Untersuchung der Atemwege beim Tierarzt

Von-Willebrand-Krankheit beim Hund: Symptome, Diagnose und Behandlung

Dein Dobermann-Welpe blutet nach dem Zahnwechsel ungewöhnlich lange, bekommt Nasenbluten ohne Grund, und kleine Wunden sickern ewig? Dann könnte die Von-Willebrand-Krankheit (vWK) dahinterstecken – die häufigste angeborene Blutgerinnungsstörung des Hundes.

Bei dieser Erkrankung fehlt ein wichtiger Gerinnungsfaktor – der Von-Willebrand-Faktor – oder er funktioniert nicht richtig. Ohne ihn können die Blutplättchen nicht richtig an Verletzungen andocken: Die erste Phase der Blutstillung versagt.

Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber sehr gut managbar: Mit dem richtigen Wissen, angepassten Vorsichtsmaßnahmen und Notfallvorbereitung leben betroffene Hunde völlig normal. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Rassen betroffen sind, wie die Diagnose gestellt wird und was bei Operationen und Verletzungen zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze

Von-Willebrand-Krankheit beim Hund – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das? Eine angeborene Gerinnungsstörung: Der Von-Willebrand-Faktor fehlt, ist zu niedrig oder funktioniert nicht – die Blutstillung ist verzögert.
  • Typische Zeichen: Langes Nachbluten bei kleinen Wunden und Zahnwechsel, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blutergüsse; starke Blutungen bei Operationen oder Verletzungen.
  • Diagnose: Bluttest auf den Von-Willebrand-Faktor, dazu Gentest bei Zuchtrassen; praktisch wichtig: der bukkale Blutungszeit-Test vor Eingriffen.
  • Behandlung: Keine Heilung, aber gutes Management – Verletzungsvermeidung, Blutstillende Maßnahmen, vor Operationen gegebenenfalls Plasma oder DDAVP, bei schweren Blutungen Transfusion.
  • Prognose: Gut bis normal – die meisten betroffenen Hunde leben unbeschwert, wenn das Risiko bekannt ist und Vorsichtsmaßnahmen greifen.
  • Kosten: Diagnostik 100 bis 300 Euro; Notfall- und Operationsituationen variabel – eine Hundeversicherung deckt die Behandlungen je nach Tarif, angeborene Erkrankungen sind bei Neuabschluss nach Diagnose ausgeschlossen.

Wann zum Tierarzt?

Wann solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt?

Zur Abklärung – bei diesen Zeichen:

  • Ungewöhnlich lange Blutungen bei kleinen Wunden, Kralle-Beißungen oder dem Zahnwechsel des Welpen,
  • Wiederkehrendes Nasenbluten ohne erkennbare Ursache,
  • Zahnfleischbluten beim Kauen oder spontan,
  • Blutergüsse nach Bagatellen oder ohne Grund,
  • Blut im Urin oder Kot ohne andere Erklärung,
  • Verlängerte Blutung nach Kastration oder Operation – leider oft das erste diagnostische Ereignis.

Sofort in die Klinik – bei diesen Zeichen:

  • Nicht stillende Blutung nach Verletzung oder Operation – trotz Druckverband,
  • Starke innere Blutungszeichen: Blasse Schleimhäute, Schwäche, schnelle Atmung, aufgetriebener Bauch,
  • Massive Blutung nach Zahnverlust oder Verletzung im Maulbereich.

Was du bis zum Termin tun kannst

  • Druckverband: Feste, minutenlange Kompression mit sauberem Tuch auf die blutende Stelle – die wirksamste Erste Hilfe,
  • Kühlen bei Nasenbluten – kalte Kompressen auf den Nasenrücken,
  • Ruhe: Aufregung treibt den Blutdruck und verschlechtert Blutungen,
  • Keine Hausmittel in Wunden – sauberer Druck genügt bis zur Klinik.

