LaPerm

Steckbrief
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Einleitung
Die LaPerm ist eine Lockenkatze mit einer ungewöhnlich natürlichen Entstehungsgeschichte. Ihre Rasse begann nicht in einem geplanten Zuchtprogramm, sondern 1982 auf einer Farm in Oregon. Dort wurde in einem Wurf gewöhnlicher Farmkatzen ein fast haarloses Kitten geboren, das später ein weiches, lockiges Fell entwickelte. Dieses Tier erhielt den Namen Curly – und wurde zur Stammkatze einer neuen Rasse.
LaPerm: vom Farmkitten zur anerkannten Rasse
Curly wurde am 1. März 1982 auf der Farm von Linda Koehl geboren. Das Kätzchen unterschied sich sofort von seinen Geschwistern: Es war zunächst weitgehend nackt, hatte große, weit auseinanderstehende Ohren und eine sichtbare Hautzeichnung. Einige Wochen später begann ein weiches, gewelltes Fell zu wachsen.
In den folgenden Jahren tauchten auf der Farm immer wieder weitere lockige Katzen auf. Erst nach einiger Zeit erkannte Linda Koehl, dass sich hier ein vererbbares neues Fellmerkmal etabliert hatte. Sie begann, die Verpaarungen gezielt zu dokumentieren und aus den Farmkatzen eine eigenständige Rasse aufzubauen.
CFA nahm die LaPerm im Jahr 2000 zur Registrierung an und verlieh ihr 2008 Championship-Status. TICA hatte die Rasse bereits zuvor in ihr Zuchtsystem aufgenommen und führt heute Langhaar- und Kurzhaarvariante.
Der Name beschreibt genau das, was man sieht
„LaPerm“ spielt auf die dauerhafte Wellen- beziehungsweise Lockenstruktur des Fells an. TICA beschreibt die Textur gern als lockeren, federnden „Gypsy Shag“. Die Locken liegen nicht dicht und wollig am Körper, sondern wirken leicht, luftig und etwas ungeordnet.
Genau diese Unordnung gehört zum Rassetyp. Eine perfekt glatt gebürstete LaPerm würde ihren eigentlichen Charakter verlieren. Das Fell soll beweglich bleiben, sich vom Körper abheben und bei der Langhaarvariante besonders am Hals, hinter den Ohren und am Schwanz deutliche Ringellocken bilden.
Lockenmutation: dominant, aber genetisch noch nicht vollständig entschlüsselt
Die Locken werden autosomal-dominant vererbt. Das unterscheidet die LaPerm von Cornish Rex und German Rex, deren bekannte LPAR6-Mutation rezessiv wirkt, sowie von Devon Rex mit einer anderen KRT71-Veränderung.
Spannend ist, dass die genaue kausale Variante der LaPerm-Locke trotz genetischer Forschung bislang nicht abschließend identifiziert wurde. Eine genomweite Studie aus dem Jahr 2021 fand einen Kandidatenbereich, konnte aber noch keine eindeutige einzelne Ursprungsvariante benennen. Damit ist die LaPerm genetisch weiterhin besonders interessant.
Die Studie findest du bei PLOS ONE zur Populationsgenetik verschiedener Katzenrassen.
Langhaar und Kurzhaar sehen deutlich unterschiedlich aus
Beide Felllängen gehören zur selben Rasse. Longhair-LaPerms entwickeln häufig einen ausgeprägten Kragen, lange Ringellocken und einen gefiederten Schwanz. Shorthair-Tiere besitzen kürzere, dichter am Körper liegende Wellen und einen Schwanz, der eher wie eine lockige Flaschenbürste wirkt.
Die Lockenstärke kann sich mit Alter, Jahreszeit, Hormonen und Fellwechsel verändern. Eine LaPerm kann zeitweise wesentlich glatter aussehen und später wieder stärker gelockt sein.
Kitten können ihr Fell komplett verändern
Ein besonders ungewöhnliches Merkmal ist die Entwicklung im ersten Lebensjahr. Manche Kitten werden bereits lockig geboren, manche tragen zunächst glattes Fell, und einzelne Tiere können fast nackt zur Welt kommen. Während des Wachstums kann das Fell teilweise ausfallen und später deutlich lockiger zurückkehren.
