Peterbald

Steckbrief
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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.
Einleitung
Die Peterbald ist eine junge russische Katzenrasse mit einem ungewöhnlich variablen Fell. Manche Tiere sind nahezu vollständig haarlos, andere fühlen sich wie Pfirsichhaut an, wieder andere tragen flockiges, samtiges oder drahtig-borstiges Haar. Es gibt sogar genetisch zur Rasse gehörende Straight-Coat-Tiere mit nahezu normalem Fell. Gerade diese Bandbreite unterscheidet sie deutlich von der klassischen Sphynx.
Peterbald: 1994 in St. Petersburg entstanden
Die Rasse entstand in St. Petersburg aus einer experimentellen Verpaarung einer Oriental Shorthair mit einer Donskoy. FIFe nennt als Ursprung das Jahr 1994 und die russische Züchterin Olga Mironova. TICA beschreibt Radma Von Jagerhof, eine Oriental Shorthair, und Afinoguen Myth, einen Donskoy-Kater, als zentrale Ausgangstiere.
Die ersten Würfe zeigten sofort, dass das Fellmerkmal anders vererbt wurde als die rezessive Haarlosigkeit der kanadischen Sphynx. Ein früher Kater namens Nocturne Iz Murino wurde zu einem bedeutenden Foundation-Stud und findet sich laut TICA in praktisch allen klassischen Peterbald-Pedigrees.
TICA akzeptierte die Rasse 2005 für Championship-Wettbewerbe. FIFe erkannte sie 2012 vollständig an und führt sie heute unter dem EMS-Code PEB.
Orientalischer Körper, aber kein Oriental mit fehlendem Fell
Der Körper erinnert deutlich an die Oriental Shorthair: lang, röhrenförmig, hochbeinig und elegant. Der Kopf bildet einen langen Keil, die Ohren sind außergewöhnlich groß, die Augen mandelförmig und der Schwanz lang und peitschenartig.
Die Muskulatur soll trotz der feinen Linien gut entwickelt sein. Bei wenig behaarten Tieren wird sie besonders sichtbar, weil kein Fell die Konturen verdeckt. Der Gesamteindruck ist deshalb schlank, aber nicht fragil.
Fünf Fellbilder können innerhalb derselben Rasse vorkommen
TICA beschreibt mehrere typische Fellzustände. Ein Tier kann vollständig nackt sein oder nur feinste Haare an Gesicht und Extremitäten tragen. Andere besitzen eine samtige „peach“- beziehungsweise suedeartige Oberfläche. Wieder andere tragen weiches, downiges Haar oder einen deutlich drahtigen Brush-Coat. Straight-Coat-Tiere zeigen ein normales Haarkleid und tragen den veränderten Fellphänotyp selbst nicht sichtbar.
Besonders wichtig: Der Fellzustand eines Kittens ist nicht zwingend endgültig. Während der ersten beiden Lebensjahre kann Haar verloren gehen oder wieder stärker erscheinen. Ein vermeintlich „brushiges“ Jungtier kann später wesentlich kahler werden, während andere einen Teil ihres Haars behalten.
Die genetische Ursache ist noch nicht endgültig geklärt
Oft wird behauptet, die Peterbald habe einfach dieselbe KRT71-Haarlosigkeitsmutation wie die Sphynx. Dafür gibt es keine gute wissenschaftliche Grundlage. Eine genetische Untersuchung verschiedener haarloser und rexartiger Katzen fand die für Sphynx und Devon Rex bekannten KRT71-Varianten bei untersuchten Peterbalds nicht.
Eine weitere wissenschaftliche Übersicht beschreibt das Peterbald-/Donskoy-Haarlosigkeitsmerkmal als dominant beziehungsweise semidominant, hält die molekulare Ursache aber weiterhin für unbekannt. Das passt zu den Beobachtungen aus der Zucht: unterschiedliche Fellstufen, wechselnde Ausprägung und teilweise starker Haarverlust im Laufe der Entwicklung.
Die KRT71-Untersuchung findest du bei PMC zur Haarlosigkeits- und Rex-Genetik bei Katzen. Eine genetische Übersicht nennt den Peterbald-Phänotyp ebenfalls als noch molekular ungeklärt.