Tierarzt in deiner Nähe finden

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Was ist diese Krankheit?

Was ist die Von-Willebrand-Krankheit?

Die Von-Willebrand-Krankheit (vWK, auch Von-Willebrand-Jürgens-Syndrom) ist die häufigste angeborene Gerinnungsstörung des Hundes. Betroffen ist der Von-Willebrand-Faktor (vWF) – ein Eiweiß, das die Blutplättchen an die verletzte Gefäßwand „klebt“ und damit den ersten Schritt der Blutstillung ermöglicht. Fehlt er oder funktioniert er nicht, docken die Plättchen schlecht an: Kleine Verletzungen bluten lange nach, und die erste Blutstillung versagt.

Die drei Typen

  • Typ 1: Der Faktor ist vorhanden, aber in zu geringer Menge – die häufigste und mildeste Form; typisch für Dobermann, Labrador, Golden Retriever, Manchester Terrier und viele andere. Viele Typ-1-Hunde bluten nur bei Operationen oder Verletzungen auffällig,
  • Typ 2: Der Faktor ist funktionsgestört – mittelschwere Form; beschrieben bei Deutsch Kurzhaar und Deutsch Drahthaar,
  • Typ 3: Der Faktor fehlt vollständig – die schwere Form mit spontanen Blutungen; betroffen sind etwa Schottischer Terrier, Sheltie und Chesapeake Bay Retriever.

Vererbung

Die Erkrankung ist genetisch vererbt – je nach Typ dominant oder rezessiv. Gentests sind für viele Rassen verfügbar und werden von seriösen Züchtern eingesetzt, um die Erkrankung aus den Linien zu drängen. Beim Welpenkauf einer Prädilektionsrasse lohnt die Frage nach dem vWF-Status der Eltern.

Abgrenzung zu anderen Blutungsstörungen

Blutungsneigung hat mehrere Ursachen: die erworbene Immunthrombozytopenie (ITP) – dort ist die Plättchenzahl erniedrigt, bei vWK ist sie normal –, Rattengift-Vergiftungen oder Lebererkrankungen. Der entscheidende Unterschied: vWK ist von Geburt an da und bleibt lebenslang stabil; ITP kommt neu und ist behandelbar. Blutbild und spezifischer Faktor-Test trennen beide sicher.

Symptome

Welche Symptome zeigt ein Hund mit Von-Willebrand-Krankheit?

Die typischen Blutungszeichen

  • Verlängertes Nachbluten: Kleine Wunden, Krallenverletzungen oder der Zahnwechsel bluten ungewöhnlich lange – Minuten statt Sekunden, immer wieder aufbrechend,
  • Nasenbluten: Spontan oder nach kleinem Anstoß, oft wiederkehrend,
  • Zahnfleischbluten: Beim Kauen, an Spielzeug oder ohne Anlass – Welpen beim Zahnwechsel bluten auffällig stark,
  • Blutergüsse und punktförmige Einblutungen nach Bagatellen,
  • Blut im Urin oder Kot bei schwereren Formen.

Die kritischen Situationen

  • Operationen: Kastration, Zahn-OPs und jeder Eingriff können bei unbekannter vWK zu gefährlichen Nachblutungen führen – leider häufig das erste diagnostische Ereignis,
  • Geburt: Betroffene Hündinnen können bei der Geburt stark bluten,
  • Verletzungen: Größere Wunden bluten schwer zu stillen.

Der Schweregrad entscheidet das Bild

Die meisten Typ-1-Hunde sind im Alltag völlig unauffällig – sie bluten nur bei Eingriffen oder Verletzungen länger. Typ-3-Hunde dagegen zeigen spontane Blutungen: wiederkehrendes Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blutergüsse, gelegentlich Blutungen in Gelenke oder Muskulatur mit Lahmheit.