TICA weist ausdrücklich darauf hin, dass die endgültige Fellqualität erst spät beurteilt werden kann. Vor allem Langhaar-LaPerms benötigen oft mehrere Jahre, bis der erwachsene Lockenmantel vollständig entwickelt ist.
LaPerm Charakter: Nähe ohne Schwerfälligkeit
Die LaPerm verbindet ausgeprägte Menschenbezogenheit mit echter Aktivität. Sie ist kein passiver Schoßbewohner, obwohl viele Tiere sehr gern kuscheln. Sobald etwas Interessantes passiert, wird die Katze neugierig, untersucht Gegenstände mit den Pfoten und folgt ihren Menschen durch die Wohnung.
TICA und CFA beschreiben sie als intelligent, sanft und kontaktfreudig. Viele Tiere suchen Blickkontakt, legen eine Pfote auf Arm oder Gesicht und möchten aktiv in den Alltag einbezogen werden. Diese Mischung aus Farmkatzen-Neugier und engem Sozialverhalten prägt die Rasse stärker als eine einzelne Fellfarbe.
Offizielle Rasseinformationen findest du bei TICA zur LaPerm und bei CFA zur LaPerm.
Pflege und Haltung
Die LaPerm Haltung passt zu Menschen, die eine aktive Katze möchten, aber keinen extremen Hochleistungsathleten suchen. Ihre Farmherkunft zeigt sich in Neugier, Jagdtrieb und Problemlöseverhalten. Gleichzeitig bleibt sie auffallend sozial und möchte regelmäßig Körperkontakt.
Der Haushalt wird zum Beobachtungsgebiet
Viele LaPerms wollen wissen, was ihre Menschen tun. Sie sitzen neben dem Laptop, folgen in die Küche oder prüfen neue Gegenstände sofort. Eine interessante Wohnung muss deshalb nicht mit Spielzeug überfüllt sein. Wechselnde Kartons, Papiertüten ohne Henkel, Fensterplätze und frei zugängliche erhöhte Ebenen reichen häufig aus, um neue Reize zu schaffen.
Höhe gehört zum natürlichen Bewegungsmuster
TICA empfiehlt einen hohen Kratzbaum, weil die Rasse gern klettert und ihre Umgebung von oben überblickt. Ein stabiler Aufbau ist wichtiger als besonders viele kleine Plattformen. Die Katze soll springen, sich strecken und sicher landen können.
Farmkatzeninstinkt zeigt sich beim Spiel
Die frühen LaPerms waren funktionierende Hofkatzen und Mäusefänger. Dieser Hintergrund ist bis heute im Spielverhalten erkennbar. Kleine bewegliche Objekte, Pingpongbälle, Stoffmäuse und Spiele, bei denen Beute plötzlich hinter einer Kante verschwindet, passen sehr gut.
Interessant ist weniger ein dauerhaftes Wedeln mit derselben Angel als ein wechselndes Jagdmuster: beobachten, anschleichen, kurze Beschleunigung, Fangmoment und Pause.
Menschenkontakt ist nicht optional
Eine LaPerm kann sich selbst beschäftigen, möchte aber nicht dauerhaft sozial außen vor bleiben. TICA beschreibt die Rasse als stark auf ihre Familie bezogen und empfiehlt bei häufigen längeren Abwesenheiten einen passenden tierischen Begleiter.
Das kann eine ähnlich aktive Katze oder ein katzenfreundlicher Hund sein. Entscheidend ist nicht die Spezies, sondern ob beide Tiere Nähe, Bewegung und Rückzug in einem ähnlichen Maß akzeptieren.
Mit Kindern oft unkompliziert
Der sanfte Charakter passt gut zu respektvollen Kindern. Besonders wichtig ist der Umgang mit dem ungewöhnlichen Fell: Locken und lange Schnurrhaare sind keine Spielzeuge. Kinder sollten lernen, nicht an Ringellocken oder Vibrissen zu ziehen.
Besucher werden häufig schnell interessant
Viele Vertreter sind neugierig und sozial genug, neue Menschen selbst zu begrüßen. Zwang ist dennoch unnötig. Eine offene Hand, ruhige Stimme und etwas Zeit funktionieren besser als sofortiges Hochheben.
