American Curl

American Curl Katze mit typisch nach hinten gebogenen Ohren

Steckbrief

Größe
Klein bis mittelgroß; elegant, ausgewogen und moderat muskulös
Gewicht
Katze ca. 2,3–3,6 kg; Kater ca. 3,2–4,5 kg
Lebenserwartung
ca. 10–20 Jahre
Charakter
verspielt, menschenbezogen, neugierig, anpassungsfähig und freundlich
Pflegeaufwand
niedrig bis mittel

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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

Einleitung

Die American Curl gehört zu den auffälligsten Katzenrassen überhaupt. Ihr Markenzeichen sind die nach hinten gebogenen Ohren, die dem Gesicht einen wachen, freundlichen Ausdruck verleihen. Trotz dieses ungewöhnlichen Merkmals wirkt die Rasse insgesamt harmonisch: Der Körper ist elegant und moderat muskulös, die Augen wirken aufmerksam und lebhaft, und sowohl kurzhaarige als auch langhaarige Varianten kommen in vielen Farben und Zeichnungen vor. Charakterlich gilt die American Curl als verspielt, kontaktfreudig und erstaunlich anpassungsfähig.

American Curl Katze: Herkunft und Entwicklung

Die Geschichte der American Curl beginnt 1981 in Lakewood im US-Bundesstaat Kalifornien. Dort tauchte eine schwarze, langhaarige Katze mit ungewöhnlich nach hinten gebogenen Ohren auf. Sie erhielt den Namen Shulamith und gilt als Ursprung der heutigen Rasse. Als sie später Junge bekam, zeigte sich bei einem Teil der Kitten dieselbe besondere Ohrenform. Damit war klar, dass es sich nicht um eine einmalige äußere Besonderheit handelte, sondern um ein vererbbares Merkmal.

Genetische Untersuchungen bestätigten später, dass das Merkmal autosomal dominant vererbt wird. Das bedeutet vereinfacht: Bereits eine Kopie des entsprechenden Gens kann dazu führen, dass die typische Ohrform sichtbar wird. TICA und CFA beschreiben die Rasse heute als eigenständige, natürlich entstandene Katzenrasse mit vergleichsweise breitem genetischem Hintergrund. Für die Entwicklung der Rasse wurden über viele Jahre auch Katzen mit normalen Ohren einbezogen, um die genetische Vielfalt zu erhalten.

Aussehen der American Curl: Die Ohren stehen im Mittelpunkt

American-Curl-Kitten werden zunächst mit geraden Ohren geboren. Nach wenigen Tagen beginnen sich die Ohren nach hinten zu biegen. Die endgültige Form entwickelt sich erst im Verlauf der ersten Lebensmonate. TICA beschreibt, dass die endgültige Krümmung ungefähr mit vier Monaten beurteilt werden kann. Der Grad der Biegung kann sich von Tier zu Tier deutlich unterscheiden.

Die Ohren sollen eine geschwungene, natürliche Kurve bilden und dürfen nicht gewaltsam bewegt oder nach hinten gedrückt werden. Der Knorpel ist fester als bei vielen anderen Katzen und sollte besonders vorsichtig behandelt werden. Neben den Ohren ist die American Curl eine eher leichte bis mittelgroße Katze. Erwachsene Kätzinnen wiegen häufig ungefähr 2,3 bis 3,6 Kilogramm, Kater etwa 3,2 bis 4,5 Kilogramm. Der Körper soll ausgewogen wirken und nicht massiv oder schwer erscheinen.

American Curl Charakter: verspielt bis ins Erwachsenenalter

Ein wichtiger Grund für die Beliebtheit der Rasse ist ihr Charakter. American Curls gelten als menschenbezogen, neugierig und verspielt. TICA bezeichnet sie sinngemäß als besonders jugendlich wirkende Katzen, weil viele Tiere ihre spielerische Art bis ins höhere Alter behalten. Sie nehmen gern am Familienleben teil, beobachten Tätigkeiten im Haushalt und suchen häufig die Nähe ihrer Bezugspersonen.

Dabei gelten sie normalerweise nicht als besonders laute Katzen. Viele Tiere kommunizieren eher mit leisen Lauten, Blickkontakt oder direkter Annäherung. Durch ihre soziale Art können American Curls sowohl zu Einzelpersonen als auch zu Familien passen. Entscheidend ist weniger die Haushaltsform als die Frage, ob die Katze genügend Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Rückzugsmöglichkeiten erhält.