Was vWK nicht macht

Die Erkrankung macht den Hund nicht krank im Alltag: Kein Fieber, keine Teilnahmslosigkeit, keine Anämie ohne Blutverlust. Der Hund ist zwischen den Blutungsepisoden völlig normal – das unterscheidet die angeborene Gerinnungsstörung von vielen anderen Erkrankungen.

Tierarzt in deiner Nähe finden

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursachen und Risikofaktoren der Von-Willebrand-Krankheit

Genetische Ursache

Ursache ist eine Veränderung im Gen für den Von-Willebrand-Faktor: Je nach Mutation wird zu wenig Faktor produziert (Typ 1), ein funktionsgestörter Faktor gebildet (Typ 2) oder gar keiner (Typ 3). Die Erkrankung ist von Geburt an vorhanden und bleibt lebenslang – sie entsteht nicht und verschwindet nicht.

Risikorassen

  • Typ 1: Dobermann (bis zur Hälfte der Population trägt die Mutation), Labrador und Golden Retriever, Manchester Terrier, Zwergpinscher, Pembroke Welsh Corgi, Bernhardiner, Akita, Dackel und viele weitere – die weitverbreitetste Form,
  • Typ 2: Deutsch Kurzhaar, Deutsch Drahthaar,
  • Typ 3: Schottischer Terrier, Sheltie, Chesapeake Bay Retriever.

Vererbungsmodus und Zucht

Bei den meisten Rassen wird vWK autosomal vererbt – Träger mit einem betroffenen Gen bleiben gesund, können die Mutation aber weitergeben. Gentests identifizieren freie, Träger- und betroffene Tiere zuverlässig. Seriöse Züchter planen Verpaarungen so, dass keine betroffenen Welpen entstehen – ohne Träger vorschnell aus der Zucht zu nehmen und die genetische Vielfalt zu gefährden.

Verstärkende Faktoren

  • Schilddrüsenunterfunktion kann die Faktor-Spiegel zusätzlich senken – bei betroffenen Hunden gehört die Schilddrüse in die Kontrolle,
  • Bestimmte Medikamente verschlechtern die Plättchenfunktion zusätzlich und sind bei vWK-Hunden zu vermeiden – dazu gehören viele gängige Schmerzmittel (NSAR),
  • Heparin und andere Gerinnungshemmer sind bei diesen Hunden besonders kritisch zu prüfen.

Diagnose

Wie wird die Von-Willebrand-Krankheit diagnostiziert?

Verdacht aus der Geschichte

Die Geschichte spricht: Junger Hund einer Risikorasse mit wiederkehrenden Blutungen – langes Bluten beim Zahnwechsel, Nasenbluten, verlängerte Blutung nach Kastration. Oft berichten Halter erst nach einem problematischen Eingriff.

Laboruntersuchungen

  • Von-Willebrand-Faktor-Antigen-Test: Misst die Faktormenge im Blut – erniedrigte Werte bestätigen die Diagnose; Normbereiche werden rassespezifisch interpretiert,
  • Gentest: Weist die Mutation nach – für Zuchtrassen der sauberste Nachweis; identifiziert auch gesunde Träger,
  • Blutbild und Gerinnungsprofil: Die Plättchenzahl ist bei vWK normal (Unterschied zur ITP), die globalen Gerinnungszeiten meist ebenfalls – ein wichtiges Muster,
  • Bukkale Blutungszeit: Ein standardisierter kleiner Schnitt an der Mundschleimhaut zeigt die verlängerte Blutungszeit – praktischer Funktionstest, etwa vor geplanten Operationen.

Ausschluss anderer Ursachen

Rattengift-Intoxikation, Lebererkrankung, ITP und Medikamentenwirkungen werden per Anamnese, Blutbild und Gerinnungsprofil ausgeschlossen. Bei erworbenen Blutungen im Erwachsenenalter ohne Vorgeschichte sind diese Ursachen wahrscheinlicher als vWK.

