Steifheit und weniger Springen

Das Wichtigste in Kürze

Wenn eine Katze Sprünge meidet oder steif aufsteht, kann sie Schmerzen haben. Solche Veränderungen sollten nicht einfach dem Alter zugeschrieben werden.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Bei plötzlicher Unfähigkeit aufzustehen, Lähmung oder starken Schmerzen sofort zum Notdienst.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Bei neuer Steifheit oder dauerhaft weniger Bewegung heute oder morgen einen Untersuchungstermin vereinbaren.

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Früher sprang deine Katze mühelos auf Fensterbank und Schrank, heute nimmt sie lieber den Umweg über den Stuhl oder bleibt ganz unten? Wenn eine Katze nicht mehr springt oder morgens steif wirkt, wird das oft als normales Altern abgetan. Häufig stecken aber Gelenkschmerzen dahinter, allen voran Arthrose. Katzen zeigen Schmerzen kaum offen. Umso wichtiger ist es, die leisen Zeichen zu erkennen. Hier erfährst du, was hinter „Katze springt nicht mehr“ stecken kann und wie du deiner Katze den Alltag leichter machst.

Katze springt nicht mehr: Woran du Gelenkschmerzen erkennst

Laut Cornell Feline Health Center sind Steifheit und weniger Aktivität die frühesten sichtbaren Zeichen. Ein verändertes Gangbild kommt oft erst später. Achte auf diese Hinweise:

  • Sie springt seltener, zögert vor dem Sprung oder springt nur noch auf niedrige Flächen.
  • Sie meidet Treppen oder steigt Stufe für Stufe.
  • Sie steigt mühsam ins Katzenklo oder setzt Kot und Urin daneben ab.
  • Sie putzt sich weniger, vor allem an Rücken und Hinterteil. Das Fell wirkt struppig.
  • Sie schläft mehr, sucht warme Plätze und zieht sich zurück.
  • Sie reagiert gereizt, wenn du bestimmte Stellen berührst.

Cornell nennt auch Verstopfung als mögliches Zeichen, weil die Katze sich zum Kotabsatz nicht richtig hinhocken kann.

Katze springt nicht mehr: Mögliche Ursachen

Arthrose

Die Arthrose ist laut Cornell die am häufigsten diagnostizierte Gelenkerkrankung der Katze. Dabei wird der Gelenkknorpel abgebaut, sodass Knochen auf Knochen reibt. Das verursacht Entzündung und Schmerz. Laut Cornell zeigten in einer Studie 90 % der Katzen über zwölf Jahren Arthrose-Veränderungen im Röntgenbild. Eine andere Studie deutet darauf hin, dass schon 20 % aller Katzen ab einem Jahr in gewissem Maß betroffen sind. Das MSD Veterinary Manual gibt an, dass etwa 60 bis 90 % der älteren Katzen Arthrose haben. Wichtigster Risikofaktor ist das Alter. Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Das Geschlecht spielt laut Cornell keine Rolle.

Hüftdysplasie

Bei der Hüftdysplasie entwickelt sich das Hüftgelenk fehlerhaft. Das lockere Gelenk führt später zu Arthrose. Laut MSD ist sie bei Hauskatzen selten und kommt häufiger bei Rassekatzen vor. Cornell nennt Maine Coons als besonders anfällig. Die Lahmheit reicht von leicht bis schwer.

Osteochondrodysplasie bei Faltohrkatzen

Bei Scottish-Fold-Katzen entstehen die gefalteten Ohren durch einen Defekt der Knorpelentwicklung. Diese Osteochondrodysplasie betrifft laut Science for Animal Welfare auch Gliedmaßen und Schwanz. Alle Katzen mit gefalteten Ohren sind in gewissem Maß betroffen. Typisch sind ein kurzer, dicker, an der Basis steifer Schwanz, kurze Beine, geschwollene Hand- und Sprunggelenke, Lahmheit und Unlust zu springen. Deutliche Beschwerden können ab einem Alter von 6 Monaten auftreten. Eine Heilung gibt es nicht.

Weitere Ursachen

Laut Cornell können auch Unfälle, Stoffwechsel- und Hormonstörungen, Diabetes, Knochenkrebs und Bänderrisse zu Gelenkschäden führen. Diese Ursachen sind seltener.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Steifheit entwickelt sich meist langsam. Sofort zum Tierarzt solltest du aber, wenn:

  • deine Katze plötzlich nicht mehr laufen kann oder die Hinterbeine nachzieht,
  • ihre Beine kalt sind oder sie vor Schmerzen schreit,
  • ein Gelenk heiß und dick ist und sie Fieber hat,
  • sie nach einem Sturz oder Unfall steif ist,
  • sie nicht mehr frisst oder kaum noch Urin absetzt.

