Tierkardiologie: Herzerkrankungen bei Hund und Katze früh erkennen2026-10-23T00:51:01+02:00
Tierärztin macht einen Bauchultraschall bei einem Hund

Tierkardiologie: Herzerkrankungen bei Hund und Katze früh erkennen

Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen älterer Hunde und sind auch bei Katzen weit verbreitet – oft ohne dass Halter etwas bemerken. Viele Tiere zeigen erst Symptome, wenn das Herz schon deutlich geschwächt ist. Die Tierkardiologie ist das Fachgebiet für Herz und Kreislauf. Diese Seite erklärt, was ein Tierkardiologe macht, bei welchen Anzeichen Sie aufmerksam werden sollten, wie ein Herzultraschall abläuft, warum eine frühe Diagnose die Lebenszeit verlängern kann und was die Untersuchung nach der Gebührenordnung kostet.

Ihr Tier atmet schwer oder hustet? Bei Atemnot ist sofort ein Tierarzt nötig. Mehr zu den Symptomen unter Atemnot beim Hund und Atemnot bei der Katze. Eine erste Einordnung gibt der Symptom-Checker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tierkardiologie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Herz- und Kreislauferkrankungen bei Hund, Katze und Heimtieren.
  • Qualifikation: Die Zusatzbezeichnung „Kardiologie beim Kleintier“ setzt 2 Jahre Weiterbildung und unter anderem 100 standardisierte Herzultraschalluntersuchungen voraus.
  • Hund: Die häufigste Herzerkrankung ist die Mitralklappenerkrankung, vor allem bei kleinen Rassen wie dem Cavalier King Charles Spaniel.
  • Katze: Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) verläuft oft lange unbemerkt – auch ohne Herzgeräusch.
  • Früh behandeln lohnt sich: In der EPIC-Studie verzögerte eine frühe Behandlung den Beginn der Herzinsuffizienz bei Hunden mit vergrößertem Herzen im Schnitt um 15 Monate.
  • Kosten: Ein Herzcheck mit Ultraschall, Doppler, EKG und Blutdruck kostet nach GOT rund 243 € (1-fach) bis 729 € (3-fach) brutto.

Tierversicherungen: Anbieter im Überblick (Anzeige)

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Die angezeigten Anbieter werden zufällig ausgewählt. Pawmio bewertet und vergleicht keine Tarife und vermittelt keine Versicherungen. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Was ist Tierkardiologie?

Die Tierkardiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Sie befasst sich mit Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzklappen, des Herzrhythmus und der großen Gefäße sowie mit Bluthochdruck. Herzkrankheiten bei Tieren unterscheiden sich deutlich von denen beim Menschen: Herzinfarkte durch verkalkte Herzkranzgefäße spielen kaum eine Rolle, dafür sind Klappen- und Herzmuskelerkrankungen sehr häufig.

Was ein Tierkardiologe in der Tierkardiologie untersucht und behandelt

  • Herzklappen: undichte oder verengte Klappen, etwa bei der Mitralklappenerkrankung
  • Herzmuskel: Kardiomyopathien wie HCM bei der Katze oder DCM beim Hund
  • Herzrhythmus: zu langsamer, zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Angeborene Herzfehler: etwa Verengungen von Gefäßen oder Löcher in der Herzscheidewand
  • Bluthochdruck: oft als Folge von Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen bei älteren Katzen
  • Zuchtuntersuchungen: Herzultraschall bei Rassen mit erblichen Herzerkrankungen

Hausarztpraxis oder Spezialist?

Ein Herzgeräusch hört meist die Hausarztpraxis bei der Impfung oder Vorsorge. Für die genaue Diagnose ist ein Herzultraschall mit Doppler nötig, der viel Erfahrung erfordert. Deshalb überweisen viele Praxen dafür an Kolleginnen und Kollegen mit kardiologischem Schwerpunkt. Die Weiterbehandlung übernimmt oft wieder die Hausarztpraxis.