Screening vor Operationen

Bei Risikorassen gehört der vWF-Test oder die bukkale Blutungszeit zur Routine vor Eingriffen – eine einfache Maßnahme, die gefährliche Überraschungen verhindert. Besitzer von Dobermännern sollten den Status ihres Hundes kennen, bevor eine Kastration oder Zahn-OP ansteht.

Hundeversicherungen im Vergleich

Nothing Found

<em><small>Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Pawmio bietet keine Versicherungsberatung an.</small></em>

<em><small>*Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen der Anbieter sowie auf Kundenbewertungen (Trustpilot, eKomi). Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Empfehlung dar. Stand: September 2026.</small></em>

Behandlung

Wie wird die Von-Willebrand-Krankheit behandelt?

Keine Heilung – aber gutes Management

Die Erkrankung ist genetisch und bleibt lebenslang. Das Behandlungsziel ist nicht Heilung, sondern sicheres Leben mit der Erkrankung: Blutungen vermeiden, Blutungen stoppen, kritische Situationen vorbereiten.

Bei akuten Blutungen

  • Lokale Maßnahmen zuerst: Fester, minutenlanger Druckverband, Kühlung, blutstillende lokale Mittel,
  • Blutprodukte: Bei schweren oder inneren Blutungen frisches Vollblut oder plasma-reiche Produkte – sie liefern den fehlenden Faktor und Plättchen-Funktion,
  • Desmopressin (DDAVP): Steigert kurzfristig die vWF-Freisetzung – bei Typ 1 wirksam, wird vor Eingriffen oder bei Blutungen eingesetzt; Wirkung lässt bei Wiederholung nach,
  • Tranexamsäure: Hemmt den Abbau des Gerinnsels – nützlicher Baustein bei Schleimhautblutungen.

Vor Operationen

  • Status kennen: vWF-Test oder Blutungszeit vor jedem Eingriff bei Risikohunden,
  • Vorbereitung: Bei betroffenen Hunden DDAVP vor dem Eingriff oder Blutprodukte bereithalten; der Operateur plant blutungsarme Technik,
  • Nachsorge: Engmaschige Kontrolle der Wunde, Schonung, keine Kletterei – Nachblutungen treten auch Tage später auf.

Dauerstrategie

  • Verletzungsvermeidung: Keine harten Kämpf- und Zerrspiele, vorsichtige Krallenpflege durch Profis, weiche Spielzeuge,
  • Medikamenten-Verbotliste: Viele Schmerzmittel (NSAR) und andere Wirkstoffe verschlechtern die Plättchenfunktion – jede neue Medikation wird geprüft,
  • Schilddrüse kontrollieren, besonders bei Rassen mit bekanntem Zusammenhang,
  • Notfallpass: Die Diagnose gehört in den Impfpass und an jeden behandelnden Tierarzt kommuniziert.

Pflege und Alltag

Leben und Alltag mit einem Hund mit Von-Willebrand-Krankheit

Alltagsregeln für betroffene Hunde

  • Spielzeug und Beschäftigung anpassen: Weiche Spielzeuge statt harter Kauknochen; kein grobes Zerren mit Zähnen an Kanten,
  • Sport mit Augenmaß: Die meisten Typ-1-Hunde dürfen normal toben – vermieden werden Situationen mit hohem Verletzungsrisiko (scharfe Kanten, wilde Raufspiele mit unbekannten Hunden),
  • Krallenpflege durch Profis: Ein zu kurz geschnittener Kralle ist bei diesen Hunden ein echtes Problem – blutstillendes Pulver gehört in den Hausstand,
  • Maulhygiene weich gestalten: Weiche Zahnbürsten, keine harten Dentalsticks.

Erste Hilfe zu Hause

  • Druck, Druck, Druck: Fünf bis zehn Minuten fester Druck mit sauberem Tuch stillt die meisten Wunden – nicht zwischendrin nachschauen,
  • Kühlen bei Nasenbluten,
  • Ruhe: Aufgeregte Hunde bluten stärker – den Hund ruhig halten,
  • Blutstillendes Pulver für Krallen- und Hautverletzungen bereithalten,
  • Nicht stillende Blutung nach 15 Minuten Druck = Klinik.

