
- Halte Wurfbett und Umgebung der säugenden Katze sauber und trocken.
- Schneide den Kitten bei Bedarf die Krallenspitzen (nur durch erfahrene Hände oder den Tierarzt).
- Kontrolliere das Gesäuge täglich auf Rötungen und Verhärtungen.
- Setze Kitten nach der Säugezeit langsam ab, damit kein Milchstau entsteht.
- Sorge für gute Ernährung und immer frisches Wasser für die Mutterkatze.
- Achte bei einer erneuten Trächtigkeit derselben Katze von Anfang an auf Gesäugepflege und saubere Unterlagen.<
Kosten und Versicherung
Was kostet die Behandlung?
Die genauen Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und hängen von Aufwand, Klinik und Region ab.
Die Untersuchung mit Antibiotika und Schmerzmitteln liegt grob bei 80 bis 200 Euro. Kommen eine Milchuntersuchung oder eine Abszess-Operation hinzu, sind je nach Aufwand 250 bis 600 Euro möglich.
Übernimmt die Versicherung die Kosten?
Eine Katzenkrankenversicherung oder OP-Versicherung übernimmt in der Regel einen Großteil der Behandlungskosten – je nach Tarif auch Diagnostik, Medikamente und Nachsorge. Prüfe die Leistungen und Wartezeiten deines Tarifs, damit du im Ernstfall abgesichert bist.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Versicherungsberatung im Sinne des §34d GewO; für eine individuelle Beratung wende dich bitte an einen zugelassenen Versicherungsberater.
Weitere Krankheiten und Ratgeber findest du in unserem Überblick über Katzenkrankheiten.
Häufige Fragen
Können die Kitten trotz Mastitis weiter saugen?
In vielen Fällen ja – das entlastet die Drüse. Der Tierarzt entscheidet nach dem verwendeten Medikament und dem Zustand der Milch; manchmal ist vorübergehendes Zufüttern nötig.
Kann eine nicht trächtige Katze eine Mastitis bekommen?
Selten, aber möglich – etwa bei einer Scheinschwangerschaft mit Milchproduktion oder bei Hormonstörungen. Auch hier gehört das Gesäuge untersucht.
Wie unterscheide ich Mastitis von einem Tumor?
Die Mastitis ist heiß, schmerzhaft und geht mit Fieber einher – meist bei säugenden Katzen. Ein Tumor ist ein fester, meist schmerzloser Knoten ohne Entzündungszeichen. Im Zweifel klärt die Zellprobe.
Wie schnell wirkt das Antibiotikum?
Meist bessert sich der Zustand innerhalb von 24 bis 48 Stunden deutlich. Gib das Antibiotikum trotzdem so lange, wie der Tierarzt es verordnet hat.
Kann ich die Mastitis zu Hause allein behandeln?
Nein. Warme Umschläge helfen, aber ohne Antibiotika droht eine Blutvergiftung. Eine tierärztliche Behandlung ist immer nötig.