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Tierkardiologe: Welche Qualifikation steckt dahinter?

Eine eigene Berufsbezeichnung „Tierkardiologe“ gibt es in Deutschland nicht. Tierärztinnen und Tierärzte können aber die Zusatzbezeichnung „Kardiologie beim Kleintier“ ihrer Landestierärztekammer erwerben.

Zusatzbezeichnung „Kardiologie beim Kleintier“

Am Beispiel der Tierärztekammer Nordrhein (Stand 2024):

AnforderungVorgabe
Weiterbildungszeit2 Jahre
Standardisierte Herzultraschalluntersuchungen100 (2D, M-Mode, Doppler)
EKG80
Blutdruckmessungen30
Thorax-Röntgen in 2 Ebenen50
Punktionen von Brusthöhle und Herzbeutel20 und 10
Fallberichte und Fortbildung15 ausführliche Fallberichte, 15 Kurzberichte, mindestens 80 Stunden Fortbildung

Zuchtuntersuchungen: Collegium Cardiologicum

Für kardiologische Zuchttauglichkeitsuntersuchungen gibt es in Deutschland das Collegium Cardiologicum e.V. Der Verein setzt sich für die Qualitätssicherung dieser Untersuchungen ein und veröffentlicht eine Liste der zugelassenen Untersucher. Viele Zuchtverbände verlangen Befunde von diesen Untersuchern.

Tierservice in Ihrer Nähe

Alle Tierservices an einem Ort

Ob Impfung, Urlaubsbetreuung oder Erziehung: Mit Pawmio finden Sie in wenigen Sekunden passende Anbieter für Ihren Hund oder Ihre Katze. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein – wir zeigen Ihnen die nächsten Tierärzte, Tierpensionen, Hundeschulen, Hundefriseure und Tierheime, sortiert nach Entfernung.

So funktioniert die Suche

  • Service wählen: Tippen Sie oben auf den Bereich, den Sie suchen.
  • PLZ oder Stadt eingeben: Sie sehen sofort die nächsten Anbieter mit Entfernung, Adresse und Telefonnummer.
  • Direkt kontaktieren: Anrufen, Website besuchen oder Route planen – ohne Umweg.

Unsere Daten

Die Einträge stammen aus öffentlichen Quellen wie OpenStreetMap und werden laufend ergänzt. Fehlt ein Betrieb oder stimmt eine Angabe nicht mehr? Dann sag uns Bescheid – wir korrigieren den Eintrag schnell.

8 Anzeichen: Wann Ihr Tier zum Tierkardiologen sollte

Herzerkrankungen entwickeln sich meist schleichend. Achten Sie besonders bei älteren Tieren und gefährdeten Rassen auf diese Warnzeichen:

  1. Herzgeräusch: von der Tierärztin bei der Vorsorge festgestellt – der häufigste Anlass für einen Herzultraschall
  2. Schnellere Atmung in Ruhe oder im Schlaf: oft das früheste Zeichen einer beginnenden Herzschwäche
  3. Husten, vor allem nachts oder nach dem Aufstehen – siehe Husten beim Hund
  4. Schnelle Erschöpfung beim Spaziergang, häufiges Stehenbleiben
  5. Ohnmachtsanfälle oder kurzes Zusammenbrechen, etwa bei Aufregung
  6. Dicker Bauch durch Flüssigkeitsansammlung
  7. Offenes Maul beim Atmen bei Katzen – bei Katzen immer ein Alarmsignal
  8. Plötzliche Lähmung der Hinterbeine bei Katzen mit Schmerzen und kalten Pfoten – möglicher Hinweis auf ein Blutgerinnsel, siehe Katze: Hinterbeine gelähmt

Notfall: Atemnot, bläuliche Zunge, Zusammenbruch oder plötzliche Lähmung der Hinterbeine bei der Katze sind lebensbedrohlich. Fahren Sie sofort in eine Praxis oder Tierklinik mit Notdienst – siehe 24-Stunden-Tierklinik.