Wohnungshaltung oder gesicherter Außenbereich
Die Rasse kann sehr gut ausschließlich in der Wohnung leben, sofern sie klettern, beobachten und spielen kann. Ein gesicherter Balkon erweitert das Revier und bietet zusätzliche Gerüche und Geräusche. Freigang ist kein Muss, auch wenn der Farmhintergrund oft etwas anderes vermuten lässt.
Zum Vergleich mit einer kräftigeren natürlichen Bobtail-Rasse findest du hier das Kurilen-Bobtail-Rasseportrait. Alle Rassen findest du außerdem in der PAWMIO Katzenrassen-Übersicht.

Gesundheit & typische Krankheiten
Die LaPerm Gesundheit ist derzeit nicht durch eine einzelne bekannte rassetypische Erbkrankheit geprägt. TICA bezeichnet die Rasse ausdrücklich als sehr gesund und nennt keine spezifische Erkrankung, die im heutigen Bestand als typisches Hauptproblem gilt. Gerade deshalb ist es wichtig, keine Krankheiten anderer Rex-Rassen automatisch auf die LaPerm zu übertragen.
Lockenfell ist ein Merkmal und keine Krankheit
Die dominante Rex-Mutation verändert die Haarstruktur. Sie darf nicht mit Hautkrankheit oder Fellverlust durch medizinische Ursachen verwechselt werden. Ein zeitweiser Fellwechsel kann bei jungen LaPerms sehr ausgeprägt sein und gehört in bestimmten Entwicklungsphasen zum normalen Rassetyp.
Anders sieht es aus, wenn eine erwachsene Katze plötzlich kahle, gerötete, schuppige oder stark juckende Hautstellen entwickelt. Dann kommen Parasiten, Pilzerkrankungen, Allergien, hormonelle Ursachen oder andere Hautprobleme infrage und sollten untersucht werden.
Die Lockengenetik unterscheidet sich von anderen Rex-Rassen
LaPerm, Cornish Rex, Devon Rex und Selkirk Rex sehen auf den ersten Blick alle „gelockt“ aus, genetisch sind diese Fellphänotypen jedoch nicht identisch. Studien zeigten bereits, dass die LaPerm-Mutation nicht einfach der bekannten Cornish-, Devon- oder German-Rex-Ursache entspricht.
Eine genetische Übersichtsarbeit zur Selkirk Rex untersuchte auch LaPerm-Proben und zeigte, dass die LaPerm-Locke nicht auf denselben untersuchten Varianten beruht. Die Forschung ist bei PMC zur Genetik rexartiger Katzenfelle nachzulesen.
Die genaue Ursache ist weiterhin ein Forschungsgebiet
Eine neuere populationsgenetische Analyse lokalisierte für die LaPerm einen Kandidatenbereich im Genom, ohne die endgültige verursachende Variante festzulegen. Das ist für Halter kein Gesundheitsproblem, zeigt aber, warum pauschale Aussagen wie „LaPerm hat dasselbe Lockengen wie Selkirk Rex“ wissenschaftlich nicht sauber sind.
Outcross-Geschichte macht Gesundheitskontrolle individuell
Die Rasse wurde historisch mit ausgewählten Hauskatzen erweitert, um einen ausreichend breiten Genpool aufzubauen. TICA empfiehlt ausdrücklich, bei zugelassenen Outcross-Tieren vor der Integration in das Zuchtprogramm passende DNA-Tests durchzuführen.
Welche Tests sinnvoll sind, hängt dabei vom genetischen Hintergrund des eingesetzten Tieres ab. Eine starre „LaPerm-Testliste“ wäre deshalb weniger hilfreich als eine dokumentierte Abstammung plus linienbezogene Vorsorge.
Zähne, Gewicht und Allgemeinzustand bleiben wichtiger als exotische Tests
Für eine Familienkatze sind regelmäßige Kontrollen von Zähnen, Körpergewicht, Herz- und Lungenbefund sowie altersgerechte Blut- und Urinuntersuchungen oft relevanter als seltene Spezialdiagnostik ohne konkreten Anlass.