Pflege und Haltung

Die American Curl Haltung ist im Alltag unkompliziert, wenn ihre soziale und neugierige Persönlichkeit berücksichtigt wird. Die Rasse benötigt keine außergewöhnlich große Wohnung, profitiert aber stark von einer strukturierten Umgebung mit verschiedenen Ebenen, Kratzmöglichkeiten, Fensterplätzen und wechselnden Beschäftigungsangeboten. Da viele American Curls aktiv am Alltag ihrer Menschen teilnehmen möchten, sollte die Katze nicht dauerhaft auf sich allein gestellt sein.

American Curl als Wohnungskatze

Eine American Curl kann sehr gut als Wohnungskatze gehalten werden. Entscheidend ist, dass die Wohnung nicht nur als Bodenfläche, sondern als dreidimensionaler Lebensraum gestaltet wird. Hohe Kratzbäume, stabile Wandbretter, erhöhte Schlafplätze und Beobachtungspunkte an Fenstern schaffen zusätzliche nutzbare Fläche. Ein gesicherter Balkon kann den Alltag bereichern, ist aber keine Voraussetzung.

Wegen ihrer Neugier ist die Wohnungssicherung wichtig. Kippfenster, ungesicherte Balkone, giftige Pflanzen und frei zugängliche Schnüre oder Kleinteile können gefährlich werden. Auch Schränke und Türen können interessant sein, denn TICA beschreibt American Curls als clevere Entdecker, die gern ihre Umgebung untersuchen.

Beschäftigung und Bewegung

American Curls sind verspielt, aber normalerweise keine extremen Hochleistungskatzen. Sie mögen kurze, regelmäßige Spieleinheiten, bei denen sie jagen, springen, suchen oder kleine Aufgaben lösen können. Spielangeln, Fummelbretter, Futterspiele und einfache Apportierspiele sind geeignete Möglichkeiten. Viele Tiere lernen schnell, weil sie neugierig sind und gern mit Menschen interagieren.

Abwechslung ist wichtiger als eine große Menge an Spielzeug. Es ist sinnvoll, einen Teil des Spielzeugs zeitweise wegzuräumen und später wieder anzubieten. Dadurch bleibt es interessanter. Auch Kartons, Papierbälle oder wechselnde Verstecke können den Alltag bereichern, solange keine verschluckbaren Kleinteile verwendet werden.

Zweitkatze und andere Haustiere

Die American Curl gilt als sozial und anpassungsfähig. TICA und CFA beschreiben viele Vertreter der Rasse als gut verträglich mit anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden. Ob eine Zweitkatze sinnvoll ist, hängt dennoch vom individuellen Tier ab. Alter, Temperament und Aktivitätsniveau sollten möglichst zusammenpassen.

Bei einer Vergesellschaftung sind ausreichend getrennte Ressourcen wichtig: mehrere Katzenklos, verschiedene Futter- und Wasserstellen, Rückzugsorte und erhöhte Liegeplätze. Eine zweite Katze ist keine Garantie für Harmonie, kann aber bei einem passenden Sozialpartner eine wertvolle Ergänzung sein. Besonders in Haushalten, in denen die Menschen regelmäßig mehrere Stunden außer Haus sind, sollte geprüft werden, ob ein geeigneter Artgenosse sinnvoll ist.

Familie und Kinder

American Curls gelten häufig als familienfreundlich. Kinder sollten jedoch lernen, die Katze nicht an den Ohren anzufassen oder sie gegen ihren Willen festzuhalten. Die besondere Ohrform ist kein Spielzeug. Rückzugsmöglichkeiten, ruhige Schlafplätze und ein respektvoller Umgang sind Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben.

American Curl Katze bei der tierärztlichen Untersuchung der Ohren

Gesundheit & typische Krankheiten

Die American Curl Gesundheit wird insgesamt als robust beschrieben. CFA weist darauf hin, dass bislang keine klar etablierten rassespezifischen Gesundheitsprobleme bekannt sind. Trotzdem bedeutet das nicht, dass jede American Curl automatisch gesund bleibt. Wie alle Katzen kann sie allgemeine Erkrankungen entwickeln, und bei dieser Rasse verdienen die Ohren wegen ihrer besonderen Knorpelstruktur zusätzliche Aufmerksamkeit.