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Tierkardiologie beim Hund: Häufige Herzerkrankungen

Bei Hunden hängen Herzerkrankungen stark von Größe und Rasse ab. Kleine Hunde erkranken vor allem an den Herzklappen, große eher am Herzmuskel.

ErkrankungWas dahinterstecktHäufig betroffen
MitralklappenerkrankungDie Mitralklappe schließt nicht mehr dicht, das Herz vergrößert sichkleine Hunde unter 20 kg, Cavalier King Charles Spaniel, Dackel, Zwergpudel
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)Herzmuskel erschlafft, Herz pumpt schwächergroße Rassen, z. B. Dobermann
ARVCHerzmuskelerkrankung mit Rhythmusstörungenvor allem Boxer
Pulmonalstenoseangeborene Verengung an der Lungenschlagaderjunge Hunde verschiedener Rassen
Subaortenstenoseangeborene Verengung unterhalb der Aortenklappejunge, große Hunde
HerzwurmParasiten in Herz und LungengefäßenHunde aus dem Süden oder nach Urlaub dort

Mitralklappenerkrankung: Die Stadien nach ACVIM

Die amerikanische Fachgesellschaft ACVIM teilt die Mitralklappenerkrankung in ihren Leitlinien von 2019 (Keene et al.) in Stadien ein:

  • Stadium A: erhöhtes Risiko, etwa durch die Rasse, aber noch keine Veränderung am Herzen
  • Stadium B1: Herzgeräusch und Klappenveränderung, Herz aber noch nicht deutlich vergrößert – keine Medikamente, Kontrolle nach etwa 6 bis 12 Monaten
  • Stadium B2: Herz deutlich vergrößert, aber noch keine Symptome – Behandlung wird bereits empfohlen
  • Stadium C: Herzinsuffizienz mit Symptomen, die auf Medikamente ansprechen
  • Stadium D: Herzinsuffizienz, die auf die Standardbehandlung nicht mehr ausreichend anspricht
Infografik: Mitralklappenerkrankung beim Hund – die 5 Stadien nach ACVIM, Behandlung ab Stadium B2

Tierkardiologie bei der Katze: Typische Herzerkrankungen

Katzen sind Meister im Verbergen von Krankheiten. Herzerkrankungen fallen oft erst auf, wenn die Katze plötzlich schwer atmet oder die Hinterbeine gelähmt sind.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Bei der HCM verdickt sich der Herzmuskel, das Herz kann sich nicht mehr richtig füllen. Laut einem Fachbeitrag in der Vet Times (Mills, 2015) fanden Paige und Kollegen bei scheinbar gesunden Katzen in 16 % der Fälle eine Kardiomyopathie, davon 15 % HCM. Wichtig: Ein fehlendes Herzgeräusch schließt eine HCM nicht aus. In einer Studie hatten 69 % der Katzen mit Kardiomyopathie kein hörbares Geräusch. Gefährdet sind unter anderem Rassen wie Maine Coon und Ragdoll – mehr dazu bei den beliebten Katzenrassen.

Mögliche Folgen

  • Herzinsuffizienz: Flüssigkeit in oder um die Lunge, schnelle Atmung, Atemnot
  • Blutgerinnsel: Ein Gerinnsel kann die Beinarterien verschließen – plötzliche, schmerzhafte Lähmung der Hinterbeine (siehe Herzinfarkt und Thromboembolie bei Katzen)
  • Plötzlicher Herztod ohne vorherige Anzeichen

Auch Bluthochdruck und eine Schilddrüsenüberfunktion können das Herz älterer Katzen belasten. Eine regelmäßige Blutdruckmessung gehört deshalb zur Vorsorge bei Senioren. Bei Katzen mit Husten denken Sie außerdem an Herzwurm – mehr unter Husten bei der Katze.

