Blut im Kot

Das Wichtigste in Kürze

Blut im Kot kann hellrot oder als schwarzer, teerartiger Kot auffallen. Ursache und Dringlichkeit lassen sich nicht allein an der Farbe sicher erkennen.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Schwarzer teerartiger Kot, größere Blutmengen oder Blut zusammen mit Schwäche, Erbrechen oder Kollaps: sofort tierärztliche Hilfe.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Auch bei wenigen frischen Blutspuren und gutem Allgemeinzustand heute die Praxis kontaktieren. Kotfoto oder Probe bereithalten.

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Blut im Kot erschreckt viele Halter. Nicht immer steckt etwas Ernstes dahinter: Ein paar rote Schlieren nach einem gereizten Dickdarm sind beim Hund recht häufig. Blut im Kot beim Hund kann aber auch auf Parasiten, eine Virusinfektion, ein Magengeschwür oder ein akutes blutiges Durchfallsyndrom hinweisen. Wichtig sind die Farbe des Blutes, die Menge und das Allgemeinbefinden deines Hundes. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die Anzeichen einordnest, wann du sofort handeln musst und was der Tierarzt untersucht.

Hellrot oder schwarz: Was die Farbe verrät

  • Hellrotes, frisches Blut auf oder im Kot stammt meist aus dem Dickdarm oder dem Enddarm. Bei einer Dickdarmentzündung setzen Hunde oft kleine, flüssige Mengen ab, pressen und haben Schleim oder Blut im Kot.
  • Dunkler, schwarzer oder teerartiger Kot enthält verdautes Blut. Er deutet auf eine Blutung weiter oben im Verdauungstrakt hin, etwa im Magen oder Dünndarm. Laut MSD Veterinary Manual kommt dunkler, blutiger Kot bei Magengeschwüren vor, schwarzer, teerartiger Kot bei schwerem Hakenwurmbefall.

Mach ein Foto vom Kot, bevor du ihn entsorgst. Das hilft dem Tierarzt bei der Einordnung.

Was steckt hinter Blut im Kot beim Hund?

Akutes hämorrhagisches Durchfallsyndrom (AHDS)

Beim AHDS bekommen zuvor gesunde Hunde plötzlich Erbrechen und blutigen Durchfall, oft mit Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Mattigkeit. Laut MSD Veterinary Manual liegt das Durchschnittsalter bei etwa fünf Jahren. Häufiger betroffen sind Yorkshire Terrier, Zwergpinscher, Zwergpudel, Malteser und Zwergschnauzer. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Mit Infusionen erholen sich die meisten Hunde.

Peitschenwürmer und andere Parasiten

Peitschenwürmer leben im Blind- und Dickdarm. Ein leichter Befall bleibt oft unbemerkt. Bei starkem Befall entzündet sich der Darm, es kommt zu Durchfall, Gewichtsverlust und frischem Blut im Kot, manchmal auch zu Blutarmut. Die Eier sind sehr widerstandsfähig und können laut MSD Veterinary Manual in geeigneter Umgebung bis zu fünf Jahre ansteckend bleiben. Hakenwürmer können ebenfalls Blutarmut und dunklen, teerartigen Kot verursachen, besonders bei Welpen.

Magengeschwüre

Blutet ein Magengeschwür, färbt sich der Kot dunkel. Häufig erbricht der Hund zusätzlich, frisst weniger und hat blasses Zahnfleisch. Typische Auslöser sind entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortison, Tumoren sowie Leber- oder Nierenerkrankungen.

Parvovirose

Die Parvovirose betrifft vor allem Welpen und ungeimpfte Hunde. Nach den ersten Krankheitszeichen folgen laut MSD Veterinary Manual innerhalb von ein bis zwei Tagen Erbrechen und blutiger Durchfall. Die Erkrankung kann tödlich verlaufen, und das Virus wird mit dem Kot ausgeschieden.

Weitere Ursachen

Auch Fremdkörper wie Knochensplitter, Futterunverträglichkeiten, Entzündungen der Analbeutel, Tumoren im Darm und Gerinnungsstörungen nach Vergiftungen können zu Blut im Kot führen.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Fahr sofort zum Tierarzt oder in den Notdienst, wenn:

  • dein Hund viel Blut oder fast nur noch Blut absetzt.
  • der Kot schwarz und teerartig ist.
  • er zusätzlich erbricht, matt ist oder nicht mehr frisst.
  • sein Zahnfleisch blass ist oder er schwach wirkt.
  • ein Welpe oder ungeimpfter Hund blutigen Durchfall hat.
  • er Rattengift, Medikamente oder einen Fremdkörper aufgenommen haben könnte.