Eine langlebige Rasse braucht auch Seniorenmedizin
TICA nennt eine typische Lebenserwartung von etwa 12 bis 15 Jahren und berichtet von einzelnen Tieren, die 20 Jahre erreichen. Mit zunehmendem Alter sollten Nierenfunktion, Schilddrüse, Blutdruck und Beweglichkeit stärker in den Fokus rücken.
Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?
Deutlicher Fellverlust außerhalb normaler Fellwechselphasen, hartnäckiger Juckreiz, Gewichtsverlust, ungewöhnlicher Durst, Bewegungsunlust oder starke Verhaltensänderungen verdienen medizinische Abklärung. Eine robuste Rasse kann genauso krank werden wie jede andere Katze – sie besitzt nur derzeit keine klar etablierte, lange Liste eigener Hochrisiko-Erkrankungen.
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Ernährung
Die LaPerm Ernährung sollte den schlanken, beweglichen Körper erhalten. Die Rasse wirkt leicht, ist aber häufig muskulöser und schwerer, als der lockere Fellmantel vermuten lässt. Ein erwachsener Kater kann laut TICA bis ungefähr zwölf Pfund erreichen, ohne massiv gebaut zu sein.
Lockiges Fell benötigt kein Spezialfutter
Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für eine besondere „Rex-Diät“. Die Fellstruktur entsteht genetisch. Ein vollständiges Katzenfutter liefert bei einem gesunden Tier ausreichend Protein, essentielle Fettsäuren, Taurin, Vitamine und Mineralstoffe für Haut und Haar.
Futtermenge an Bewegung koppeln
Eine junge LaPerm kann den ganzen Tag klettern, spielen und hinter Gegenständen herjagen. Im mittleren Alter wird der Alltag oft ruhiger. Wer die Portion dauerhaft unverändert lässt, kann schleichende Gewichtszunahme übersehen.
Die Rippen sollten unter einer dünnen Gewebeschicht fühlbar bleiben. Von oben betrachtet sollte sich hinter dem Brustkorb eine leichte Taille abzeichnen.
Futter als Denkaufgabe nutzen
Die LaPerm arbeitet gern mit ihren Pfoten. Einzelne Portionen können in einfachen Schiebern, Futterbällen oder kleinen Suchboxen angeboten werden. Der Vorteil: Die Katze muss denken und handeln, ohne dass dafür zusätzlich zur normalen Tagesration ständig Snacks nötig sind.
Feuchte Nahrung unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme
Nassfutter liefert einen hohen Wasseranteil direkt mit der Mahlzeit. Ergänzend können mehrere Trinkmöglichkeiten angeboten werden. Einige Tiere trinken lieber aus breiten Schalen, andere mögen fließendes Wasser. Entscheidend ist, was die individuelle Katze tatsächlich nutzt.
Fellglanz nicht mit Supplementen erzwingen
Ein plötzlich stumpfer oder stark fettiger Lockenmantel sollte nicht automatisch mit Ölen, Biotin oder anderen Ergänzungsmitteln behandelt werden. Fellveränderungen können mit Jahreszeit, Hormonen oder Gesundheit zusammenhängen. Bei auffälliger Verschlechterung ist die Ursache wichtiger als kosmetische Optimierung.
Kastration und Alter verändern die Energiebilanz
Nach der Kastration sinkt bei vielen Katzen der Energiebedarf. Gleichzeitig kann der Appetit unverändert bleiben. Regelmäßiges Wiegen hilft, die Portion rechtzeitig anzupassen, bevor der bewegliche Farmkatzentyp seine athletische Linie verliert.
Verhalten & Training
Der LaPerm Charakter kombiniert ausgeprägte Menschenliebe mit eigenständigem Problemlösen. Viele Tiere legen die Pfote auf ihren Menschen, klettern auf die Schulter oder versuchen sehr gezielt herauszufinden, wie sie an ein interessantes Objekt gelangen.
Die Pfote ist ein wichtiges Kommunikationswerkzeug
TICA beschreibt, dass LaPerms ihre Menschen häufig mit der Pfote antippen, wenn sie Aufmerksamkeit möchten. Dieses Verhalten lässt sich hervorragend für Training nutzen. Ein Pfotentarget kann Ausgangspunkt für „High Five“, Positionswechsel oder freiwilliges Einsteigen in die Transportbox werden.