Nicht einfach mit Sphynx oder Donskoy verwechseln
Die Sphynx besitzt eine andere genetische Grundlage der Haarlosigkeit und einen deutlich runderen, kompakteren Körper. Der Donskoy ist zwar direkter Vorfahr und liefert das dominante Fellmerkmal, wird aber nach einem anderen Körperstandard gezüchtet. Die Peterbald kombiniert dagegen die Don-Haarveränderung mit dem langlinigen orientalischen Typ.
Peterbald Charakter: soziale Nähe ist kein Nebenthema
Die Peterbald gilt als außergewöhnlich menschenbezogen. TICA beschreibt sie als sehr loyal, freundlich und häufig fast hundeähnlich in ihrer Bindung. Viele Tiere begrüßen Besucher, folgen ihren Menschen durch die Wohnung und suchen gezielt Körperkontakt.
Gleichzeitig sind sie sportlich, intelligent und neugierig. Apportieren, Puzzle-Aufgaben, Schrankinspektionen und gemeinsames Spiel passen gut. Nach Aktivität suchen viele Tiere Wärme und Nähe – häufig direkt auf dem Schoß oder unter einer Decke.
Offizielle Informationen findest du bei TICA zur Peterbald und bei FIFe zur Peterbald.
Pflege und Haltung
Bei der Peterbald Haltung entscheidet der Felltyp stärker über den Alltag als bei fast allen normal behaarten Rassen. Ein Straight-Coat-Tier benötigt andere Hautpflege als eine nahezu nackte Katze. Sozial- und Bewegungsbedürfnisse bleiben dagegen bei allen Fellvarianten ähnlich hoch.
Wärme ist bei wenig behaarten Tieren besonders wichtig
Ein nackter oder stark flockiger Körper verliert schneller Wärme. Warme Liegeflächen, Decken und geschützte Schlafplätze werden deshalb häufig intensiv genutzt. TICA weist darauf hin, dass wenig behaarte Varianten gegenüber Wetter empfindlicher sind.
Die Wohnung muss nicht überheizt werden. Entscheidend ist, dass die Katze selbst zwischen warmen und normal temperierten Bereichen wählen kann. Bei kalten Böden sind gepolsterte Ruheplätze angenehmer als eine dauerhaft heiße Wärmequelle.
Sonne ist nicht automatisch harmlos
Wenig behaarte Haut besitzt weniger natürlichen UV-Schutz. Intensive direkte Sommersonne sollte begrenzt werden. Ein heller Fensterplatz ist möglich, aber stundenlanges Sonnenbaden hinter stark einstrahlenden Scheiben oder draußen kann die Haut belasten.
Sonnenschutzprodukte für Menschen sollten nicht eigenmächtig verwendet werden, weil Katzen sie ablecken können. Bei medizinischem Bedarf sollte die Tierarztpraxis ein geeignetes Produkt empfehlen.
Sehr sozial – daher Alleinsein realistisch bewerten
TICA beschreibt die Rasse als ausgesprochen gesellschaftsorientiert. Ein normaler Arbeitstag kann funktionieren, besonders mit einem passenden Artgenossen. Sehr lange tägliche Isolation passt dagegen schlecht zu einer Katze, die aktiv Nähe und Kommunikation sucht.
Andere Katzen und Hunde können gut passen
Viele Tiere leben problemlos mit Artgenossen oder katzenfreundlichen Hunden. Die Einführung sollte trotzdem schrittweise erfolgen. Ein hochaktives Jungtier kann einen ruhigen Senior überfordern, unabhängig davon, wie sozial die Rasse im Durchschnitt ist.
Hohe Plätze trotz Haarlosigkeit
Der orientalische Körper ist für Springen und Klettern gebaut. Hohe stabile Kratzbäume, Wandbretter und Aussichtspunkte gehören deshalb genauso zur Haltung wie warme Betten. Haarlosigkeit macht aus der Katze keine bodenorientierte Couch-Rasse.
Rutschfeste Liegeflächen sind angenehm
Sehr nackte Haut kann auf glatten Kunststoffflächen weniger Halt haben. Stoffbezogene Plattformen und gepolsterte Liegeflächen sind komfortabler. Sie lassen sich zudem leichter waschen, wenn Hautfett Rückstände hinterlässt.