American Curl Krankheiten: keine lange Liste typischer Erbkrankheiten

Bei vielen Rassekatzen werden bestimmte genetische Erkrankungen regelmäßig genannt. Für die American Curl existiert derzeit keine vergleichbar lange Liste klar etablierter rassetypischer Erkrankungen. Der breite genetische Hintergrund der Rasse wird häufig als Vorteil betrachtet. Seriöse Züchter sollten dennoch die Gesundheit ihrer Linien dokumentieren und allgemeine Vorsorge nicht vernachlässigen.

Interessenten sollten deshalb misstrauisch werden, wenn ein Züchter behauptet, die Rasse könne grundsätzlich keine erblichen oder chronischen Erkrankungen bekommen. Auch bei genetisch vielfältigen Populationen können individuelle Gesundheitsprobleme auftreten. Wichtig sind transparente Zucht, tierärztliche Betreuung und eine verantwortungsvolle Auswahl der Elterntiere.

Ohren und Knorpel richtig behandeln

Das auffälligste Merkmal der American Curl ist zugleich der Bereich, der besonders vorsichtig behandelt werden sollte. TICA weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ohren nicht in unnatürliche Positionen gedrückt oder stark gebogen werden dürfen. Der Knorpel kann beschädigt werden, wenn man versucht, die Ohrform zu verändern oder die Ohren grob anfasst.

Ohren regelmäßig kontrollieren

Die Ohren sollten regelmäßig auf Rötung, unangenehmen Geruch, übermäßiges Ohrsekret, Krusten oder häufiges Kratzen kontrolliert werden. Solche Anzeichen können auf Entzündungen, Parasiten oder andere Probleme hindeuten. Gereinigt wird nur, wenn tatsächlich Verschmutzung vorhanden ist, und idealerweise mit einem vom Tierarzt empfohlenen Produkt. Wattestäbchen sollten nicht tief in den Gehörgang eingeführt werden.

Keine unnötige Manipulation

Auch beim Bürsten, Spielen oder Hochheben sollte darauf geachtet werden, nicht an den Ohren zu ziehen. Kinder und Besucher sollten darüber informiert werden. Die Ohrform ist genetisch vorgegeben und muss weder „korrigiert“ noch regelmäßig gebogen werden.

Allgemeine Vorsorge

Zur Gesundheitsvorsorge gehören regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, Gewichtskontrolle, Zahnpflege, Impfungen nach individueller Empfehlung und Parasitenkontrolle. Mit zunehmendem Alter können Blut- und Urinuntersuchungen helfen, Krankheiten frühzeitig zu entdecken. Plötzliche Verhaltensänderungen, Appetitverlust, häufiges Erbrechen, Gewichtsverlust oder Veränderungen beim Trinken und Urinieren sollten unabhängig von der Rasse tierärztlich abgeklärt werden.

Die von TICA genannte Lebenserwartung liegt bei ungefähr 10 bis 20 Jahren. Diese große Spannbreite zeigt, wie stark individuelle Faktoren wie Genetik, Haltung, Ernährung, Körpergewicht und medizinische Versorgung die tatsächliche Lebensdauer beeinflussen.

Mehr dazu: Ohrenentzündung bei Katzen (Otitis).

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Ernährung

Für die American Curl Ernährung ist keine spezielle rassespezifische Diät notwendig. Entscheidend ist ein vollwertiges Katzenfutter, das zum Alter, Gewicht, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand passt. Kitten benötigen während des Wachstums eine andere Nährstoffzusammensetzung als erwachsene oder ältere Katzen.

American Curl Katzenfutter: bedarfsgerecht statt rassespezifisch

Ein geeignetes Alleinfuttermittel liefert Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und essentielle Nährstoffe in einer ausgewogenen Zusammensetzung. Die Futtermenge sollte regelmäßig an die Körperkondition angepasst werden. Gerade Wohnungskatzen können nach der Kastration einen geringeren Energiebedarf entwickeln, obwohl ihr Appetit gleich bleibt.

Das Idealgewicht lässt sich nicht allein anhand einer Zahl bestimmen. Rippen sollten fühlbar bleiben, ohne deutlich hervorzustehen, und von oben sollte eine erkennbare Taille vorhanden sein. Regelmäßiges Wiegen hilft, schleichende Gewichtszunahme früh zu erkennen.