Dokumentation und Kommunikation

  • Diagnose und Typ in Impfpass und Notfallunterlagen eintragen,
  • jede tierärztliche Neuvorstellung beginnt mit dem Hinweis auf die Gerinnungsstörung,
  • bei Urlaubsbetreuung: Betreuer über die Erkrankung und die Erste-Hilfe-Regeln informieren.

Zuchtverantwortung

Betroffene Hunde und – je nach Rassestrategie – Träger gehören nicht unkontrolliert in die Zucht. Wer einen betroffenen Hund besitzt, informiert den Züchter: Nur so lässt sich die Erkrankung langfristig zurückdrängen.

Verlauf und Prognose

Verlauf und Prognose der Von-Willebrand-Krankheit

Die Prognose ist gut – wenn das Risiko bekannt ist

Die große Mehrheit der Hunde mit vWK – besonders Typ 1 – lebt ein völlig normales Leben mit normaler Lebenserwartung. Die Erkrankung schmerzt nicht, schwächt nicht und schränkt die Lebensqualität kaum ein. Die entscheidende Variable ist das Wissen: Unentdeckte vWK wird bei Operationen und Verletzungen gefährlich; bekannte vWK ist managbar.

Prognose nach Typ

  • Typ 1: Sehr gut – die meisten Hunde zeigen nie ein Problem; selbst Eingriffe gelingen mit Vorbereitung sicher,
  • Typ 2: Gut mit Management – mittelschwere Blutungsneigung verlangt konsequentere Vorsicht,
  • Typ 3: Ernst aber beherrschbar – spontane Blutungen erfordern Aufmerksamkeit und gelegentlich Transfusionen; mit konsequenter Führung leben auch diese Hunde gut, wenn auch mit Einschränkungen.

Was den Verlauf beeinflusst

  • Behandlung einer gleichzeitigen Schilddrüsenunterfunktion verbessert die Gerinnungssituation,
  • Vermeidung plättchenhemmender Medikamente verhindert Verschlechterung,
  • gute Erste-Hilfe-Kenntnisse der Halter verhindern, dass aus Bagatellen Krisen werden.

Langzeitperspektive

vWK ist eine Erkrankung der Vorbereitung, nicht der Angst: Wer den Status kennt, Operationen plant, die Verbotliste der Medikamente beachtet und Blutungen richtig versorgt, gibt seinem Hund ein unbeschwertes Leben. Viele betroffene Dobermänner werden alt, ohne dass die Erkrankung je mehr war als ein Laborwert mit Konsequenzen für die Planung.

Tierarzt in deiner Nähe finden

🐾 Tierarzt in deiner Nähe finden

👆 Gib deine PLZ oder Stadt ein – dann zeigen wir dir die nächsten Tierärzte.

Vorbeugung

Kann man der Von-Willebrand-Krankheit vorbeugen?

Zuchtselektion – die echte Prävention

  • Gentests der Zuchttiere: Für alle Prädilektionsrassen verfügbar; seriöse Züchter testen und planen Verpaarungen so, dass keine betroffenen Welpen entstehen,
  • Beim Welpenkauf fragen: Der vWF-Status der Eltern gehört zur Offenlegung – fehlt er, sollte der Welpe getestet werden,
  • Träger klug einsetzen: Gesunde Träger können unter Kontrolle verpaart werden, ohne die genetische Vielfalt zu verlieren – Zuchtverbände geben hierzu Strategien vor.

Prävention beim betroffenen Hund

  • Status vor dem ersten Eingriff kennen: Bei Dobermann und anderen Risikorassen Test vor der Kastration – nicht erst danach,
  • Medikamenten-Disziplin: Keine plättchenhemmenden Schmerzmittel ohne tierärztliche Freigabe,
  • Schilddrüsenkontrolle im Rahmen der Gesundheitschecks,
  • Notfallbereitschaft: Blutstillendes Pulver im Hausstand, Notfallplan für Operationen.

