Augenausfluss und tränende Augen

Das Wichtigste in Kürze

Tränende oder verklebte Augen können durch Reizung, Infektion oder eine Erkrankung der Augenoberfläche entstehen. Farbe und Menge allein klären die Ursache nicht.

Wann zum Tierarzt?

🔴 Sofort in die Tierklinik oder zum Notdienst: Bei Verletzung, plötzlichem Sehverlust oder starken Schmerzen sofort Hilfe holen.

🟠 Heute noch tierärztlich abklären: Bei neuem Ausfluss heute die Praxis kontaktieren, besonders bei Rötung, Zukneifen oder trübem Auge. Kitten frühzeitig untersuchen lassen.

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Verklebte Augenwinkel, nasses Fell unter dem Auge oder gelblicher Schleim: Augenausfluss bei der Katze ist ein häufiges Problem. Meist steckt eine Bindehautentzündung dahinter, oft ausgelöst durch Erreger des Katzenschnupfens. Manchmal sind aber auch ein Fremdkörper, ein verstopfter Tränenkanal oder ein trockenes Auge die Ursache. Weil hinter dem Ausfluss auch eine Verletzung der Hornhaut stecken kann, solltest du genau hinschauen. Hier erfährst du, was bei „Katze Augenausfluss“ dahinterstecken kann, wann es eilt und was du selbst tun kannst.

Katze mit Augenausfluss: Was steckt dahinter?

Die Art des Ausflusses gibt erste Hinweise. Er kann wässrig und klar sein oder dick und dunkel. Ob ein Auge oder beide betroffen sind, ist ebenfalls wichtig. Laut MSD Veterinary Manual sprechen beidseitige Beschwerden eher für Viren oder Bakterien. Ist nur ein Auge betroffen, kommen auch ein Fremdkörper, ein entzündeter Tränensack oder ein trockenes Auge infrage.

Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist laut Cornell Feline Health Center die häufigste Augenerkrankung der Katze. Die meisten Katzen haben im Laufe ihres Lebens mindestens eine leichte Episode. Typisch sind Blinzeln, zusammengekniffene Augen, Ausfluss und eine gerötete, geschwollene Bindehaut. Oft ist auch das dritte Augenlid gerötet und vorgefallen. Auslöser können auch Staub, chemische Reizstoffe in der Luft oder Allergien sein.

Katzenschnupfen

Die häufigsten Erreger sind laut Cornell das Herpesvirus, das Calicivirus, Chlamydien und Mykoplasmen. Diese gehören zum Komplex des Katzenschnupfens. Das feline Herpesvirus-1 ist laut MSD unter Katzen extrem weit verbreitet. Nach einer Virusinfektion siedeln sich häufig zusätzlich Bakterien an. Betroffen sind vor allem junge Katzen und Tiere in Mehrkatzenhaushalten oder Zuchten. Katzen mit FIV oder FeLV erkranken leichter. Trägerinnen des Herpesvirus können immer wieder Rückfälle bekommen.

Trockenes Auge

Beim trockenen Auge (Keratokonjunktivitis sicca) bildet das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit. Laut MSD hängt das bei Katzen mit langfristigen Herpesvirus-Infektionen zusammen. Typisch sind ein hartnäckiger, schleimig-eitriger Ausfluss und Hornhautgeschwüre, die schlecht heilen.

Verstopfter Tränenkanal

Wenn Tränen ständig überlaufen, kann der Abfluss in die Nase blockiert sein. Das kommt laut MSD häufiger bei Perser- und Himalayan-Katzen vor und ist meist kein medizinisches Problem. Eine Entzündung des Tränensacks ist bei Katzen selten. Sie zeigt sich durch tränende Augen und eine Bindehautentzündung, die nicht auf Behandlung anspricht.

Warnzeichen: Wann es ein Notfall ist

Augenprobleme können sich schnell verschlimmern. Bring deine Katze noch am selben Tag zum Tierarzt, wenn du eines dieser Zeichen bemerkst:

  • Sie kneift ein Auge stark zu oder reibt es mit der Pfote.
  • Die Hornhaut ist trüb, bläulich oder hat eine sichtbare Delle.
  • Das Auge wurde verletzt, etwa durch einen Kratzer bei einer Rauferei. Die Vetmeduni Wien zählt Augenverletzungen zu den Notfällen.
  • Ein Fremdkörper ist sichtbar oder wird vermutet.
  • Deine Katze frisst nicht, hat Fieber oder atmet schwer.
  • Ein Kitten hat stark verklebte Augen.

Bei jungen Kätzchen kann laut MSD ein dicker, starker Ausfluss auftreten, der behandelt werden muss.

Was du zu Hause tun kannst – und was nicht

  • Sanft reinigen: Wische Krusten mit einem weichen, mit lauwarmem Wasser angefeuchteten Tuch vom inneren Augenwinkel nach außen. Nimm für jedes Auge ein neues Tuch.
  • Hygiene: Wasch dir danach die Hände. Katzenschnupfen ist unter Katzen ansteckend.
  • Trennen: Halte eine erkrankte Katze nach Möglichkeit von anderen Katzen fern, bis der Tierarzt die Ursache kennt.
  • Beobachten: Notiere Farbe des Ausflusses, Niesen, Fressverhalten und ob ein oder beide Augen betroffen sind.