Kostenlose Rechner & Checks für Hund und Katze

So läuft eine Untersuchung in der Tierkardiologie ab

Eine kardiologische Untersuchung ist für die meisten Tiere nicht belastend und kommt in der Regel ohne Narkose aus.

  1. Vorgeschichte: Atmung, Belastbarkeit, Husten, Ohnmachten, Medikamente
  2. Abhören: Herzgeräusche, Rhythmus und Lungengeräusche werden beurteilt.
  3. Herzultraschall (Echokardiografie): Der Herzultraschall beim Hund und bei der Katze ist das wichtigste Werkzeug der Tierkardiologie. Das Tier liegt auf der Seite, oft auf einem speziellen Tisch. Herzkammern, Wanddicke, Klappen und Pumpleistung werden vermessen. Mit dem Doppler wird der Blutfluss sichtbar – undichte oder verengte Klappen fallen so auf. An den Ultraschallstellen wird meist etwas Fell geschoren.
  4. EKG: zeigt Rhythmusstörungen. Bei Verdacht auf zeitweise auftretende Störungen trägt der Hund ein Langzeit-EKG (Holter) über 24 Stunden.
  5. Blutdruck: wird ähnlich wie beim Menschen mit einer Manschette gemessen, meist an Bein oder Schwanz.
  6. Röntgen: zeigt Herzgröße und ob sich Wasser in der Lunge angesammelt hat.
  7. Blutuntersuchung: Herzmarker wie NT-proBNP können Hinweise geben, ersetzen aber keinen Ultraschall.

Unruhige Katzen werden manchmal leicht sediert. Bringen Sie Ihr Tier möglichst entspannt und nicht direkt nach starker Bewegung.

Tierversicherungen: Anbieter im Überblick (Anzeige)

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Die angezeigten Anbieter werden zufällig ausgewählt. Pawmio bewertet und vergleicht keine Tarife und vermittelt keine Versicherungen. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Warum frühe Diagnose in der Tierkardiologie Lebenszeit schenkt

Viele Herzerkrankungen sind nicht heilbar. Trotzdem macht der Zeitpunkt der Diagnose einen großen Unterschied.

Die EPIC-Studie

In der internationalen EPIC-Studie wurden 360 Hunde mit Mitralklappenerkrankung und vergrößertem Herz, aber noch ohne Symptome, in 36 Zentren in elf Ländern untersucht – darunter Deutschland. Die Hälfte erhielt den Wirkstoff Pimobendan, die andere Hälfte ein Placebo. Ergebnis laut Texas A&M University: Die Behandlung verzögerte den Beginn der klinischen Symptome im Schnitt um 15 Monate. Die Ergebnisse wurden 2016 im Journal of Veterinary Internal Medicine veröffentlicht und flossen in die ACVIM-Leitlinien ein.

Was das für Sie bedeutet

Entscheidend ist, das Stadium B2 zu erkennen – also ein vergrößertes Herz, bevor Symptome auftreten. Das gelingt nur mit Herzultraschall und gegebenenfalls Röntgen. Die ACVIM empfiehlt für Rassen mit bekannter Veranlagung wie Cavalier King Charles Spaniel, Dackel und Zwergpudel regelmäßige, jährliche Untersuchungen.

Wann ein Herzcheck sinnvoll ist

  • Bei jedem neu festgestellten Herzgeräusch, auch wenn Ihr Tier munter wirkt
  • Bei gefährdeten Rassen regelmäßig, oft jährlich – die Abstände legt Ihre Tierärztin fest
  • Vor der Zucht, wenn der Zuchtverband eine Herzuntersuchung verlangt
  • Vor einer Narkose bei älteren Tieren oder bekanntem Herzgeräusch, um das Narkoserisiko besser einzuschätzen
  • Bei Katzen mit Bluthochdruck oder Schilddrüsenüberfunktion, weil beide das Herz belasten

Ein Herzcheck in jungen Jahren dient auch als Vergleichswert: Spätere Veränderungen lassen sich so besser einordnen. Viele Hausarztpraxen bieten im Rahmen der Vorsorge einen Senioren-Check an, der Abhören und Blutdruck umfasst.