Eine plötzliche Lähmung kann auf eine Aortenthrombose hinweisen. Das ist ein Notfall.

Was du zu Hause tun kannst – und was nicht

  • Zwischenstufen: Stelle Hocker, Rampen oder Kartons vor Lieblingsplätze, damit sie bequem hinaufkommt.
  • Flaches Katzenklo: Wähle eine Toilette mit niedrigem Einstieg.
  • Warme, weiche Liegeplätze: Biete Plätze ohne Zugluft an, gut erreichbar.
  • Futter und Wasser unten: Stelle Näpfe so auf, dass sie nicht springen muss.
  • Bewegung dosieren: Ruhige, regelmäßige Spieleinheiten halten die Muskulatur. Das MSD Veterinary Manual empfiehlt kontrollierte Bewegung auf weichem Untergrund und warme Kompressen.
  • Pflege unterstützen: Bürste schwer erreichbare Stellen sanft.

Das solltest du nicht tun:

  • Gib keine Schmerzmittel für Menschen. Viele sind für Katzen giftig.
  • Setze keine Ergänzungsmittel oder Schmerzmittel ohne Absprache mit deinem Tierarzt ein.
  • Lass deine Katze bei starkem Übergewicht nicht einfach hungern. Eine Diät sollte langsam und begleitet erfolgen.

So untersucht der Tierarzt

Laut Cornell beginnt die Diagnose mit einer ausführlichen Vorgeschichte und einer allgemeinen Untersuchung. Dann folgt eine orthopädische Untersuchung. Der Tierarzt tastet die Gelenke ab und prüft Beweglichkeit, Schmerz und Muskulatur. Deine Beobachtungen sind dabei besonders wichtig, weil viele Katzen in der Praxis kaum Auffälligkeiten zeigen. Röntgenbilder der Gelenke bestätigen den Verdacht. Bei Faltohrkatzen können laut Science for Animal Welfare auch CT oder MRT eingesetzt werden.

Vor einer Dauertherapie mit Schmerzmitteln prüft der Tierarzt meist die Blutwerte, vor allem die Nierenfunktion. Laut Cornell zielt die Behandlung vor allem auf Schmerzlinderung und gute Pflege zu Hause. Das MSD Veterinary Manual nennt Gewichtsabbau, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie ein neueres Antikörper-Präparat gegen Arthroseschmerz.

Was kostet die Abklärung?

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im 1- bis 3-fachen Satz. Einfache Sätze, netto ohne 19 % Mehrwertsteuer:

Leistung GOT-Nr. Einfacher Satz (netto)
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 16 23,62 €
Röntgen, 1. und 2. Aufnahme je 166 26,53 €
Röntgen, jede weitere Aufnahme 166 18,03 €
Sedierung per Injektion 302 19,78 €
Blutprobenentnahme venös 627 10,26 €
Blutchemie, mehr als 3 Parameter, je Parameter 611 6,16 €

Untersuchung und zwei Röntgenaufnahmen kosten im einfachen Satz 76,68 € netto, also 91,25 € brutto. Im 3-fachen Satz sind es 273,75 € brutto. Sedierung, Blutuntersuchung und Medikamente kommen hinzu. Arthrose ist eine Dauererkrankung. Regelmäßige Kontrollen und Schmerzmittel verursachen laufende Kosten. Beispiele findest du unter Röntgen bei der Katze. Einen neutralen Überblick über Absicherungsmöglichkeiten bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

  • Normalgewicht: Übergewicht erhöht laut Cornell das Arthroserisiko. Nutze den Futterrechner und den Gewichtsverlauf.
  • Früh reagieren: Sprich Veränderungen beim Springen oder Putzen bei jeder Vorsorgeuntersuchung an.
  • Keine Faltohrzucht unterstützen: Laut Science for Animal Welfare würde ein Zuchtverzicht mit Faltohrkatzen die Osteochondrodysplasie sehr schnell beseitigen.

Häufige Fragen zu Steifheit bei der Katze

Ist es normal, dass alte Katzen weniger springen?

Weniger Aktivität im Alter ist häufig, aber oft schmerzbedingt. Viele Katzen werden mit passender Behandlung wieder deutlich beweglicher.

Kann Arthrose bei Katzen geheilt werden?

Nein. Schmerzen und Beweglichkeit lassen sich aber gut beeinflussen, etwa durch Gewichtsabbau, Medikamente und eine angepasste Umgebung.

Haben alle Scottish Folds Gelenkprobleme?

Laut Science for Animal Welfare sind alle Katzen mit gefalteten Ohren in gewissem Maß betroffen. Die Schwere ist unterschiedlich.

Ab welchem Alter sollte ich auf Arthrose achten?

Am häufigsten sind ältere Katzen betroffen. Laut Cornell können aber schon junge Erwachsene erste Veränderungen haben.

Quellen

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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.