Das solltest du nicht tun:

  • Verwende keine Augentropfen oder Salben für Menschen und keine Reste aus früheren Behandlungen. Manche Wirkstoffe können ein Hornhautgeschwür verschlimmern.
  • Benutze keine Kamille oder Hausmittel am Auge.
  • Versuche nicht, einen Fremdkörper selbst zu entfernen.

So untersucht der Tierarzt

Laut MSD reicht das Aussehen des Auges allein meist nicht für eine Diagnose. Der Tierarzt fragt nach der Vorgeschichte und untersucht Lider, Bindehaut, Hornhaut und das dritte Augenlid. Er sucht nach Fremdkörpern, Parasiten oder Fehlstellungen der Lider. Mit dem Schirmer-Tränentest misst er die Tränenproduktion. Bei Bedarf entnimmt er einen Abstrich oder eine Probe der Bindehaut. Selten ist eine Biopsie nötig.

Bakterielle Entzündungen werden häufig mit antibiotischen Augentropfen oder Salben behandelt. Laut Cornell werden diese oft drei- bis viermal täglich über zwei bis drei Wochen gegeben. Bei Verdacht auf Herpesviren kommen antivirale Mittel hinzu. Sie heilen das Virus nicht, helfen aber dem Auge beim Abheilen. Laut Cornell klingen viele Fälle auch ohne Medikamente ab. Trotzdem sollte eine Katze mit Augenschmerzen und Ausfluss untersucht werden, um ernstere Erkrankungen auszuschließen.

Was kostet die Abklärung?

Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Rahmen des 1- bis 3-fachen Satzes. Die Beträge sind der einfache Satz, netto ohne 19 % Mehrwertsteuer.

Leistung GOT-Nr. Einfacher Satz (netto)
Allgemeine Untersuchung mit Beratung 16 23,62 €
Blutprobenentnahme venös 627 10,26 €
Großes Blutbild maschinell 618 23,52 €
Injektion s.c./i.m. 221 11,50 €

Die Untersuchung allein kostet im einfachen Satz 28,11 € brutto, im 2-fachen Satz 56,22 € brutto. Augentests, Medikamente und Laborproben kommen hinzu. Ein Blutbild ist vor allem bei Fieber, Fressunlust oder Verdacht auf FIV oder FeLV sinnvoll. Im Notdienst gilt mindestens der 2-fache Satz plus 50 € Notdienstgebühr. Mehr dazu unter Tierarztkosten Katze. Einen neutralen Überblick über Absicherungsmöglichkeiten bietet der Tierkrankenversicherung-Vergleich.

Vorbeugen

  • Impfen: Das feline Herpesvirus und das Calicivirus, beide Erreger des Katzenschnupfens, gehören laut LMU München zu den Core-Impfungen. Den passenden Rhythmus findest du im Impfplan.
  • Stress und Gruppengröße: Erreger verbreiten sich vor allem dort, wo viele Katzen zusammenleben.
  • Neue Katzen: Lass neue Tiere vor dem Kontakt zu deinen Katzen tierärztlich untersuchen.
  • Reizstoffe meiden: Staubige Streu, Rauch und Sprays können die Augen reizen.

Häufige Fragen zu Augenausfluss bei der Katze

Ist etwas brauner Ausfluss im Augenwinkel normal?

Eine kleine Menge eingetrockneter, bräunlicher Tränenflüssigkeit ist bei vielen Katzen normal. Wird es mehr, gelblich oder grünlich, oder kneift deine Katze das Auge zu, lass es untersuchen.

Ist Augenausfluss bei Katzen ansteckend?

Wenn Viren oder Bakterien die Ursache sind, ja. Junge Katzen stecken sich laut Cornell häufig bei älteren Katzen an und geben die Erreger beim Spielen weiter.

Warum hat meine Katze immer wieder Augenprobleme?

Das Herpesvirus bleibt im Körper. Bei Trägertieren können die Beschwerden periodisch wiederkommen, etwa in Stressphasen.

Haben Perserkatzen öfter tränende Augen?

Ja. Ein verstopfter Tränenkanal mit ständig überlaufenden Tränen kommt laut MSD bei Perser- und Himalayan-Katzen häufiger vor.

Quellen

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*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.

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Kosten im Notdienst

Muss dein Tier außerhalb der Sprechzeiten behandelt werden, berechnen Tierärzte im Notdienst (werktags 18 bis 8 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen) nach der Gebührenordnung (GOT) mindestens den 2-fachen Satz, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 € zuzüglich Mehrwertsteuer (Quelle: HanseMerkur – GOT). Mehr dazu im Ratgeber Tierarzt-Notdienst Kosten. Ob eine Versicherung die Kosten übernimmt, hängt vom Tarif ab – einen neutralen Überblick findest du im Tierkrankenversicherung Vergleich.

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