Etwas frisches Blut bei einem sonst fitten Hund ist meist kein Notfall, sollte aber zeitnah untersucht werden, vor allem wenn es wiederkommt. Unser Symptom-Checker hilft dir bei der ersten Einschätzung.

Was du zu Hause tun kannst und was nicht

  • Kotprobe sichern: Bring eine frische Probe mit zum Tierarzt. Weil Parasiten nicht in jeder Probe auftauchen, ist eine Sammelprobe über drei aufeinanderfolgende Tage laut ESCCAP zuverlässiger als eine einzelne Probe.
  • Wasser anbieten: Dein Hund sollte trinken können.
  • Leicht verdaulich füttern: Gib kleine Portionen Schonkost und keine Kauknochen.
  • Kot sofort entfernen: So verhinderst du, dass sich Parasiten oder Viren in der Umgebung verteilen.
  • Beobachten: Notiere, wie oft Blut auftaucht und ob weitere Beschwerden dazukommen.

Was du nicht tun solltest:

  • Gib keine Schmerzmittel oder Durchfallmittel für Menschen.
  • Entwurme nicht auf Verdacht ohne Rücksprache, wenn dein Hund deutlich krank ist. Er braucht dann zuerst eine Untersuchung.
  • Warte bei schwarzem Kot oder großen Blutmengen nicht ab.

So untersucht der Tierarzt

Der Tierarzt fragt nach Futter, Entwurmung, Impfstatus und Medikamenten. Er untersucht deinen Hund, prüft Kreislauf und Zahnfleisch und tastet den Bauch sowie den Enddarm ab. Die Kotuntersuchung auf Wurmeier, Giardien und gegebenenfalls einen Antigentest auf Peitschenwürmer gehört fast immer dazu. Bei Welpen kommt oft ein Parvovirus-Schnelltest hinzu.

Blutbild und Blutwerte zeigen, ob dein Hund Blut verloren hat oder ausgetrocknet ist. Ultraschall und Röntgen helfen bei Verdacht auf Fremdkörper, Tumoren oder verdickte Darmwände. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Darm- oder Magenspiegelung mit Gewebeprobe folgen. Peitschenwürmer werden laut MSD Veterinary Manual dreimal im Abstand von einem Monat behandelt, weil die Würmer lange brauchen, bis sie geschlechtsreif sind.

Was kostet die Abklärung?

Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Angegeben ist der einfache Satz, netto ohne 19 % Mehrwertsteuer. Abgerechnet werden darf bis zum dreifachen Satz.

Leistung (GOT-Nr.) Einfacher Satz netto
Allgemeine Untersuchung mit Beratung (16) 23,62 €
Blutprobenentnahme venös (627) 10,26 €
Großes Blutbild maschinell (618) 23,52 €
Ultraschalldiagnostik (180) 58,92 €
Röntgen, 1. und 2. Aufnahme je (166) 26,53 €

Ein Beispiel: Untersuchung, Blutentnahme, großes Blutbild und Ultraschall kosten im einfachen Satz 116,32 € netto, also 138,42 € brutto. Im Notdienst gilt mindestens der zweifache Satz plus 50 € Notdienstgebühr. Weitere Beispiele findest du unter Tierarztkosten Hund und Notdienstkosten. Ob eine Tierkrankenversicherung solche Kosten trägt, kannst du im Vergleich prüfen.

Vorbeugen

  • Regelmäßig entwurmen oder Kot untersuchen: ESCCAP empfiehlt bei normalem Risiko mindestens viermal im Jahr eine Entwurmung oder Kotuntersuchung, bei höherem Risiko häufiger.
  • Kot konsequent entfernen: Das senkt die Ansteckungsgefahr durch langlebige Wurmeier.
  • Impfen: Lass deinen Welpen nach dem Impfplan gegen Parvovirose impfen.
  • Medikamente nur nach Verordnung: Gib Schmerzmittel und Kortison nur nach tierärztlicher Anweisung.

Häufige Fragen zu Blut im Kot beim Hund

Mein Hund hat Blut im Kot, ist aber fit. Muss ich zum Tierarzt?

Ja, aber meist nicht im Notdienst. Lass es in den nächsten Tagen abklären und bring eine Kotprobe mit. Wird es mehr oder geht es deinem Hund schlechter, fahr sofort.

Was bedeutet Blut und Schleim im Kot?

Blut zusammen mit Schleim spricht oft für eine Entzündung des Dickdarms. Häufig pressen die Hunde dabei und setzen kleine Mengen ab.

Ist schwarzer Kot immer Blut?

Nicht immer. Auch manche Futtermittel färben den Kot dunkel. Tiefschwarzer, glänzender, teerartiger Kot kann aber verdautes Blut enthalten und sollte rasch untersucht werden.

Quellen

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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