Körperkontakt kann sehr intensiv sein
Viele Peterbalds suchen direkt Hautkontakt, kriechen unter Decken oder schlafen eng an Menschen und anderen Katzen. Wer keine Katze im Bett oder auf dem Schoß möchte, sollte dieses typische Verhalten vor der Anschaffung berücksichtigen.
Als Kontrast zur davor fertiggestellten Perser besitzt die Peterbald praktisch das gegenteilige Erscheinungsbild: langer orientalischer Körper, wenig bis kein Fell und sehr hohe soziale Aktivität. Weitere Rassen findest du in der PAWMIO Katzenrassen-Übersicht.

Gesundheit & typische Krankheiten
Bei der Peterbald Gesundheit ist Zurückhaltung besonders wichtig. TICA berichtet aktuell, dass keine spezifischen Gesundheitsprobleme als charakteristisch für die Rasse etabliert seien und deshalb keine allgemeine rassespezifische Screeningliste empfohlen werde. Gleichzeitig gibt es aufgrund der orientalischen Abstammung einzelne genetische Tests, die in bestimmten Linien sinnvoll sein können.
Keine erfundene Liste von „typischen Peterbald-Krankheiten“
Im Internet werden häufig HCM, Nierenerkrankungen, Hautkrankheiten oder Zahnprobleme pauschal als rassetypisch bezeichnet. Für viele dieser Aussagen fehlen robuste Peterbald-spezifische Populationsdaten. Ein Einzelfall oder ein Risiko der Ausgangsrassen reicht nicht aus, um daraus automatisch eine hohe Rasseprävalenz abzuleiten.
PRA-rdAc: Test ist für Peterbald geeignet
UC Davis listet die Peterbald ausdrücklich unter den Rassen, für die der Test auf progressive Retinaatrophie rdAc geeignet ist. Die Erkrankung wird durch eine rezessiv vererbte Variante im CEP290-Gen verursacht.
Betroffene Tiere besitzen bei der Geburt normale Sehfähigkeit. Erste Netzhautveränderungen können ungefähr ab sieben Monaten nachweisbar werden. Der Sehverlust schreitet langsam voran; viele genetisch betroffene Katzen werden im Alter von etwa drei bis fünf Jahren blind.
Ein Trägertier mit nur einer Variantenkopie erkrankt normalerweise nicht, kann die Mutation aber weitergeben. Deshalb lässt sich das Risiko durch DNA-basierte Paarungsplanung kontrollieren.
Die Testinformationen findest du beim UC Davis Veterinary Genetics Laboratory zur PRA-rdAc.
Die Haarlosigkeit ist genetisch anders als bei Sphynx
Die bekannte Sphynx-Haarlosigkeit wird mit einer KRT71-Variante verbunden. In einer wissenschaftlichen Untersuchung trugen die getesteten Peterbalds diese Sphynx-Variante nicht. Auch die für Devon Rex bekannte KRT71-Veränderung erklärte ihren Felltyp nicht.
Damit ist es falsch, aus einem negativen Sphynx-KRT71-Test zu schließen, dass eine Peterbald „genetisch keine Haarlosigkeit“ trage. Das eigene Peterbald-/Donskoy-Merkmal hat eine andere, bislang nicht vollständig identifizierte molekulare Ursache.
Hautpflege ist Gesundheitsvorsorge, keine Diagnose
Bei nackten Tieren bleibt Hautfett sichtbar auf der Oberfläche, statt sich im Fell zu verteilen. Dadurch können ölige Stellen entstehen. Das allein ist keine Krankheit. Rötung, Pusteln, starke Krusten, Schmerzen oder anhaltender Juckreiz gehören dagegen tierärztlich untersucht.
Ohren und Zehen können schneller fettig wirken
Auch in Ohrmuscheln und im Bereich der Krallen kann sich Hautfett sammeln. Regelmäßige Sichtkontrolle ist sinnvoll. Starker Geruch, dunkler massiver Belag, Schmerzen oder Kopfschütteln sprechen jedoch eher für ein Problem als für normale Rassepflege.