Neugier wichtiger als ständige Geschwindigkeit
Die Katze ist aktiv, aber ihr Training muss nicht nur aus Rennen bestehen. Kartons mit versteckten Öffnungen, Objekte unter einem Tuch oder ein neues Target fordern den Kopf. Häufig wird erst beobachtet, dann ausprobiert und erst danach gehandelt.
Schultertragen gezielt auf Signal bringen
Viele LaPerms sitzen gern auf Schulter oder Nacken ihrer Menschen. Das kann angenehm sein, wenn es kontrolliert geschieht. Ein eindeutiges Auf- und Ab-Signal verhindert, dass die Katze bei jeder Gelegenheit ungefragt hochspringt.
Rückruf früh aufbauen
Ein kurzer Name oder ein festes Wort kann mit einer hochwertigen Belohnung verknüpft werden. Wird der Rückruf zunächst nur über wenige Meter geübt und nicht für unangenehme Situationen „verbraucht“, entsteht ein praktisches Alltagssignal.
Pflege lässt sich über Kooperation vereinfachen
Weil das Lockenfell gelegentlich gekämmt werden muss, lohnt sich freiwilliges Stillhalten. Die Katze lernt, für wenige Sekunden auf einer Unterlage zu bleiben und erhält danach Spiel oder Futter. Kurze, positive Wiederholungen sind effektiver als Festhalten.
Soziale Nähe nicht mit Abhängigkeit verwechseln
Die LaPerm möchte beteiligt sein, kann aber durchaus eigene Entscheidungen treffen. Sie kann einige Stunden allein verbringen, solange der restliche Alltag ausreichend Kontakt und Aktivität bietet. Dauerhafte Isolation passt dagegen schlecht zum typischen Temperament.
Plötzliche Distanz ist auffällig
Wenn eine normalerweise kontaktfreudige Katze plötzlich Berührung meidet, sich versteckt oder ihre gewohnten Spielangebote ignoriert, sollte das ernst genommen werden. Gerade bei sehr sozialen Tieren können Verhaltensänderungen frühe Hinweise auf Unwohlsein sein.

Fell- und Körperpflege
Die LaPerm Fellpflege unterscheidet sich deutlich von der Pflege vieler anderer Langhaarkatzen. Das Fell soll locker, luftig und etwas wild wirken. Ziel ist nicht, jede Locke glatt zu legen, sondern Verfilzungen zu verhindern und die natürliche Struktur zu erhalten.
Wenig Unterwolle macht die Pflege leichter
TICA beschreibt das Fell als relativ leicht und wenig filzanfällig. Ein grobzinkiger Metallkamm oder ein Kamm mit rollierenden Zinken reicht bei vielen Tieren aus. Bei der Kurzhaarvariante genügt oft noch weniger Aufwand.
Locken nicht trocken ausbürsten
Intensives Bürsten kann die Ringellocken auseinanderziehen und einen aufgeplusterten, frizzigen Look erzeugen. Besser ist vorsichtiges Kämmen. Nach der Pflege kann ein sehr feiner Nebel aus klarem Wasser helfen, die Locken wieder zusammenzufinden.
Föhnen ist meist kontraproduktiv
TICA empfiehlt nach einem Bad eher Handtuchtrocknung. Warme Föhnluft glättet beziehungsweise „explodiert“ die leichte Lockenstruktur häufig und kann das gewünschte lockere Fellbild zerstören.
Longhair und Shorthair brauchen unterschiedliche Aufmerksamkeit
Beim Langhaar entstehen die stärksten Locken häufig am Hals, hinter den Ohren und am Bauch. Diese Zonen sollten auf kleine Knoten kontrolliert werden. Shorthair-LaPerms tragen kürzere Wellen, die oft dichter am Körper liegen und kaum zusätzliche Pflege brauchen.
Fellwechsel kann dramatischer aussehen als er ist
Einige junge Tiere verlieren zeitweise große Teile ihres Fells und entwickeln später einen neuen, stärker gelockten Mantel. Dieser Prozess gehört zur Rassegeschichte. Bei erwachsenen Tieren oder bei gleichzeitigem Juckreiz sollte starker Haarverlust dennoch nicht automatisch als normal bezeichnet werden.