Atemfrequenz zu Hause zählen

Laut ACVIM ist ein Anstieg der Atemfrequenz in Ruhe über den individuellen Ausgangswert der beste Hinweis auf eine drohende Verschlechterung. Zählen Sie bei Ihrem herzkranken Tier regelmäßig die Atemzüge pro Minute, wenn es ruhig schläft – jedes Heben des Brustkorbs zählt als ein Atemzug. Notieren Sie die Werte und fragen Sie Ihre Tierärztin, ab welchem Wert Sie sich melden sollen.

Tierservice in Ihrer Nähe

Alle Tierservices an einem Ort

Ob Impfung, Urlaubsbetreuung oder Erziehung: Mit Pawmio finden Sie in wenigen Sekunden passende Anbieter für Ihren Hund oder Ihre Katze. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl ein – wir zeigen Ihnen die nächsten Tierärzte, Tierpensionen, Hundeschulen, Hundefriseure und Tierheime, sortiert nach Entfernung.

So funktioniert die Suche

  • Service wählen: Tippen Sie oben auf den Bereich, den Sie suchen.
  • PLZ oder Stadt eingeben: Sie sehen sofort die nächsten Anbieter mit Entfernung, Adresse und Telefonnummer.
  • Direkt kontaktieren: Anrufen, Website besuchen oder Route planen – ohne Umweg.

Unsere Daten

Die Einträge stammen aus öffentlichen Quellen wie OpenStreetMap und werden laufend ergänzt. Fehlt ein Betrieb oder stimmt eine Angabe nicht mehr? Dann sag uns Bescheid – wir korrigieren den Eintrag schnell.

Behandlung in der Tierkardiologie und Leben mit herzkranken Tieren

Die Behandlung richtet sich nach Erkrankung und Stadium. Ziel ist, die Herzarbeit zu erleichtern, Wasseransammlungen zu verhindern und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Medikamente

Je nach Diagnose kommen herzstärkende Mittel, entwässernde Medikamente, Mittel gegen Rhythmusstörungen oder blutverdünnende Medikamente bei Katzen mit Gerinnselrisiko zum Einsatz. Herzmedikamente müssen meist lebenslang und pünktlich gegeben werden. Setzen Sie sie nie eigenmächtig ab und verändern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache.

Alltag mit Herzpatienten

  • Bewegung anpassen: gleichmäßige Spaziergänge statt Sprints, bei Hitze kürzere Runden
  • Gewicht halten: Übergewicht belastet das Herz zusätzlich, starke Abmagerung ist bei fortgeschrittener Herzschwäche ebenfalls ein Problem
  • Futter: Besprechen Sie salzarmes Futter und Leckerlis mit Ihrer Praxis
  • Kontrollen einhalten: regelmäßige Ultraschall- und Blutkontrollen zeigen, ob die Behandlung angepasst werden muss
  • Stress vermeiden: lange Autofahrten und Hitze möglichst meiden

Weitere Hunderassen

Was kostet ein Termin beim Tierkardiologen?

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) enthält eigene Positionen für Herzultraschall, EKG und Blutdruck.

GOT-Nr.Leistung1-fach3-fach
16Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Hund, Katze23,62 €70,86 €
644Blutdruckmessung, nicht invasiv15,39 €46,17 €
646Elektrokardiogramm (EKG)44,00 €132,00 €
648Langzeit-EKG (Holter)209,42 €628,26 €
650Basisechokardiografie (2D und M-Mode)67,20 €201,60 €
651Ergänzende Echokardiografie, z. B. Doppler, zusätzlich53,86 €161,58 €
166Röntgenaufnahme, 1. und 2., jeweils26,53 €79,59 €

Netto-Gebühren nach GOT-Anlage, ohne Labor, Medikamente, Sedierung und Mehrwertsteuer.