Nassfutter, Trockenfutter und Flüssigkeitsaufnahme

Nassfutter besitzt einen hohen Feuchtigkeitsanteil und kann die tägliche Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Trockenfutter kann ebenfalls Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, sollte aber mengenmäßig kontrolliert werden. Kleine Mengen können relativ viele Kalorien enthalten. Mehrere Wasserstellen in der Wohnung oder ein Trinkbrunnen können Katzen zusätzlich zum Trinken anregen.

Welche Fütterungsform am besten passt, hängt vom einzelnen Tier ab. Manche Katzen bevorzugen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Automatische Futterspender oder Fummelbretter können helfen, Mahlzeiten zu strukturieren und gleichzeitig Beschäftigung zu schaffen.

Leckerchen und selbst zubereitetes Futter

Leckerchen sollten nur einen kleinen Teil der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Bei Trainingseinheiten können sehr kleine Portionen verwendet und von der normalen Futterration abgezogen werden. Selbst gekochte Rationen oder BARF sollten nur mit fachlich berechneter Nährstoffversorgung eingesetzt werden, da Fehler bei Taurin, Calcium, Vitaminen oder Spurenelementen gesundheitliche Folgen haben können.

Bei Übergewicht, Nierenerkrankungen, Verdauungsproblemen, Futtermittelunverträglichkeiten oder anderen medizinischen Besonderheiten sollte die Fütterung gemeinsam mit einer Tierarztpraxis oder einer qualifizierten tierärztlichen Ernährungsberatung geplant werden.

Verhalten & Training

Der American Curl Charakter wird häufig als freundlich, neugierig und verspielt beschrieben. Viele Tiere interessieren sich stark für das, was ihre Menschen tun, und möchten aktiv am Alltag teilnehmen. Gleichzeitig gelten sie meist nicht als aufdringlich oder besonders laut. Diese Kombination macht sie zu angenehmen Begleitern für Menschen, die eine interaktive Katze wünschen.

American Curl Verhalten im Alltag

American Curls behalten laut TICA und CFA häufig eine kittenhafte Verspieltheit bis ins Erwachsenenalter. Sie untersuchen neue Gegenstände, beobachten Veränderungen in der Wohnung und reagieren oft interessiert auf Besucher oder neue Beschäftigungsangebote. Trotzdem braucht auch eine neugierige Katze ausreichend Ruhe. Erwachsene Katzen schlafen einen großen Teil des Tages, und ungestörte Rückzugsorte gehören deshalb zur Grundausstattung.

Viele American Curls zeigen ihre Zuneigung durch Nähe, sanftes Anstupsen oder indem sie ihren Menschen durch die Wohnung folgen. Nicht jede Katze möchte ständig auf dem Schoß liegen. Menschenbezogenheit zeigt sich bei Katzen sehr unterschiedlich, weshalb individuelle Vorlieben respektiert werden sollten.

Training mit positiver Verstärkung

Die Intelligenz und Neugier der American Curl lassen sich gut für Training nutzen. Clickertraining, Targettraining, Apportieren oder kleine Suchaufgaben können den Alltag bereichern. Wichtig ist, das Training freiwillig und kurz zu halten. Eine Katze sollte jederzeit die Möglichkeit haben, eine Einheit zu beenden.

Auch praktische Alltagssituationen lassen sich trainieren. Dazu gehören das freiwillige Betreten der Transportbox, das kurze Berühren von Pfoten, das Öffnen des Mauls für eine Zahnkontrolle oder ruhiges Warten vor dem Füttern. Solche Übungen können spätere Tierarztbesuche und Pflegemaßnahmen deutlich erleichtern.

Transportbox positiv aufbauen

Die Transportbox sollte nicht nur dann erscheinen, wenn ein Tierarzttermin ansteht. Sie kann dauerhaft offen in der Wohnung stehen und mit einer vertrauten Decke, Leckerchen oder Ruhezeiten verbunden werden. Dadurch verliert sie für viele Katzen einen Teil ihres negativen Signals.

Beschäftigung gegen Langeweile

Unterforderung kann sich durch übermäßiges Fordern, nächtliche Aktivität, destruktives Kratzen oder andere unerwünschte Verhaltensweisen zeigen. Bevor solche Veränderungen ausschließlich als Langeweile interpretiert werden, sollten plötzlich auftretende Auffälligkeiten medizinisch abgeklärt werden. Ist die Katze gesund, helfen strukturierte Spielzeiten, Futterspiele, Klettermöglichkeiten und wechselnde Umweltreize.