Gebogene Schnurrhaare nicht kürzen
LaPerms besitzen auffallend lange, flexible und häufig gelockte Vibrissen. TICA hebt hervor, dass diese Struktur im Vergleich zu einigen anderen Rex-Rassen weniger brüchig ist. Die Schnurrhaare bleiben wichtige Tastorgane und dürfen nicht kosmetisch gekürzt werden.
Weniger Haare in der Wohnung bedeutet nicht allergenfrei
Das Fell kann relativ wenig haaren, dennoch ist die Rasse nicht automatisch hypoallergen. Katzenallergene entstehen vor allem in Speichel und Hautsekreten. Wer allergisch reagiert, sollte vor einer Anschaffung wiederholt längeren Kontakt mit erwachsenen LaPerms testen.
Hinweise für Katzenhalter
Wer eine LaPerm kaufen möchte, sollte sich nicht allein vom Lockenfell leiten lassen. Bei dieser Rasse verändern sich Fell und Lockenstärke über Monate und teilweise Jahre. Ein acht Wochen altes Kitten zeigt deshalb nicht zwingend, wie das erwachsene Tier später aussehen wird.
LaPerm-Züchter sollten Fellentwicklung erklären können
Ein seriöser Züchter kennt die unterschiedlichen Entwicklungsphasen: lockig geboren, glatt geboren, zeitweiser Fellverlust oder spätere stärkere Lockenbildung. Käufer sollten nicht erschrecken, wenn ein Jungtier vorübergehend deutlich weniger Fell hat als erwartet.
Gerades Fell kann innerhalb von LaPerm-Linien vorkommen
Je nach Verband und Zuchtlinie können Straight-Hair-Varianten auftreten. Sie besitzen denselben Rassetyp, aber keine ausgeprägten Locken. Für Ausstellungsklassen gelten eigene Regeln. Käufer sollten deshalb genau klären, wie das konkrete Kitten registriert ist.
Lockengen nicht mit anderen Rex-Rassen verwechseln
LaPerm, Devon Rex, Cornish Rex, German Rex und Selkirk Rex haben ähnliche sichtbare Oberbegriffe – Lockenfell – aber unterschiedliche genetische Hintergründe. Eine Kreuzung zwischen diesen Rassen ist keine Abkürzung zu einer „besseren“ LaPerm.
Gesundheit der Linie wichtiger als eine besonders starke Locke
Da derzeit keine einzelne große LaPerm-Erbkrankheit den Bestand dominiert, sollte der Züchter Informationen über Herz, Nieren, Zähne, Haut, Lebenserwartung und Todesursachen älterer Verwandter offen besprechen. Bei historischen Outcross-Linien können zusätzlich passende DNA-Tests relevant sein.
Die Rasse reift langsam
CFA weist darauf hin, dass die vollständige körperliche und fellbezogene Reife erst mit etwa zwei bis drei Jahren erreicht werden kann. Käufer sollten deshalb keine frühe „Perfektion“ erwarten. Besonders der Langhaarmantel verändert sich mit Jahreszeit und Reife deutlich.
Alle Farben sind möglich
Die LaPerm wird nicht auf eine spezielle Farbe gezüchtet. CFA akzeptiert praktisch jede genetisch mögliche Farbe und Zeichnung. Ein seltener Farbton macht ein Tier deshalb nicht automatisch hochwertiger als ein klassischer Tabby.
Passt die LaPerm zu meinem Alltag?
Die Rasse passt sehr gut zu Menschen, die Körperkontakt mögen und trotzdem Freude an einer wachen, neugierigen Katze haben. Sie möchte kuscheln, aber ebenso klettern, untersuchen und spielen.
Weniger geeignet ist sie für Haushalte, in denen die Katze täglich sehr lange allein bleiben muss oder in denen das Lockenfell ausschließlich als exotisches Dekorationsmerkmal betrachtet wird. Ihr Wesen ist mindestens so prägend wie ihr Fell.
Seltenheit verlangt Geduld
LaPerms sind in Deutschland wesentlich seltener als Maine Coon, Ragdoll oder Britisch Kurzhaar. Eine Wartezeit auf einen seriösen Wurf ist deshalb normal. Abstammung, Sozialisation und nachvollziehbare Gesundheitsinformationen sollten wichtiger sein als sofortige Verfügbarkeit.
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