Rechenbeispiel: Herzcheck

Untersuchung (23,62 €), Herzultraschall (67,20 €) mit Doppler (53,86 €), EKG (44,00 €) und Blutdruckmessung (15,39 €) ergeben zum einfachen Satz 204,07 € netto, mit Mehrwertsteuer rund 242,84 €. Zum dreifachen Satz sind es 612,21 € netto oder rund 728,53 € brutto. Röntgen, Laborwerte und Medikamente kommen bei Bedarf hinzu. Weitere Preisbeispiele finden Sie bei den Kosten für Ultraschall beim Hund und Ultraschall bei der Katze; alle Sätze stehen in der GOT-Gebührenordnung.

Kosten der Tierkardiologie absichern

Herzkrankheiten verursachen selten eine einzelne hohe Rechnung, aber laufende Kosten über Jahre: Kontrolluntersuchungen, Medikamente und gegebenenfalls Klinikaufenthalte bei einer Verschlechterung. Ob eine Versicherung zahlt, hängt vom Tarif ab:

  • OP-Versicherung: deckt in der Regel nur Operationen ab – bei Herzerkrankungen selten relevant, da die meisten medikamentös behandelt werden.
  • Krankenversicherung: kann je nach Tarif Diagnostik, Kontrollen und Medikamente übernehmen.
  • Vorerkrankungen: Ein bereits festgestelltes Herzgeräusch ist beim Abschluss häufig ausgeschlossen. Ein Abschluss lohnt sich daher eher in jungen Jahren.
  • Rassetypische und erbliche Erkrankungen: können in manchen Tarifen ausgeschlossen oder begrenzt sein.
  • Jahreshöchstgrenzen: sind bei chronischen Erkrankungen besonders wichtig.

Maßgeblich sind immer die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Einen neutralen Überblick bietet der Anbieterübersicht Tierkrankenversicherung. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

Tierversicherungen: Anbieter im Überblick (Anzeige)

Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.

*Die angezeigten Anbieter werden zufällig ausgewählt. Pawmio bewertet und vergleicht keine Tarife und vermittelt keine Versicherungen. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Häufige Fragen zur Tierkardiologie

Mein Hund hat ein Herzgeräusch – ist das gefährlich?

Ein Herzgeräusch ist ein Hinweis, keine Diagnose. Ob dahinter eine behandlungsbedürftige Erkrankung steckt, zeigt erst der Herzultraschall. Bei kleinen Hunden ist die Mitralklappenerkrankung die häufigste Ursache.

Wie lange kann ein Hund mit Herzerkrankung leben?

Das hängt von Erkrankung und Stadium ab. Viele Hunde mit Mitralklappenerkrankung leben im Stadium B1 noch jahrelang ohne Medikamente. Mit rechtzeitiger Behandlung lässt sich auch die Zeit bis zur Herzinsuffizienz verlängern.

Hat meine Katze ohne Herzgeräusch ein gesundes Herz?

Nicht unbedingt. Viele Katzen mit HCM haben kein hörbares Geräusch. Bei gefährdeten Rassen oder vor der Zucht ist ein Herzultraschall sinnvoll.

Braucht mein Tier für den Herzultraschall eine Narkose?

Nein, in der Regel nicht. Sehr unruhige Tiere werden manchmal leicht sediert.

Herzultraschall Hund: Was kostet die Untersuchung?

Basisechokardiografie und Doppler kosten zusammen 121,06 € netto zum einfachen Satz, mit Untersuchung, EKG und Blutdruck rund 243 € brutto. Je nach Aufwand und Gebührensatz kann es mehr sein.

Wo finde ich einen Tierkardiologen?

Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis nach einer Überweisung. Praxen und Kliniken in Ihrer Region zeigt der Tierarzt-Finder; für Zuchtuntersuchungen hilft die Untersucherliste des Collegium Cardiologicum.

Quellen

Aktuelle Ratgeber

Neu im Magazin – Tipps zu Kosten, Versicherung und Gesundheit

Nach oben