Temperaturstress vermeiden
Bei wenig Fell fehlt ein Teil der thermischen Isolation. Unterkühlung bei kalter Witterung und Überhitzung in intensiver Sonne sollten vermieden werden. Kleidung kann bei einzelnen Tieren kurzzeitig sinnvoll sein, darf aber nicht scheuern oder die Bewegung einschränken.
Factor-XII-Varianten nicht überbewerten
Eine große genetische Studie fand bei wenigen untersuchten Peterbalds Factor-XII-Deficiency-Varianten. Die Stichprobe war sehr klein und erlaubt keine Aussage über eine belastbare Rassehäufigkeit. Solche Daten sind interessant, sollten aber nicht ohne weitere Evidenz als zentrales Peterbald-Risiko dargestellt werden.
Normale Katzenmedizin bleibt entscheidend
Zähne, Gewicht, Impfstatus sowie altersgerechte Blut- und Urinuntersuchungen bleiben wichtig. Gerade eine seltene Rasse sollte nicht ausschließlich über exotische Genetik beurteilt werden. Familiengeschichte und tatsächliche Gesundheit erwachsener Verwandter liefern wertvolle Informationen.
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Ernährung
Die Peterbald Ernährung muss vor allem zum tatsächlichen Energieverbrauch passen. TICA weist darauf hin, dass wenig behaarte Tiere einen höheren Stoffwechsel beziehungsweise höheren Energiebedarf haben können, weil sie mehr Wärme an die Umgebung verlieren. Daraus folgt jedoch keine pauschale Lizenz für unbegrenztes Futter.
Felltyp beeinflusst den Bedarf mit
Eine vollständig nackte, sehr aktive Katze in einer eher kühlen Wohnung kann mehr Energie benötigen als ein Straight-Coat-Tier derselben Größe. Alter, Kastrationsstatus, Muskulatur und Aktivität bleiben trotzdem ebenso wichtig.
Schlank, aber muskulös ist das Ziel
Der orientalische Körper soll fein wirken, gleichzeitig aber kräftige Muskulatur besitzen. Rippen dürfen tastbar sein, sollten aber nicht scharf hervorstehen. Bei einem fast haarlosen Tier lässt sich Körperkondition besonders gut beobachten.
Mehr Hunger kann physiologisch sein – plötzlich extremer Hunger nicht automatisch
Viele Halter berichten über großen Appetit. Ein dauerhaft höherer Bedarf kann zum Felltyp passen. Nimmt der Hunger plötzlich stark zu, während die Katze Gewicht verliert, sollte jedoch nicht einfach mehr gefüttert werden; auch Stoffwechsel- oder andere Erkrankungen können dahinterstecken.
Futterpuzzles passen zur hohen Intelligenz
Ein Teil der Tagesration kann über Schieber, Suchboxen oder Futterbälle angeboten werden. So wird die Mahlzeit mit Beschäftigung verbunden. Für einen sehr aktiven Peterbald ist das oft interessanter als ein dauerhaft gefüllter Napf.
Feuchtes Futter kann Flüssigkeit beitragen
Ein bedarfsdeckendes Nassfutter liefert Wasser direkt mit der Mahlzeit. Trockenfutter ist ebenfalls möglich, sollte aber mengenmäßig kontrolliert werden. Entscheidend ist die gesamte Energie- und Nährstoffbilanz.
Keine Spezialdiät für Haarlosigkeit
Die genetische Fellveränderung lässt sich durch Biotin, Öle oder Vitaminpräparate nicht „reparieren“. Ein vollständiges Alleinfutter liefert normalerweise die notwendigen Nährstoffe. Ergänzungen sollten einen konkreten medizinischen Grund haben.
Futterreste bei nackter Haut schneller entfernen
Feuchte Nahrung kann besonders am Kinn sichtbar bleiben. Kurzes Abwischen hilft, Fett und Futterreste nicht über längere Zeit auf der Haut zu belassen. Stark entzündete Kinnhaut gehört jedoch diagnostiziert und nicht nur gereinigt.
Verhalten & Training
Der Peterbald Charakter eignet sich hervorragend für Training, weil viele Tiere gleichzeitig menschenbezogen und neugierig sind. Sie suchen Kontakt, lernen schnell und lassen sich häufig durch Spiel oder soziale Aufmerksamkeit ebenso gut motivieren wie durch Futter.