Ziel ist nicht, die American Curl dauerhaft zu beschäftigen. Ein guter Alltag besteht aus Aktivität, Beobachtung, Sozialkontakt und ausreichend Schlaf. Gerade intelligente Katzen profitieren von festen Routinen, innerhalb derer trotzdem kleine neue Aufgaben oder Spiele angeboten werden.

curled ear cat indoor

Fell- und Körperpflege

Das American Curl Fell gibt es als Kurzhaar- und Langhaarvariante. Beide Varianten besitzen laut CFA vergleichsweise wenig Unterwolle und gelten deshalb als relativ pflegeleicht. Das Fell liegt weich und seidig am Körper an und neigt bei vielen Tieren weniger zum starken Verfilzen als bei sehr dichten Langhaarrassen.

American Curl Fellpflege und Bürsten

Bei kurzhaarigen American Curls reicht häufig gelegentliches Bürsten aus, um lose Haare zu entfernen. Langhaarige Tiere profitieren meist von ein bis zwei kurzen Pflegeeinheiten pro Woche. CFA nennt sogar einen relativ niedrigen Pflegebedarf, weil die Unterwolle nur schwach ausgeprägt ist. Während des Fellwechsels kann häufigeres Bürsten sinnvoll sein.

Wichtig ist, die Katze früh und positiv an Bürste oder Kamm zu gewöhnen. Kurze Einheiten sind besser als langes Festhalten. Kleine Belohnungen helfen dabei, die Pflege als angenehme Routine aufzubauen.

Ohrenpflege bei der American Curl

Die Ohren benötigen besondere Vorsicht. Sie sollten regelmäßig angeschaut, aber nicht unnötig manipuliert werden. Verschmutzungen können vorsichtig mit einem geeigneten Ohrenreiniger entfernt werden, wenn dies notwendig ist. Das Ohr darf nicht nach hinten gedrückt oder in eine stärkere Biegung gebracht werden. Wegen der festen Knorpelstruktur ist grobes Anfassen zu vermeiden.

Zähne, Krallen und Körperkontrolle

Auch Zahnpflege gehört zur Routine. Idealerweise wird das Zähneputzen mit spezieller Katzenzahnpasta schrittweise trainiert. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei älteren oder wenig aktiven Wohnungskatzen. Beim Bürsten kann gleichzeitig auf Hautveränderungen, Knoten, kleine Verletzungen oder ungewöhnliche Schmerzreaktionen geachtet werden.

Baden ist bei einer gesunden American Curl normalerweise nicht regelmäßig erforderlich. Katzen pflegen ihr Fell selbst sehr gründlich. Häufiges Baden ohne medizinischen Grund kann Haut und Fell unnötig belasten.

Hinweise für Katzenhalter

Wer eine American Curl kaufen möchte, sollte nicht allein wegen der ungewöhnlichen Ohren entscheiden. Die Rasse ist sozial, verspielt und menschenbezogen und passt am besten zu einem Haushalt, der täglich Zeit für Interaktion und Beschäftigung einplant. In Deutschland ist die American Curl deutlich seltener als beispielsweise Britisch Kurzhaar, Maine Coon oder Ragdoll. Dadurch kann die Suche nach einem seriösen Züchter länger dauern.

American Curl Züchter: Worauf achten?

Ein verantwortungsvoller Züchter kann die Abstammung der Tiere nachvollziehbar dokumentieren, gibt Auskunft über Gesundheitsvorsorge und zeigt transparent, unter welchen Bedingungen die Kitten aufwachsen. Die Mutterkatze sollte nach Möglichkeit zu sehen sein. Kitten sollten nicht zu früh abgegeben werden und bei der Abgabe altersgerecht sozialisiert, tierärztlich betreut und mit den notwendigen Unterlagen ausgestattet sein.

Beim American Curl ist außerdem wichtig, dass die Ohren nicht nur nach optischen Kriterien beurteilt werden. Extreme Formen sollten nicht zum alleinigen Zuchtziel werden. Ein seriöser Züchter erklärt die Entwicklung der Ohren und weist darauf hin, dass Kitten mit geraden Ohren geboren werden und sich die endgültige Form erst über mehrere Wochen entwickelt.