Kosten und Versicherung

Kosten und Versicherung bei Von-Willebrand-Krankheit

Mit welchen Kosten musst du rechnen?

  • Diagnostik: vWF-Antigen-Test 50 bis 150 Euro, Gentest 60 bis 120 Euro, Gerinnungsprofil 80 bis 200 Euro,
  • Geplante Operationen mit Vorbereitung: DDAVP oder Blutprodukt-Bereitstellung 100 bis 500 Euro zusätzlich zum Eingriff,
  • Notfälle: Transfusion bei schwerer Blutung 300 bis 800 Euro plus Klinikkosten,
  • Alltag: Keine Dauermedikation nötig – die laufenden Kosten sind gering.

Was übernimmt die Versicherung?

  • Krankenversicherung für Hunde: Übernimmt Behandlungen und Operationen im Rahmen des Tarifs – aber: Angeborene Erkrankungen und ihre Folgen können ausgeschlossen sein, wenn sie vor Vertragsbeginn bekannt oder diagnostiziert waren; Tarife unterscheiden sich hier deutlich,
  • Früher Abschluss zahlt sich aus: Wer den Hund als Welpe versichert – vor jedem Test und jeder Diagnose –, sichert den weitestgehenden Schutz,
  • Tarifdetails prüfen: Klauseln zu Erbkrankheiten und rassetypischen Erkrankungen gehören bei Dobermann und Co. ins Kleingedruckte-Studium.

Auf PAWMIO Hundeversicherung vergleichst du Tarife mit Blick auf Erbkrankheiten-Klauseln und Operationsleistungen – besonders wichtig bei Prädilektionsrassen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Von-Willebrand-Krankheit beim Hund

Was ist die Von-Willebrand-Krankheit?

Sie ist die häufigste angeborene Gerinnungsstörung des Hundes: Der Von-Willebrand-Faktor – ein Eiweiß, das Blutplättchen an verletzte Gefäßwände „klebt“ – fehlt, ist zu niedrig oder funktionsgestört. Die Folge sind verlängerte Blutungen bei Wunden, Zahnwechsel und Operationen.

Welche Rassen sind betroffen?

Typ 1 (mildeste Form) ist weit verbreitet: Dobermann, Labrador, Golden Retriever, Manchester Terrier, Zwergpinscher, Corgi und viele mehr. Typ 2 betrifft Deutsch Kurz- und Drahthaar, Typ 3 (schwere Form) Schottischen Terrier, Sheltie und Chesapeake Bay Retriever.

Ist die Von-Willebrand-Krankheit heilbar?

Nein – sie ist genetisch und bleibt lebenslang. Aber sie ist sehr gut managbar: Die meisten Typ-1-Hunde leben völlig normal; entscheidend sind bekanntes Risiko, Vorbereitung von Operationen, Vermeidung bestimmter Medikamente und richtige Erste Hilfe bei Blutungen.

Mein Hund soll kastriert werden – was beachten?

Bei Risikorassen gehört vor dem Eingriff ein vWF-Test oder eine Blutungszeit-Messung zur Routine. Bei betroffenen Hunden wird der Eingriff vorbereitet: DDAVP vor der Operation, blutungsarme Technik, engmaschige Nachsorge. Mit dieser Vorbereitung sind Operationen sicher machbar.

Wie wird die Von-Willebrand-Krankheit vererbt?

Die Erkrankung ist genetisch vererbt; Gentests identifizieren freie, Träger- und betroffene Tiere zuverlässig. Seriöse Züchter testen ihre Hunde und planen Verpaarungen so, dass keine betroffenen Welpen entstehen. Beim Welpenkauf einer Risikorasse gehört die Frage nach dem vWF-Status der Eltern dazu.