Apportieren kann zum Alltagsspiel werden
TICA beschreibt Fetch als beliebte Aktivität. Kleine Bälle, Stoffmäuse oder leichte Spielzeuge eignen sich gut. Das Zurückbringen kann mit einem Rückrufsignal verbunden werden, während der nächste Wurf bereits als Belohnung dient.
Targettraining nutzt die soziale Motivation
Ein Hand- oder Stabtarget kann verwendet werden, um die Katze freiwillig auf eine Waage, in die Transportbox oder auf eine bestimmte Liegefläche zu führen. Gerade bei sehr anhänglichen Tieren funktioniert Interaktion als starker Verstärker.
Besucher werden häufig aktiv begrüßt
Viele Tiere verstecken sich nicht automatisch, wenn es klingelt. Sie prüfen neue Menschen, fordern Streicheln oder mischen sich direkt in Gespräche ein. Ein Signal für eine Matte oder einen Kratzbaum kann hilfreich sein, wenn zeitweise Ruhe gewünscht ist.
Pflegehandlungen früh trainieren
Baden, Ohrkontrolle, Krallenpflege und Hautinspektion können bei wenig behaarten Tieren regelmäßig vorkommen. Kurze positive Übungen im Kittenalter verhindern, dass jede Pflegemaßnahme später zum Festhalten wird.
Kleidung nur freiwillig und funktionell
Ein dünner Body oder Pullover kann bei kalten Bedingungen praktisch sein, sollte aber schrittweise trainiert werden. Die Katze muss normal laufen, springen, putzen und die Kleidung selbst tolerieren können. Dauerhafte Verkleidung ohne Nutzen ist unnötig.
Hohe Intelligenz braucht Aufgabenwechsel
Ein bekanntes Puzzle kann schnell langweilig werden. Wechselnde Standorte, neue Mechanismen oder Kombinationen aus Suchen und Apportieren halten die Aufgabe interessant. Zwei kurze konzentrierte Einheiten sind oft besser als lange Wiederholungen.
Alleinbleiben bewusst üben
Die enge Bindung sollte nicht dazu führen, dass jede kurze Trennung Stress auslöst. Einige Minuten in einem anderen Raum, ruhige Beschäftigung und verlässliche Rückkehr können schrittweise geübt werden. Das ersetzt jedoch nicht den grundsätzlich hohen sozialen Bedarf.

Fell- und Körperpflege
Die Peterbald Fellpflege ist ungewöhnlich, weil es keinen einzigen Pflegeplan für die gesamte Rasse gibt. Eine nackte Katze benötigt Hautpflege, ein Brush-Coat-Tier zusätzlich leichte Haarpflege, und ein Straight-Coat-Tier kann fast wie eine normale Kurzhaarkatze gepflegt werden.
Hairless: Hautfett kontrollieren, aber nicht überwaschen
TICA empfiehlt für haarlose Varianten ungefähr ein Bad alle zwei Wochen. Gleichzeitig warnt der Verband davor, zu häufig zu waschen, weil dies die Fettproduktion verstärken kann. Die tatsächliche Häufigkeit richtet sich nach individueller Haut, Umgebung und Aktivität.
Flock und Velour brauchen oft weniger intensive Reinigung
Sehr feiner Flaum kann einen Teil des Hautfetts aufnehmen. Manche Tiere benötigen deshalb seltener ein vollständiges Bad als komplett nackte Katzen. Lokale Reinigung kann ausreichen.
Brush- und Straight-Coat regelmäßig, aber sanft kämmen
TICA empfiehlt behaarten Varianten etwa wöchentliches Kämmen mit einem feinen Kamm, um lose Haare zu entfernen. Aggressive Entwollungswerkzeuge sind für den feinen orientalischen Felltyp unnötig.
Ohren sichtbar sauber halten
Ohne dichte Ohrbehaarung kann Fett schneller auffallen. Die Ohrmuschel wird vorsichtig gereinigt, wenn tatsächlich Belag vorhanden ist. Tiefes Manipulieren des Gehörgangs mit Wattestäbchen sollte vermieden werden.