American Curl Kosten realistisch planen

Zu den laufenden Kosten gehören hochwertiges Futter, Katzenstreu, Kratzmöbel, Transportbox, Spiel- und Beschäftigungsmaterial sowie regelmäßige Tierarztkosten. Zusätzlich können unerwartete Ausgaben für Diagnostik, Zahnbehandlung, Operationen oder Klinikaufenthalte entstehen. Diese Kosten sollten bereits vor der Anschaffung eingeplant werden.

Eine Katzenkrankenversicherung oder OP-Versicherung kann helfen, größere Behandlungskosten planbarer zu machen. Wichtig ist, Tarife früh zu prüfen, weil bereits bekannte Erkrankungen oder Beschwerden später vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein können.

Passt die American Curl zu mir?

Die Rasse kann gut zu Familien, Paaren oder Einzelpersonen passen, die eine freundliche, interaktive und anpassungsfähige Katze suchen. Sie eignet sich auch für Wohnungshaltung, wenn genügend Beschäftigung und soziale Nähe vorhanden sind. Menschen, die eine vollständig unabhängige Katze erwarten, die viele Stunden täglich allein bleibt und kaum Interaktion benötigt, sollten prüfen, ob eine andere Katze besser zum eigenen Alltag passt.

Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur das ungewöhnliche Aussehen überzeugen. Charakter, Haltung, Zeitaufwand, laufende Kosten und die langfristige Verantwortung sind entscheidender als die Form der Ohren.

Häufige Fragen

Ja. Die American Curl kann sehr gut als Wohnungskatze gehalten werden, wenn ausreichend Kletterflächen, Kratzmöglichkeiten, Fensterplätze und tägliche Beschäftigung vorhanden sind. Ein gesicherter Balkon ist eine gute Ergänzung, aber keine Voraussetzung. Wichtig ist vor allem regelmäßiger Sozialkontakt.
Die besondere Ohrform entsteht durch eine natürlich aufgetretene, autosomal dominant vererbte genetische Veränderung. American-Curl-Kitten werden mit geraden Ohren geboren. Nach wenigen Tagen beginnen sich die Ohren zu biegen, und ihre endgültige Form entwickelt sich ungefähr bis zum vierten Lebensmonat.
Ja, aber nur sehr vorsichtig. Die Ohren dürfen nicht nach hinten gedrückt, gezogen oder in eine andere Form gebogen werden. Der Knorpel ist fester als bei vielen anderen Katzen und kann durch grobe Manipulation verletzt werden. Kinder und Besucher sollten darüber informiert werden.
CFA beschreibt bislang keine klar etablierten rassespezifischen Gesundheitsprobleme. Trotzdem kann eine American Curl wie jede Katze allgemeine Erkrankungen entwickeln. Die Ohren sollten wegen ihrer besonderen Knorpelstruktur regelmäßig kontrolliert und vorsichtig behandelt werden. Regelmäßige tierärztliche Vorsorge bleibt wichtig.
Die American Curl ist klein bis mittelgroß und eher elegant als massiv. TICA nennt ungefähr 2,3 bis 3,6 Kilogramm für erwachsene Kätzinnen und etwa 3,2 bis 4,5 Kilogramm für Kater. Das tatsächliche Gewicht hängt von Geschlecht, Körperbau, Aktivität und individueller Entwicklung ab.
Der Pflegeaufwand ist meist niedrig bis mittel. Kurzhaarige American Curls benötigen nur gelegentliches Bürsten, langhaarige Tiere meist ein bis zwei kurze Pflegeeinheiten pro Woche. Da beide Varianten relativ wenig Unterwolle besitzen, neigt das Fell häufig weniger zum Verfilzen als bei sehr dichten Langhaarrassen.
Viele American Curls gelten als freundlich, anpassungsfähig und sozial. Sie können mit respektvollen Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden gut zusammenleben. Wichtig sind eine langsame Zusammenführung, ausreichend Rückzugsorte und ein Umgang, bei dem die besonderen Ohren nicht grob angefasst werden.
TICA nennt für die American Curl eine Lebenserwartung von ungefähr 10 bis 20 Jahren. Die tatsächliche Lebensdauer hängt unter anderem von Genetik, Ernährung, Körpergewicht, Haltungsbedingungen, Zahngesundheit, Vorsorge und der rechtzeitigen Behandlung von Erkrankungen ab.

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