Krallen und Nagelfalze kontrollieren
Bei nackten Tieren kann sich Hautfett um die Krallen sammeln. Beim Kürzen lassen sich die Zehen kurz kontrollieren und bei Bedarf sanft reinigen. Entzündete, geschwollene oder schmerzhafte Bereiche gehören untersucht.
Sonne und Kälte sind Teil der „Fellpflege“
Bei nahezu fehlendem Haarkleid übernimmt der Halter einen Teil der Schutzfunktion, die sonst das Fell leistet. Schatten im Sommer und warme Rückzugsplätze im Winter sind deshalb genauso wichtig wie Shampoo oder Kamm.
Whiskers können verändert sein
TICA beschreibt Schnurrhaare häufig als gekräuselt, geknickt oder nur rudimentär ausgebildet. Sie sollten nicht gekürzt oder kosmetisch „begradigt“ werden. Ihre Form gehört zum Fellphänotyp.
Hinweise für Katzenhalter
Wer eine Peterbald kaufen möchte, sollte zuerst verstehen, dass „haarlose Peterbald“ keine exakt vorhersagbare Endoptik garantiert. Der Felltyp kann sich in den ersten Lebensjahren verändern. Ein Kitten, das heute Brush trägt, kann später deutlich weniger Haar besitzen.
Peterbald-Züchter sollte Felltypen ehrlich erklären
Hairless, flock, velour, brush und straight coat werden unterschiedlich beschrieben und nicht jeder Verband verwendet jede umgangssprachliche Bezeichnung exakt gleich. Entscheidend ist eine ehrliche Erklärung, wie die Eltern und älteren Verwandten sich entwickelt haben.
Keine falsche KRT71-Sicherheit
Die bekannte Sphynx-KRT71-Mutation erklärt den Peterbald-Felltyp nicht. Ein Anbieter sollte daher nicht behaupten, ein negativer Sphynx-Test beweise die „genetische Gesundheit“ der Haarlosigkeit. Die molekulare Ursache des Don/Peterbald-Merkmals gilt weiterhin als nicht vollständig geklärt.
PRA-rdAc-Test ansprechen
UC Davis führt die Rasse als geeignet für den CEP290-Test. Gerade wegen der orientalischen Abstammung ist es sinnvoll, den genetischen Status in einer Zuchtlinie zu kennen. Zwei Träger sollten nicht miteinander verpaart werden.
Haut der Elterntiere ansehen
Normale Fettigkeit ist etwas anderes als chronische Rötung, Pusteln oder starke Entzündung. Erwachsene Tiere zeigen besser als frisch gebadete Kitten, wie die Haut im Alltag aussieht und welche Pflege tatsächlich nötig ist.
Hairless ist nicht automatisch hypoallergen
TICA weist ausdrücklich darauf hin, dass auch haarlose Peterbalds Allergien auslösen können. Allergene stammen unter anderem aus Speichel und Hautsekreten. Menschen mit Katzenallergie sollten vor einem Kauf mehrfach Zeit mit erwachsenen Tieren verbringen.
Gerade Beine und funktioneller Körper sind wichtiger als extreme Optik
Der Standard fordert einen eleganten, aber stabilen orientalischen Körper. Besonders spektakuläre Haarlosigkeit, riesige Ohren oder extreme Linien sollten nicht wichtiger werden als normale Bewegung, gesunde Haut und gutes Temperament.
Erwachsene Tiere kennenlernen
Bei einer Rasse mit wechselndem Fell ist das besonders wertvoll. Ein erwachsenes Tier zeigt Endgröße, Muskelzustand, Hautpflegebedarf, Sozialverhalten und tatsächlichen Fellzustand wesentlich besser als ein junges Kitten.
Passt die Peterbald zu mir?
Sie passt zu Menschen, die eine sehr soziale, intelligente und körpernahe Katze möchten und bereit sind, Haut- und Temperaturmanagement an den Felltyp anzupassen. Ein aktiver Haushalt, Artgenossen und tägliche Interaktion kommen ihr entgegen.
Weniger geeignet ist sie für Menschen, die eine garantiert dauerhaft komplett nackte Katze erwarten, wenig Körperkontakt möchten oder eine Katze täglich sehr lange allein lassen. Ihr auffälliges Äußeres ist nur ein Teil der Rasse – der intensive Sozialcharakter prägt den Alltag mindestens genauso stark.
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